Fabian Hambüchen holte bei der WM 2010 Bronze am Reck und mit der Mannschaft © getty

Der Reck-Held nimmt seine letzten Spiele ins Visier. Er teilt seine Kräfte ein, hat aber 2013 drei Großereignisse im Kalender.

Köln - Bei seiner Olympiapremiere 2004 war er noch ein unbekümmerter Draufgänger, an seine vierten und letzten Olympischen Spiele will und muss sich Fabian Hambüchen vorsichtig herantasten.

"2016 in Rio bin ich 28 Jahre alt. Bis dahin muss ich clever sein und im Training aufpassen", sagte der ehemalige Reck-Weltmeister.

Schon vor London 2012 bereitete sich der Wahl-Kölner dosierter denn je vor, der Erfolg gab ihm recht. Nach Reck-Bronze in Peking 2008 gewann der einstige Turnfloh im Vorjahr Silber.

Zum Studium wieder ins Rheinland

In einem Trikot und mit Reckriemchen, die er dem Deutschen Sport- und Olympiamuseum in der Domstadt gern zur Verfügung stellte: "Es war mein bislang erfolgreichster Wettkampf, deshalb konnte ich mich gut von diesen Dingen trennen."

In Bergisch Gladbach geboren, in Wetzlar aufgewachsen, hat der ehemalige Mehrkampf-Europameister nun studienbedingt seine Zelte wieder im Rheinland aufgeschlagen.

An der Deutschen Sporthochschule belegt Hambüchen das Fach Sportmanagement- und Kommunikation. Und das gefällt ihm richtig gut.

"Die Uni ist sehr kooperativ, ich kann gut trainieren. Und ich kenne hier auch viele Sportler, Britta

Heidemann beispielsweise wohnt gleich um die Ecke", berichtet der Gerätartist.

EM und WM fest eingeplant

Dabei ist der enge Kontakt zu Vater und Coach Wolfgang Hambüchen nicht abgerissen, die gemeinsamen Trainingseinheiten finden nach wie vor statt: "Zweimal in der Woche fahre ich nach Hause, zweimal pro Woche kommt mein Vater nach Köln. Das passt schon."

Sein Terminkalender für 2013 ist folgerichtig fast voller als in der olympischen Saison. Hambüchen hat seine Teilnahme an den Europameisterschaften im April in Moskau sowie den Welttitelkämpfen im Oktober in Antwerpen fest eingeplant, er liebäugelt sogar mit einem Start bei der Universiade.

Nur das traditionelle Turnier der Meister im März in Cottbus muss er auslassen: "Da bin ich voll im Uni-Stress."

Obacht vor Überbelastung

Kleinere Auszeiten auf dem Weg nach Rio will sich Hambüchen in den Folgejahren grundsätzlich vorbehalten. "Man muss als älterer Athlet ökonomischer trainieren, viel Wert auf Regeneration legen und auch mal einen Wettkampf auslassen", sagte er.

Der Publikumsliebling ist diesbezüglich ein gebranntes Kind. 2009 zog sich Hambüchen nach einer Serie von harten Wettkämpfen einen Bänderriss im Knöchel zu, 2011 hatten die Belastungen des jahrelangen intensiven Trainings einen Achillessehnenriss zur Folge.

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