MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Johnny Manziel (M.) gewann 2012 als erster Freshman die Heisman Trophy © getty

Alabama will in der neuen College-Saison den dritten Titel. Vor allem die Nachbarn rütteln am Thron. Manziel spürt Gegenwind.

Von Eric Böhm

München - Noch ein Jahr - dann wird den Fans des College Football ihr größter Wunsch erfüllt. Für 2014 hat der Verband (NCAA) grünes Licht für eine Playoff-Runde der vier besten Teams gegeben.

Die letzte Saison mit dem komplizierten Format der BCS-Rangliste - mit ihrer Hilfe werden in einem aufwendigen Verfahren die beiden Endspielteilnehmer ermittelt - wird aber keinesfalls langweilig.

Gleich zum Auftakt wollen die South Carolina Gamecocks unter Trainerlegende Steve Spurrier gegen North Carolina (ab 0 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US) ihren Titelanspruch untermauern.

"Wir haben ein gefährliches Team mit sehr guten Spielern. Du kannst eine Meisterschaft nicht planen und brauchst auch Glück mit dem jetzigen System, aber wir haben das Zeug dazu", sagt ein selbstbewusster Spurrier.

Clowney im Blickpunkt

Der ehemalige NFL-Trainer der Washington Redskins will Titelverteidiger Alabama Crimson Tide entthronen und den möglichen "Threepeat" des College-Magiers Nick Saban verhindern.

Neben der bei Spurrier zum Standard gehörenden explosiven Offensive um Quarterback Connor Shaw ist Jadeveon Clowney das größte Faustpfand der "Kampfhähne".

Der gefürchtete Quarterback-Jäger gilt schon jetzt als designierter Top-Pick des NFL-Drafts 2014 und könnte als erster Abwehrspieler seit 16 Jahren die Heisman Trophy für den besten College-Spieler gewinnen.

"Jadeveon und Johnny Football sind seit dem Ende der vergangenen Saison das große Thema. Jadeveon ist gut damit umgegangen und bereit, Geschichte zu schreiben", sagt Spurrier und reißt damit gleich auch das heißeste Thema an.

Mini-Sperre für "Johnny Football"

Denn "Johnny Football" hat Probleme: Als erster Uni-Anfänger überhaupt wurde Johnny Manziel 2012 zum besten Spieler der Saison gewählt.

Seine spektakuläre Spielweise aus Läufen und Pässen für die Texas A Aggies machten den Quarterback über Nacht zum Superstar.

Aktuell erlebt er aber auch die Schattenseiten des Ruhmes. Manziel wird den Saisonstart gegen die Rice Owls von der Bank verfolgen - zumindest teilweise.

Wie A und die NCAA in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch mitteilten, wurde das Supertalent für die erste Halbzeit der Partie gesperrt (News).

Autogramme nur gegen Geld?

Manziel war vorgeworfen worden, für tausende Autogramme Geld erhalten zu haben, was nach den Statuten verboten ist.

Es gebe zwar keine Beweise für diese Vorwürfe, der Spieler aber habe dennoch gegen die NCAA-Statuten verstoßen, hieß es zur Begründung.

Zudem muss Manziel seinen Teamkollegen in einem Vortrag erklären, welche Lehren er aus dem Vorfall gezogen hat. Außerdem behält sich die NCAA weitere Schritte vor, sollten neue Informationen ans Tageslicht kommen.

Einige Skandale

Manziel war in der Offseason durch allerlei Skandale und wilde Partys aufgefallen. Unlängt hatte Coach Kevin Sumlin mehr Disziplin von seinem Führungsspieler eingefordert.

Die Aggies können nur mit Manziel ein lukratives Bowl-Spiel im Januar erreichen.

Denn A, South Carolina und Alabama haben eines gemeinsam: Sie spielen in der extrem starken South Eastern Conference (SEC).

8. Titel in Folge für SEC?

In den vergangenen sieben Jahren kam der Meister aus dem mit Spitzenteams gespickten Süden. Vor Alabama krönten sich auch Tim Tebows Florida Gators, die LSU Tigers oder Cam Newtons Auburn, zum Champion.

Die Georgia Bulldogs sehen mit dem zukünftigen NFL-Spielmacher Aaron Murray in diesem Jahr ihre Chance.

Der letzte Titelträger, der nicht aus der SEC kam, waren 2005 die Texas Longhorns mit NFL-Flop Vince Young als Quarterback.

Konkurrenz im Westen

Drei Teams schicken sich an, die Vorherrschafft zu beenden. Stanfords NFL-Schmiede und die blitzschnellen Oregon Ducks bringen die nötige Mischung aus Power und Geschwindigkeit mit.

Allerdings verlor Oregon Head Coach Chip Kelly - nur sieben Niederlagen in vier Jahren - an die Philadelphia Eagles.

Weil Vorjahresfinalist Notre Dame seinen Quarterback Everett Golson wegen akademischer Schwierigkeiten bis 2014 aus dem Verkehr zog, kann von den Traditionsteams wohl nur Ohio State in den Titelkampf eingreifen.

Tebows Ex-Trainer Urban Meyer hat in kurzer Zeit ein konkurrenzfähiges Team gebastelt. Im vergangenen Jahr blieb die Truppe um Star Braxton Miller ungeschlagen, durfte aber wegen NCAA-Sanktionen nicht in einem Bowl spielen.

Yeldon in großen Fußstapfen

Für alle Konkurrenten bleibt jedoch Alabama der Maßstab. Der Rekordmeister kann weiter auf die Spielmacher A.J. McCarron und T.J. Yeldon bauen.

Yeldon setzt die große Running-Back-Tradition von Mark Ingram, Trent Richardson und Eddie Lacy (alle in der NFL) nahtlos fort. Drei Titel in Folge gab es in der modernen Ära noch nie.

Der Spielplan ist freilich brutal. Los geht es für Alabama am Samstag gegen die Virginia Tech Hokies (ab 23.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US). Es folgen schwere Partien bei A, gegen Arkansas oder LSU. Dazu käme eventuell noch das Conference-Endspiel in Atlanta.

Die Jagd ist eröffnet.

Die Sendezeiten auf SPORT1 US im Überblick:

Freitag, 30. August:South Carolina Gamecock - North Carolina Tar Heels (ab 0 Uhr)Fresno State Bulldogs - Rutgers Scarlet Knights (4.30 Uhr)

Samstag, 31. August:Texas Tech Red Raiders - SMU Mustangs (2 Uhr)Virginia Tech Hokies - Alabama Crimson Tide (23.30 Uhr)

Sonntag, 1. September:TCU Horned Frogs - LSU Tigers (3 Uhr)

Dienstag, 3. September:Pittsburgh Panthers - Florida State Seminoles (2 Uhr)

Samstag, 7. September:Boston College Eagles - Wake Forest Demon Deacons (2 Uhr)

Samstag, 7. September:Miami Hurricanes - Florida Gators (18 Uhr)Virginia Cavaliers - Oregon Ducks (21.30 Uhr)

Sonntag, 8. September:Michigan Wolverines - Notre Dame Fighting Irish (2 Uhr)

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