Eine Woche vor den Weltmeisterschaften in Kiew ist in der Rhythmischen Sportgymnastik Unruhe ausgebrochen.

Innerhalb des Weltverbandes FIG ist zwischen dem Technischen Komitee und FIG-Präsident Bruno Grandi ein offener Streit ausgebrochen.

In einem Interview mit dem Branchendienst "insidethegames" wirft die TK-Vorsitzende Natalja Kutsmina dem Italiener vor, die Gymnastik beim Internationalen Olympischen Komitee in Misskredit bringen zu wollen.

"Meine Kolleginnen wurden völlig unbegründet bösen Beschuldigungen ausgesetzt", sagte die Russin.

Die FIG hatte im Juli 56 Kampfrichterinnen suspendiert, die im Verdacht stehen, bei Prüfungen zur Erneuerung ihrer Lizenzen am Ende von Lehrgängen geschummelt zu haben.

Auch Notenabsprachen bei Wettkämpfen soll es gegeben haben.

Kutsminas Vorgängerin an der TK-Spitze, die Polin Maria Szyszkowska, wurde sogar aus dem Weltverband ausgeschlossen.

Grandi hatte im Gespräch mit dem Fachmagazin Leon die harten Sanktionen so gerechtfertigt: "Die Gymnastik ist degeneriert. Wenn dort nicht alles neu erfunden wird, wird der Sport weiter verfallen."

Sie fügte hinzu: "Mein Ziel ist es, dem IOC zu beweisen, dass die Gymnastik auch korrekter arbeiten kann."

Seit 1984 ist der Einzel-Wettbewerb in der Rhythmischen Sportgymnastik olympisch, 1996 kam die Entscheidung im Gruppen-Wettbewerb hinzu.

Der 79-Jährige warnte in diesem Zusammenhang vor Forderungen aus dem Gymnastik-Lager, eine eigene Föderation zu gründen: "Dann wäre die Gymnastik keine olympische Sportart mehr, denn der von IOC anerkannte Fachverband ist die FIG."

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