Sophie Scheder belegt bei der EM 2013 am Stufenbarren den vierten Platz © imago

Sophie Scheder verpasst das Finale - Elisabeth Seitz hofft noch. Die Herren mit Fabian Hambüchen sichern sich vier Finalplätze.

Antwerpen - Am Stufenbarren gepatzt, vom Schwebebalken gestürzt - für die Olympia-Zehnte Elisabeth Seitz haben die Kunstturn-Weltmeisterschaften mit einer herben Enttäuschung begonnen.

Die ehemalige Vize-Europameisterin kann die Endkampfteilnahme an ihrem Lieblingsgerät schon nach ihrem ersten Auftritt abschreiben, sogar die sicher geglaubte Qualifikation für das Mehrkampf-Finale ist als Siebte des Zwischenklassements ernsthaft in Gefahr.

Seitz muss bangen

Im nur spärlich besetzten Sportpaleis von Antwerpen missriet der Mannheimerin am Doppelreck die Stalder-Grätsche mit halber Drehung, herbe Punktabzüge waren die Folge.

Am Schwebebalken folgte ein Absteiger bei der Doppeldrehung und während der Bodenkür musste die Bundeswehrsoldatin gleich zweimal die Wettkampffläche verlassen.

Beim Sprung fing sich Seitz allerdings wieder ein wenig, muss jedoch abwarten, was ihre Rivalinnen am Mittwoch bei der Fortsetzung der Qualifikation leisten.

Wegen ihres Fehlers lag die 19-Jährige am Stufenbarren sogar noch hinter WM-Debütantin Sophie Scheder.

Scheder verpasst Mehrkampf-Finale

Die letztjährige Junioren-Europameisterin erturnte bereits am Nachmittag beachtliche 14,566 Punkte und wahrte zumindest ihre Minimal-Chance, die Medaillenentscheidung zu erreichen.

An den drei übrigen Geräten jedoch überwog auch bei der Chemnitzerin der Schatten das Licht.

Den Schwebebalken musste die 16-Jährige gleich zweimal beim freien Rad und der ganzen Drehung vorzeitig verlassen, auch am Boden wirkte der Schützling von

Trainerin Gabi Frehse überfordert.

Beim Sprung kehrte Scheder zumindest zur Normalform zurück.

Damit waren für Scheder die ohnehin geringen Aussichten auf die Qualifikation für das Mehrkampf-Finale am Freitag (20.00 Uhr) schon nach dem ersten von fünf Durchgängen nahezu auf den Nullpunkt gesunken.

Beste Athletin des ersten Tages war Kyla Ross aus den USA, die 59,198 Punkte sammelte.

Quasi in Abwesenheit hatten sich die männlichen deutschen Kunstturner schon am Mittag insgesamt vier Finalplätze gesichert.

Hambüchen und Bretschneider im Finale

Am Ende des vierten und letzten Qualifiktionsdurchgangs, der ohne deutsche Beteiligung stattfand, qualifizierte sich der Olympiazweite Fabian Hambüchen für die Endkämpfe im Mehrkampf (7.), am Boden (4.) und am Reck (2.).

Am Königsgerät begleitet der Chemnitzer Andreas Bretschneider (6.) den Wetzlarer in die Finalentscheidung am Sonntag (16.40 Uhr).

Die beiden Reck-Spezialisten Hambüchen und Bretschneider kassierten dafür ein Extralob von Bundestrainer Andreas Hirsch.

"Beide haben ihre Leistung gebracht und ihre frühe WM-Nominierung damit gerechtfertigt", sagte der Chefcoach des Deutschen Turner-Bundes (DTB).

Bundestrainer unzufrieden

Härter ging der Berliner mit seinen restlichen Athleten ins Gericht:

"Sie haben bestätigt, dass es noch sehr viel Arbeit für sie gibt."

Für Christopher Jursch aus Cottbus und den Hannoveraner Andreas Toba waren die Welttitelkämpfe in der belgischen Hafenmetropole schon nach dem ersten Tag vorzeitig beendet.

Der ehemalige Boden-Europameister Matthias Fahrig verpasste ausgerechnet an seinem Spezialgerät die Qualifikation für den Endkampf (12.), auch beim Sprung (10.) reichte es für den Hallenser nicht.

Die Qualifikationswettkämpfe der Frauen werden am Mittwoch (13.30 Uhr) mit den restlichen drei Durchgängen abgeschlossen.

Dann werden auch die Mannheimerin Cagla Akyol (Stufenbarren und Schwebebalken) sowie Pauline Schäfer aus Pflugscheid (Sprung und Boden) zum Einsatz kommen.

Weiterlesen