Roddy Beaubois (l.) kam 2009 von Cholet Basket zu den Dallas Mavericks © getty

Auch Nowitzki kann Dallas nicht wieder in die Erfolgsspur führen. Der DBB-Kollege hält die Two-Man-Show des Meisters in Schach.

Von Eric Böhm

München/New Orleans - Für die Dallas Mavericks kommt es derzeit knüppeldick.

Auch der von seinen leichten Rückenproblemen genesene Dirk Nowitzki hat die Negativserie nicht stoppen können.

Der Titelverteidiger verlor bei den New Orleans Hornets 92:97 (46:52) und kassierte die vierte Niederlage in Folge ( 524857 DIASHOW: Die Bilder der 10. NBA-Woche ).

Nowitzki versenkte zwar fünf Dreier, markierte 19 Punkte und holte neun Rebounds, verfehlte aber zwölf seiner 19 Würfe.

"Das ist frustrierend, schlechter geht es nicht. Das ist der tiefste Tiefpunkt. Jetzt kann es nur noch aufwärts gehen. Dieses Spiel hätten wir gewinnen müssen."", sagte Nowitzki.

Double-Double für Kaman

Der Finals-MVP von 2011 bewies in der Endphase wieder seine Nervenstärke, aber speziell zu Beginn stahl ihm ein Nationalmannschaftskollege die Show (EXKLUSIV: Nowitzki im SPORT1-Interview).

Chris Kaman avancierte durch seine 20 Zähler und 13 Rebounds gemeinsam mit Reservist Xavier Henry (19 Punkte) und Point Guard Jarrett Jack zum Matchwinner.

"Wir lagen mit zwei Punkten in Führung und ich sagte zu Coach Williams, dass ich bereit wäre, um das Ding zu versenken", erzählte Jack.

Jack wie "CP3"

Dem zuletzt viel kritisierten Nachfolger des nach Los Angeles gewechselten Chris Paul gelangen in den letzten 67 Sekunden sechs Punkte.

Besonders wichtig war sein Sprungwurf 18 Sekunden vor dem Ende zum 97:92, damit ließ er die Comeback-Hoffnungen von Nowitzki und dem starken Roddy Beaubois (25 Zähler) platzen.

Bei den Fans in New Orleans kamen sofort Erinnerungen an Paul hoch, der in den vergangenen Jahren regelmäßig als "Mavericks-Killer" geglänzt hatte.

"Ich hatte zu viele Ballverluste, aber in der entscheidenden Phase hatten meine Teamkollegen Vertrauen in mich. Das wollte ich nicht enttäuschen", meinte Jack (15 Punkte, sechs Assists).

"Sie haben härter gespielt"

Das schlechteste Team der Western Conference lag die gesamte zweite Hälfte über in Führung. Die Mavs ließen sich nicht abschütteln.

Nowitzki verkürzte mit einem Dreier und der langen Vorarbeit zu einem Layup von Beaubois auf 89:91, ehe Jack seinen eiskalten Treffer setzte.

Vince Carter - er wurde durch Beaubois in der Startformation ersetzt - verpasste kurz darauf einen schwierigen Dreier und Jacks Freiwürfe zum 95:89 besiegelten zehn Sekunden vor Schluss die neunte Auswärtspleite der Mavs.

"Wir müssen uns aus diesem Schlamassel herauskämpfen. Sie haben 48 Minuten härter gespielt als wir und verdient gewonnen", bilanzierte Mavs-Coach Rick Carlisle.

Personelle Probleme

Die hochgelobte Tiefe des Kaders wir aktuell auf eine schwere Probe gestellt.

Zwar kehrte Nowitzki zurück, aber Lamar Odom (persönliche Probleme) und Delonte West (Fingerbruch) fehlen nach wie vor.

Außerdem leiden die Routiniers unter dem extrem komprimierten Spielplan. Die Mavericks stecken aktuell in einer Serie von neun Spielen in zwölf Tagen.

Carlisle fordert Odom

Die erfahrenen Guards Jason Kidd und Jason Terry trafen gemeinsam nur zwei ihrer zwölf Versuche aus dem Feld und sammelten magere fünf Pünktchen.

Nur Carter (14), Nowitzki, Beaubois - ihm gelang eine Saisonbestleistung - und Shawn Marion (11) lieferten eine zweistellige Ausbeute.

Odom soll am Wochenende im Farmteam der Mavericks zum Einsatz kommen und am Montag vor dem Spiel bei den Oklahoma City Thunder (Di., ab 2 Uhr LIVESCORES) wieder zur Mannschaft stoßen ( 524036 DIASHOW: Tops und Flops der 1. Saisonhälfte ).

"Wir werden sehen, wie er in Form ist. Er muss uns mit Taten und seiner Einstellung zeigen, dass er zu diesem Team gehört", stellte Carlisle klar.

Hornets dominieren Bretter

Gebrauchen könnte den Power Forward die strauchelnde Truppe definitiv. New Orleans hatte mit 50:34 einen deutlichen Rebound-Vorteil und machte aus Offensiv-Rebounds 17 Punkte.

"Das Spiel wurde an den Brettern entschieden. Hätten wir dort einen besseren Job gemacht, hätten wir gewonnen", ärgerte sich Center Brendan Haywood.

Selbst während des schwachen Saisonstarts gab es nicht eine solche Niederlagenserie. Dallas fiel dadurch im Westen auf den sechsten Rang zurück, den sie sich mit den Houston Rockets teilen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

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