Westbrook kommt in den letzten zehn Spielen auf einen Schnitt von 27,2 Punkte pro Partie © getty

Die Thunder setzen ein Ausrufezeichen. Durant und Westbrook trumpfen auf und sichern die Playoffs. Bulle Asik wird "posterized".

Von Florian Pertsch

München - Im Spitzenduell der NBA haben die Oklahoma City Thunder den Chicago Bulls vor heimischer Kulisse eine Lektion erteilt und sich gleichzeitig für die Playoffs qualifiziert.

Die Bulls, das aktuell beste Team der Saison, kamen gegen das Zweitbeste mit 78:92 unter die Räder, wobei die Niederlage weit höher hätte ausfallen können (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Ende des dritten Viertels lagen die Thunder bereits mit 80:51 in Front und schonten sich im letzten Abschnitt des Spiels merklich.

Westbrook und Durant drehen auf

Durch den Sieg liegt Oklahoma City (40:12) nur noch ein Spiel hinter den Bulls, die eine Bilanz von 42:12 aufweisen.

Bei den Thunder trumpfte vor allem das Duo Russell Westbrook und Kevin Durant auf. Der flinke Guard kam auf 27 Zähler und fünf Assists, "Durantula" erzielte 26 Punkte und holte zehn Rebounds.

Ohne den verletzten Derrick Rose enttäuschten Chicagos Starter weitestgehend. Carlos Boozer und Luol Deng (jeweils 8 Zähler) sowie Joakim Noah (5) punkteten nur einstellig. Bester Werfer der Bulls war Bankspieler John Lucas III mit 19 Zählern.

Die Gäste aus der "Windy City" führten zu keinem Zeitpunkt der Partie und die Ausrede "Rose" wollte Bulls-Coach Tim Thibodeau nicht gelten lassen.

"Zu viele mentale Fehler"

"Natürlich ist Derrick ein großartiger Spieler und natürlich spielen wir lieber mit als ohne ihn, aber das Team hat viele wichtige Komponenten. Viel mehr Sorgen bereitet mir der psychologische Aspekt. Ich finde, wir hatten heute viele mentale Fehler im Spiel", fasste Chicagos Trainer die bittere Pleite zusammen.

Durch die Klatsche in Oklahoma City bleibt der Rekord von neun gewonnen Spielen in Folge in fremder Halle aus der Ära Michael Jordan (1995-96) für die Bulls weiter unerreicht. Das aktuelle Team gewann bis zum Thunder-Spiel sieben Partien hintereinander.

Gerade in Fahrt gekommen, legte Thibodeau noch etwas deutlicher nach.

Thibodeau mächtig angefressen

"Wir hatten zu Beginn des Spiels Probleme, am Ende des ersten Viertels, am Ende des zweiten Viertels und zu Beginn des dritten Viertels", wütete "Thib" nach der Pleite: "Gegen ein Top-Team hat man so einfach keine Chance."

Besonders bitter gestaltete sich das dritte Viertel für die Bulls. Nach der Pause fegten die Thunder in zwölf Minuten mit 31:12 über die Bulls hinweg und lagen nach 36 Minuten mit 80:51 vorne. ( 535844 DIASHOW: Die Bilder der 14. NBA-Woche )

Asik wird "posterized"

In dieser Phase hagelte es einen Dunk nach dem anderen für Chicago. Vor allem Russell Westbrook sorgte für ein Highlight, als er gegen Bulls-Center Omer Asik hochstieg und den jungen Türken mit einem einhändigen Dunk zum "Posterboy" degradierte.

Zweiter Thunder-Topscorer neben Westbrook war Kevin Durant, der zuallererst die knallharte Defensive seines Teams lobte.

"Wir haben die Intensität richtig hochgefahren. Wir versuchen, in jeder Situation so hart wie möglich zu spielen. Defensiv packen wir so hart wie möglich zu, und im Angriff lassen wir den Ball geduldig laufen. Genauso müssen wir weitermachen", lobte "Durantula" sein Team.

Höchster Rückstand der Saison

Der zwischenzeitliche Rückstand von über 30 Punkten im vierten Viertel war für Chicago in dieser Saison eine neue Erfahrung und ließ einen deprimierten Center Joakim Noah zurück.

"Das war das Spiel des besten Teams im Osten gegen das aus dem Westen, und es war ein sehr enttäuschender Abend", gab sich Noah kleinlaut.

Im letzten Abschnitt wurde das Donnergrollen deutlich leiser, Oklahoma schonte seine Stars und beließ es bei einer Kraftdemonstration über drei Viertel der Partie.

Lucas III rettet Bulls-Ehre

Dank Bankspieler John Lucas III verhinderten die Bulls die höchste Niederlage der Saison. Der Shooting Guard verwandelte zwei Dreier in der letzten Minute und vermied so die zusätzliche Demütigung.

Bei so viel Gnade gab es abschließend noch ein Lob von Bulls-Trainer Thibodeau: "Sie spielen hart, selbstlos und clever. Ihre Verteidigung ist exzellent. Es gibt eigentlich nichts, was sie nicht gut machen."

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