LeBron James (r.) war in seinen acht NBA-Jahren immer beim All-Star Game dabei © getty

Miamis Siegesserie reißt bei den Jazz. James verweigert erneut den entscheidenden Wurf. Bryants 38 Punkte stürzen die Kings.

Von Eric Böhm

München - Die Siegesserie der Miami Heat hat ein jähes Ende gefunden.

Der amtierende Meister der Eastern Conference verlor bei den Utah Jazz 98:99 (44:57) und musste sich nach neun Erfolgen hintereinander erstmals wieder geschlagen geben ( 524857 DIASHOW: Die Bilder der 10. NBA-Woche ).

Dabei wurde einmal mehr LeBron James zur tragischen Figur. Der zweimalige MVP führte mit 35 Punkten sowie zehn Rebounds ein furioses Comeback an, lehnte aber am Ende die Verantwortung ab.

Stattdessen passte er den Ball zu Bankspieler Udonis Haslem, der die Siegchance vergab.

"Ich versuche, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um Spiele zu gewinnen. Wir verlieren nicht, weil ich nicht den letzten Wurf nehme. Aber die Diskussion wird sicher wieder losgehen", sagte James.

Erinnerung an All-Star Game

Bereits beim All-Star Game (Bericht) hatte sich LBJ in ähnlicher Situation zu einem Abspiel entschieden und den Ball verloren ( 523845 DIASHOW: Das All-Star Game 2012 ).

Zuvor hatte er die Aufholjagd der Heat - sie lagen im dritten Viertel bereits 56:74 zurück - per Dreier zum 97:94 gekrönt. Dwyane Wade steuerte 31 Punkte bei.

"Wir haben immer Selbstvertrauen. Die Chance war da, wir haben am Ende das gemacht, was wir wollten. Es sollte nicht sein", meinte Wade.

"Er wollte Magic sein"

Jazz-Topscorer Al Jefferson (20 Zähler) und der frühere Maverick Devin Harris wendeten in den letzten 20 Sekunden erneut das Blatt, ehe James den entscheidenden Wurf verweigerte.

"Al hat mich super freigespielt und ich konnte den Korbleger verwandeln. Er wollte heute Magic Johnson sein. Das hat geklappt", wollte sich Harris einen Seitenhieb auf James nicht verkneifen.

Miamis Trainer Erik Spoelstra hatte seinen Superstar tags zuvor mit der Legende der L.A. Lakers verglichen (Bericht).

Chicago zieht vorbei

Die Heat hatten die neun Siege zuvor jeweils mit zweistelligem Vorsprung gewonnen, verloren aber durch den Rückschlag die Spitzenposition in der Eastern Conference an Chicago.

"Ich wollte das Spiel wie jeder andere gewinnen. Ein Wurf entscheidet nicht über Sieg oder Niederlage", rechtfertigte sich James, der im vierten Abschnitt 17 Punkte sammelte.

Utah, dessen ausgeglichene Teamleistung in Abwehr und Angriff beeindruckte, bleibt im Westen dennoch Elfter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Los Angeles Lakers - Sacramento Kings 115:107

Kobe Bryant führte die Los Angeles Lakers mit 38 Punkten zum 115:107 (65:58)-Heimsieg gegen die Sacramento Kings.

Es war das zweite Spiel mit starker Ausbeute für "Black Mamba", der nach wie vor eine Schutzmaske für seine gebrochene Nase tragen musste, in Folge (SERVICE: Die Tagesbesten). Fast hätten die Lakers im Schlussabschnitt aber noch einen 20-Zähler-Vorsprung verspielt.

"Wir hatten alles im Griff. Im letzten Viertel sind wir es ein bisschen lässig angegangen. Das hätte sich fast noch gerächt", musste auch Bryant durchschnaufen.

"Kobe ist Kobe"

Sacramentos Rookie Jimmer Fredette vollendete fünf Minuten vor Schluss einen 21:6-Lauf der Kings zum 95:100.

Metta World Peace und Bryant konterten mit Distanzwürfen und machten den Sack mit Verspätung zu. Center Andrew Bynum lieferte mit 19 Zählern und 15 Rebounds ein Double-Double.

"Die Jungs haben sich nicht hängen lassen. Das war ein gutes Zeichen, aber Kobe ist Kobe", bilanzierte Kings-Trainer Keith Smart.

Gasol schaut nach vorn

Während seine Mannschaft Vorletzter der Western Conference bleibt, stehen die Lakers unmittelbar hinter Stadtrivale Clippers auf Rang vier.

"Wir haben jetzt zweimal am Ende nachgelassen. Das dürfen wir uns gegen Miami nicht erlauben", blickte Pau Gasol schon auf das Topspiel gegen die Heat am Sonntag (ab 21.30 Uhr LIVESCORES).

Cleveland Cavaliers - Chicago Bulls 91:112

Die Chicago Bulls übernahmen durch ein 112:91 (56:44) bei den Cleveland Cavaliers wieder die Führung in der Eastern Conference.

Luol Deng war mit 24 Punkten bester Scorer der Gäste. MVP Derrick Rose kam auf 19 Zähler und neun Vorlagen.

"D-Rose kann alles machen, was er will, wann er es will. Er ist immer in der Lage, ein Spiel an sich zu reißen. Das hat er im dritten Viertel getan", lobte Kollege Carlos Boozer.

Scott zieht den Hut

Rose erzielte in den zwölf Minuten nach der Pause zehn Punkte und dehnte den Vorsprung der Bulls aus.

Die Cavs hatten ohne ihren fantastischen Rookie Kyrie Irving (Grippe) nie eine Chance. Antawn Jamison war mit 22 Zählern ihr bester Schütze.

"Er ist ein besonderer Spieler. Wir wollten Rose zu Würfen zwingen, aber er hat sich nicht aufhalten lassen und kam zum Korb. Dann wird es für jeden Gegner schwer", analysierte Byron Scott, der Coach des Tabellenzehnten.

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