Dimitrij Ovtcharov
Dimitrij Ovtcharov kassierte unerwartet eine Pleite gegen den Ukrainer Olexander Diduch © imago

Ohne ihre chinesischstämmigen Spielerinnen vom EM-Triumph 2013 sind die deutschen Tischtennis-Damen dem Herren-Team bei der Mannschafts-WM in Tokio ins Viertelfinale gefolgt.

Nach dem 3:0 im Achtelfinale gegen Weißrussland kämpft die im Vergleich zur Vorjahres-EM nahezu komplett umgekrempelte Mannschaft von Bundestrainerin Jie Schöpp am Samstag (3.00 Uhr) gegen Hongkong in ihrem dritten WM-Viertelfinale um ihre zweite Medaille binnen vier Jahren.

Neun Stunden später wollen auch Europameister Dimitrij Ovtcharov und Co. nach ihrem spielfreien Freitag die angestrebte Medaille perfekt machen:

Im Falle eines Erfolgs gegen ihren Vorrunden-Auftaktgegner Singapur (3:1 gegen Ex-Weltmeister Schweden) trennt die WM-Zweiten und EM-Serienchampions, die in Nippon einmal mehr Europas letzte Hoffnung sind, nur noch ein Sieg gegen Japan von der erhofften Finalchance gegen Titelverteidiger China.

Der WM-Gastgeber steht durch ein 3:0 gegen Portugal ebenso schon im Semifinale wie die Chinesen (3:0 gegen Österreich).

Schöpp genoss den Erfolg ihrer Spielerinnen. "Ich bin superzufrieden mit meiner Mannschaft", lobte die frühere "Mrs. Zuverlässig" des Nationalteams ihr siegreiches Trio: "Ich kann gar nichts Negatives finden."

Schon vor der Revanche gegen Hongkong nach der einzigen Vorrundenniederlage am vergangenen Mittwoch (1:3) meldete die ehemalige EM-Dritte Ambitionen an:

"Alles, was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe. Aber jeder hat gesehen, dass wir im Gruppenspiel Chancen hatten. Wir haben nicht nur nichts zu verlieren, sondern wissen auch, dass wir gewinnen können."

Gegen Weißrussland schaffte Doppel-Europameisterin Sabine Winter schon zum Auftakt als Nummer 79 der Welrangliste das entscheidende Break gegen die 68 Positionen höher notierte Abwehrstrategin und Ex-Europameisterin Viktoria Pawlowitsch.

Die weiteren Punkte holten die ehemalige EM-Zweite Irene Ivancan und Winters Doppelpartnerin Petrissa Solja.

Die Erfolgsbilanz der Damen in Tokio verschärft den Konkurrenzdruck im Lager des DTTB für Olympia 2016.

Anders als bei dem vorrangig mit gebürtigen Chinesinnen eingefahrenen EM-Titelgewinn sind die EM-Zweite Shan Xiaona und die mittlerweile in die Top 15 gekletterte EM-Dritte Han Ying bei WM-Turnieren nicht für Deutschland spielberechtigt.

Die ebenfalls aus dem Reich der Mitte stammende Ex-Europameisterin Jiaduo Wu konnte wegen Erkrankung in Tokio bisher nur zum Vorrunden-Auftakt ein Einzel bestreiten.

Zhenqi Barthel als weitere gebürtige Chinesin aus dem EM-Team wurde nicht für Tokio nominiert.

Schöpp, deren Mannschaft zuletzt 2010 in Moskau mit Bronze auf dem WM-Podium gestanden hatte, wertete den Viertelfinal-Hattrick auch wegen des Einsatzes von Shan und Han in der WM-Vorbereitung als Erfolg des gesamten Kaders: "Sie haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und gratulieren zu jedem Sieg. Ich bin eine glückliche Trainerin mit diesem Team."

Entspannt verfolgten die DTTB-Herren um Ovtcharov und EM-Rekordchampion Timo Boll am Tag nach ihrem nur noch statistisch bedeutsamen 3:2 zum Vorrundenabschluss gegen die Ukraine das Glanzstück ihrer Teamkolleginnen und zugleich Singapurs Sieg gegen den früheren Erzrivalen Schweden.

Bundestrainer Jörg Roßkopf, dessen Spieler zum WM-Auftakt gegen die Asiaten als 3:0-Sieger aus der Box gegangen waren, hatte ohnehin keinen Wunschgegner:

"In einem Spiel um eine WM-Medaille ist kein Gegner leicht. Wir sind in guter Verfassung und sind sicher auch Favorit."

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