Superstart in Sofia: Nach einem kaum erwarteten fünften Platz in der Qualifikation ist für die Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) am Samstag im Finale die erste Teammedaille in der EM-Geschichte keine Utopie mehr.

Fröhlich winkend und mit einem strahlenden Lächeln verließ das DTB-Quintett die Armeec Arena.

Nur Großbritannien (172,147), Rumänien (171,130), Rekord-Europameister Russland (170,621) und Italien (166,928) waren in der bulgarischen Hauptstadt noch eine Nummer zu groß.

Doch mit 166,695 Zählern fuhr die deutsche Mannschaft ein äußerst respektables Ergebnis ein. In der Entscheidung beginnen allerdings alle acht Teams wieder bei null Punkten.

Rang fünf hatte man eigentlich nur für den allerbesten Fall angestrebt, aber von Beginn an turnte die Riege von Cheftrainerin Ulla Koch mutig auf Angriff und wurde für diese Courage belohnt.

Die beste Teamleistung aller 26 Teilnehmer beim Sprung lieferte die perfekte Basis.

Quasi nebenbei erreichten die Olympia-Vierte Janine Berger aus Mannheim und die Stuttgarterin Kim Bui die Medaillenentscheidung.

Die ausgeglichene Mannschaftsleistung der deutschen Athletinnen setzte sich auch ohne die an der Schulter verletzte deutsche Mehrkampf-Meisterin Elisabeth Seitz aus Mannheim am Stufenbarren fort.

An diesem Gerät wird Bui von der WM-Fünften Sophie Scheder aus Chemnitz im Finale begleitet.

Am Schwebebalken konnte die 17-Jährige zwar einen Sturz nicht vermeiden, aber dafür sprang ihre gleichaltrige Teamkollegin Pauline Schäfer in die Bresche.

Die Pflugscheiderin erntete Extra-Applaus und Bonuszehntel für die Weltneuheit am "Zittergerät", einen Seitwärtssalto mit halber Drehung.

Wieder sturzfrei waren alle drei deutschen Übungen am Boden.

Lediglich die 25 Jahre alte Bui ließ bei der Bewertung ein Zehntel liegen, weil sie kurz die Bodenfläche verlassen musste.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Freitag (13.00 Uhr) mit dem Mehrkampffinale der Juniorinnen, für das auch zwei deutsche Nachwuchsturnerinnen qualifiziert sind, fortgesetzt.

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