Der 35 Millionen Euro teure Verwaltungsneubau des Deutschen Turner-Bundes (DTB) in Frankfurt/Main hat den zweitgrößten deutschen Sportfachverband kurzzeitig in akute Finanznot gebracht.

Eine Etatlücke in Höhe von 2,8 Millionen Euro musste kurzfristig durch vorzeitig zu zahlende Abgaben der Landesturnverbände sowie interne Etatumschichtungen geschlossen werden.

Damit scheinen die Probleme um die vor 17 Monaten eröffnete DTB-Immobilie, in die auch ein Hotel integriert ist, aber noch nicht dauerhaft gelöst zu sein.

"Der Verband hat sich mit diesem Projekt komplett verausgabt. Ich wünsche dem DTB damit gute Erträge und maximalen Gewinn, aber wie man die ganze Sache angegangen ist, das ist eine Schande", sagte Dieter Weymans, bis vor wenigen Monaten Landesgeschäftsführer des Rheinischen Turner-Bundes, dem SID.

Wie der 54-Jährige dem SID weiter bestätigte, wurde den Landesturnverbänden als Ausgleich für die vorzeitig getätigten Verbandsabgaben zugesagt, 2018/2019 auf die üblichen Tribute an den DTB zu verzichten. Weymans: "Da stellt sich dann natürlich die Frage, wer aus dem aktuellen Präsidium dann noch im Amt ist."

Man hofft nun beim DTB, dass die Ausrichtung der Deutschen Turnfeste 2013 in Mannheim und 2017 in Berlin genügend Gewinne abwerfen, um diese Zusage einhalten zu können.

DTB-Generalsekretär Hans-Peter Wullenweber begründete die um sechs Millionen Euro gestiegenen Baukosten in erster Linie mit der zwischenzeitlichen Insolvenz des Generalunternehmers.

Zudem gebe es "Streitereien" mit einigen am Bau beteiligten Firmen. Man befinde sich aber "keineswegs in akuter Finanznot". Dies brachte der 60-Jährige in einem Antwortschreiben auf einen Brief Weymans an den DTB-Präsidenten Rainer Brechtken zum Ausdruck.

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