Rajon Rondo (l.) wurde zuletzt dreimal in Folge zum All-Star Game eingeladen © getty

Rondo führt Boston mit einem Triple-Double zum Kantersieg über die Heat. James erleidet einen Tiefpunkt. Bryant knackt die 40.

Von Eric Böhm

München - Rajon Rondo hat den Miami Heat ihre höchste Saisonniederlage fast im Alleingang beigebracht.

Der fantastisch aufgelegte Spielmacher führte die Boston Celtics mit einem Triple-Double zum 91:72 (49:44) über den verdutzten Vize-Meister ( 535844 DIASHOW: Die Bilder der 14. NBA-Woche ).

Rondo sammelte 16 Punkte, 14 Assists sowie elf Rebounds. Es war bereits sein 13. Spiel in Folge mit mindestens zehn Vorlagen - die längste Serie seit Steve Nash 2005 einmal 14 solcher Partien lieferte.

"Vier oder fünf Jungs kamen vor dem Spiel zu mir und haben gefordert, ich solle ihnen zeigen, dass ich ein großartiger Point Guard bin. Das habe ich versucht", meinte "Rajzilla".

Celtics mit Schwung aus der Kabine

Allein in dem unfassbar dominanten dritten Viertel des Rekordchampions (31:12) führten acht seiner Pässe zu Korberfolgen.

In den zwölf Minuten nach der Pause überrollte Boston das Starensemble und lag bis zum Schluss immer mit mindestens 19 Zählern vorn.

"Wir wissen, wir können mit den besten Teams mithalten. Es fühlt sich großartig an. Das Publikum steht hinter dir und du machst keine Fehler. Das ist unser Spiel", freute sich Paul Pierce.

Rondo gibt Startschuss

Der Kapitän war mit 23 Punkten Bostons bester Scorer. Brandon Bass (16 Zähler, zehn Rebounds) steuerte ein Double-Double bei, aber es war Rondo, der von Beginn an den Takt vorgab.

Im ersten Viertel gelangen ihm zehn Punkte - in den vergangenen fünf Partien hatte er nie mehr als sieben Zähler zustande gebracht.

"Wir haben Rondo gesagt, er müsse heute mehr Scorer sein. Das hat er beherzigt und die ganze Mannschaft mitgerissen", lobte Coach Doc Rivers.

Missstimmung und Trade-Gerüchte um den manchmal schwierigen Aufbauspieler gehören der Vergangenheit an. Das Team profitiert und spielt seinen besten Basketball der Saison.

Kopfproblem bei den Heat?

Nach dem beeindruckenden fünften Sieg in Folge schauen die Celtics (30 Siege - 22 Niederlagen) als Tabellenvierter in der Eastern Conference nach oben. Orlando (31:21) ist in Reichweite (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Miami (37:14) bleibt zwar Zweiter, ist jedoch momentan weit von seiner Topform entfernt.

Sieben der vergangenen zehn Auswärtsspiele wurden verloren. Zuletzt setzte es in Oklahoma City und Indiana ähnlich deutliche Pleiten.

"Es gibt auswärts eine ganze Reihe von Problemen bei uns. Wir müssen mental stärker auftreten", deutet LeBron James ein Kopfproblem an.

"Miami Thrice" enttäuschen

Der zweimalige MVP markierte zwar 23 Punkte, blieb aber zum zweiten Mal in seiner Karriere ohne Vorarbeit.

"Wir haben nichts getroffen. Für Fehlwürfe gibt es keine Assists", nahm Trainer Erik Spoelstra seinen Schlüsselspieler in Schutz.

Bei seinen anderen beiden Topakteuren lief es noch schlechter. Dwyane Wade verfehlte elf seiner 17 Würfe und kam auf 15 Zähler. Chris Bosh holte die ersten vier Heat-Punkte, ging dann aber komplett leer aus.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Los Angeles Lakers - Golden State Warriors 120:112

Die Los Angeles Lakers feierten im kalifornischen Derby gegen die Golden State Warriors einen 120:112 (57:54)-Erfolg.

Kobe Bryant lieferte mit 40 Punkten - diese Marke knackte er zum 112. Mal - eine exzellente Leistung ab. Einen Tag nach seinem 18-Fahrkarten-Auftritt (Bericht), gab er mit 13 Zählern im ersten Viertel die Richtung vor (SERVICE: Die Tagesbesten der NBA).

"Es ist interessant, die Leute nach so einem Spiel wie gestern reden zu hören. Nach 16 Jahren überrascht es mich immer noch, wie viele Idioten da draußen rumlaufen. Ich glaube, die Leute werden von Jahr zu Jahr dümmer", zog Bryant vom Leder.

Bynum muss raus

Die Warriors ließen sich in einem Spiel der Runs nie abhängen und waren in der Schlussphase in Schlagdistanz, ehe Bryant und Metta World Peace mit aufeinanderfolgenden Dreiern den Sack zumachten.

Power Forward Pau Gasol (26 Punkte, elf Rebounds) und Neuzugang Ramon Sessions (23 Zähler) waren neben Bryant die einzigen Lakers mit zweistelliger Ausbeute.

Allerdings zog sich Center Andrew Bynum eine Knöchelverletzung zu und konnte nicht weiterspielen. Wie lange er ausfällt, ist noch unklar.

"Wir haben das Spiel nicht am Ende sondern im dritten Viertel verloren. Da setzten sie sich ab. Danach mussten wir perfekt spielen", ärgerte sich Golden States Topscorer David Lee (27 Punkte).

Orlando Magic - Denver Nuggets 101:104

Die Orlando Magic mussten dagegen ohne Center Dwight Howard (Rückenprobleme) eine 101:104 (42:48)-Heimniederlage gegen die Denver Nuggets hinnehmen.

Howard verpasste in acht Jahren erst zum vierten Mal ein Spiel wegen einer Verletzung. Bei der Niederlage gegen die Mavericks (Bericht) soll ihn Brendan Haywood in den Rücken geschlagen haben (News).

Dirk Nowitzkis Teamkollege bestreitet die Vorwürfe, die Magic haben der NBA jedoch ein Video von der fraglichen Szene zugeschickt.

Lawson überzeugt

Point Guard Ty Lawson erzielte zwölf seiner 25 Punkte nach der Pause und führte die Nuggets an. Er verwandelte 23 Sekunden vor Schluss auch den entscheidenden Wurf zum 101:97.

"Uns fehlen einige Scorer wie Danilo (Galinari, Anm. der Red.), also wollte ich aggressiver meine Chance suchen", erklärte Lawson.

Bei Orlando, das die dritte Schlappe in Serie einstecken musste, verbuchte sein direkter Gegenspieler Jameer Nelson 27 Zähler.

Der Vorsprung der Magic auf die viertplatzierten Celtics schmilzt. In der Western Conference muss Denver als Siebter weiter um die Playoff-Teilnahme zittern.

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