Die Tischtennis-EM 2015 findet nicht wie ursprünglich angestrebt in Deutschland statt.

Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) teilte dem europäischen Verband ETTU am Samstag im Rahmen der Mannschafts-WM in Tokio seine Absage mit.

Nach DTTB-Angaben war kein Schauplatz mit ausreichenden Kapazitäten und einer abgesicherten Finanzierung für die im Herbst 2015 vorgesehene EM in den Mannschafts- und Einzelwettbewerben zu finden.

Auch sei die Bereitschaft zur Förderung sportlicher Großereignisse mit öffentlichen Mitteln gesunken.

"Wir sind alle sehr enttäuscht, dass es uns nicht gelungen ist, die EM nach Deutschland zu holen", sagte DTTB-Präsident Thomas Weikert: "Als verantwortungsvolle Führung konnte unser Präsidium keine finanziellen Risiken eingehen."

Die DTTB-Absage erfolgte nur einen Tag nach dem Beschluss des Weltverbandes ITTF zur Begrenzung der Teilnehmerzahlen bei WM-Turnieren.

Die Reduzierungen gelten ab 2015 und damit auch für die Einzel-WM 2017, für die der DTTB in Tokio vorbehaltlich eines geeigneten Ausrichters den Zuschlag erhielt.

Da Deutschland die letzte ETTU-Option für ein EM-Turnier 2015 im bisherigen Mammutformat gewesen war, stellte ETTU-Präsident Ronald Kramer eine Verkleinerung künftiger EM-Wettbewerbe in Aussicht: "Wenn es selbst in einem wirtschaftlich so starken Land wie Deutschland derzeit nicht möglich ist, die EM durchzuführen, sehe ich das als deutlichen Weckruf, für die EM ein zukunftsfähiges Format zu finden."

Die ETTU kämpft aufgrund zahlreicher Fehler von Kramers Vorgänger Stefano Bosi (Italien) seit längerer Zeit um den Fortbestand ihrer wichtigsten Turniere.

Nur mit großer Mühe hatte Kramer nach seiner Wahl im Herbst 2013 Portugal mit Lissabon zur Ausrichtung der Mannschafts-EM im Oktober 2014 bewegen können.

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