Weit hinter den Erwartungen zurück: Philipp Boy © getty

Das deutsche Herren-Quintett enttäuscht im Mannschafts-Finale, wird nur Sechster. Boy bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Montpellier - Viel zu oft gepatzt und den Titel klar verloren:

Die deutschen Kunstturner haben bei den Europameisterschaften in Montpellier ihren Sieg von 2010 nicht wiederholen können.

Nach einer enttäuschenden Vorstellung reichte es für das Quintett des Deutschen Turner-Bundes (DTB) im Mannschafts-Finale mit 259,269 Punkten nur zum sechsten Platz.

Ohne den im Hinblik auf die Olympischen Spiele in London geschonten Ex-Weltmeister Fabian Hambüchen hatten die Schützlinge von Bundestrainer Andreas Hirsch von Beginn an mit der Medaillenvergabe nichts zu tun.

Boy unter seinen Möglichkeiten

Der Sieg ging an Großbritannien (266,296) vor Russland (265,535) und Rumänien (261,319).

Festmachen ließ sich das mäßige deutsche Abschneiden vor allem am Auftritt von Philipp Boy.

Der Vize-Weltmeister aus Cottbus, schon in der Qualifikation nicht in Bestform, offenbarte Probleme an den Ringen, bei seinem Sprung (Roche) und auch am Boden berührte er mit der Hand die Bodenmatte.

Allein Nguyen stabil

Nur am Reck fand der Mehrkampf-Europameister wieder zur Normalform. Auch der Sprung des Hallensers Matthias Fahrig (Dragulescu) wurde als gestürzt gewertet, hier ließen die deutschen Gerätartisten wichtige Punkte liegen.

Weitgehend stabil hingegen präsentierte sich vor 2000 Zuschauern in der ParkundSuites Arena nur der Unterhachinger Marcel Nguyen.

Routinier Eugen Spiridonov aus Bous, noch im Vorkampf der sicherste deutsche Athlet, hingegen verturnte seine Reckübung mit nur 11,300 Punkten total.

Krimmer patzt am Seitpferd

Mit Schwierigkeiten zu kämpfen, ausgerechnet an seinem Paradegerät Seitpferd, hatte erneut der Stuttgarter Sebastian Krimmer.

Der DTB-Riege konnte nicht einmal Kapital daraus schlagen, dass EM-Gastgeber Frankreich, in der Qualifikation noch auf Rang drei vor Deutschland platziert, schon nach dem ersten von sechs Durchgängen aus dem Medaillenrängen ausgeschieden war.

Samir Ait Said berührte bei der Landung seines Sprungs erst mit den Händen und dann mit den Füßen den Boden. Der "Dragulescu" war somit ungültig und wurde mit null Punkten bewertet.

Fahrig im Sprung-Endkampf

Die europäischen Titelkämpfe werden am Sonntag (14 Uhr) mit den sechs Gerätefinals abgeschlossen.

Dabei hat sich Nguyen an den Ringen und am Barren, dort zusammen mit Krimmer, qualifiziert.

Boy und Spiridonov stehen in der Entscheidung am Reck, im Endkampf beim Sprung ist Spezialist Fahrig mit von der Partie.

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