Jörg Roßkopf ist seit 2010 Bundestrainer der Herren © imago

Nach der für Deutschland so erfolgreichen EM in Schwechat hat Bundestrainer Jörg Roßkopf nicht mit Lob für sein Team gegeizt, aber auch ein vernichtendes Urteil über die europäischen Gegner gefällt.

Im Interview mit dem Sportradio SPORT1.fm stellte er die Ausnahmestellung seiner Mannschaft heraus - allen voran die des neuen Europameisters Dimitri Ovtcharov.

"Er ist als Favorit gestartet und hat das bestätigt", sagte Roßkopf bei SPORT1.fm. Der DTTB-Coach hatte bei der kontinentalen Meisterschaft auf Ausnahmekönner Timo Boll aufgrund einer Grippe verzichten müssen.

"Die Medaille bei den Olympischen Spielen 2012 war für ihn ein Meilenstein und eine Bestätigung", so Roßkopf über Ovtcharov: "Hier hat er bis auf das Halbfinale alle Spiele souverän gewonnen. Das zeigt seine Stärke."

Der ehemalige Weltklassespieler freute sich zudem über das starke Auftreten seiner Mannschaft. "Das schwerste Spiel hatte Dima im Halbfinale gegen Bastian Steger", führte Roßkopf aus: "Es ist gut, wenn der interne Konkurrenzkampf groß ist, wenn Timo von Dima gefordert wird, wenn Dima gegen Bastian Probleme hat."

Die deutsche Dominanz im europäischen Tischtennis sieht der Europameister von 1992 kritisch. "In Europa haben wir die Vormachtstellung, die die Chinesen im Welttischtennis haben. Das liegt an der Stärke der deutschen Mannschaft, aber auch an der extremen Schwäche des Kontinents Europa im Tischtennis."

Vielmehr müsse seine Mannschaft von den anderen Nationen mehr gefordert werden, dies sei aber zurzeit nicht der Fall. "Wenn in Europa nur drei, vier Spieler in Frage kommen, den Titel zu gewinnen, ist es schwierig, die Motivation hoch zu halten."

Auf eine ähnliche Situation hofft Roßkopf bei den übermächtigen Chinesen bei der 2014 in Tokio anstehenden WM.

"Chinas Generation ist sehr stark. Aber sie haben sehr viel gewonnen, und ich gehe davon aus, dass sie Motivationsprobleme bekommen können."

Dann müsse sein Team auf den Punkt in Höchstform sein und zuschlagen: "Wir versuchen es, ganz klar. Die vielen Gespräche mit den Spielern zeigen mir, dass sie alle heiß sind, die Chinesen weiter anzugreifen."

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