In der Debatte über den hohen Anteil gebürtiger Chinesinnen im Damen-Kader des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) bei der laufenden EM in Schwechat hat DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig die Nominierung mit Olympia-Kriterien begründet.

"Wesentlich ist, auch zu dieser EM die Besten zu nominieren. Der Deutsche Olympische Sportbund gibt die Teilnahme an den Olympischen Spielen mit den leistungsstärksten Teams eindeutig vor", sagte Schimmelpfennig dem Fachmagazin "tischtennis".

Ein Olympia-Start setze allerdings auch Erfahrungen bei großen Meisterschaften voraus, "deshalb spielen diese Spielerinnen in Schwechat für Deutschland".

Aus dem DTTB-Aufgebot in Österreich haben die deutsche Meisterin Shan Xiaona (Berlin/Weltranglistenplatz 35), Spitzenspielerin Han Ying (Tarnobrzeg/Polen/32), Ex-Europameisterin Jiaduo Wu (Metz/Frankreich/38) und Einzel-Starterin Zhenqi Barthel (Zagreb/Kroatien/58) chinesische Wurzeln.

Kristin Silbereisen (Berlin/33) und Petrissa Solja (Linz/Österreich/57) komplettieren das Team im Mannschafts-Turnier.

Sabine Winter (Kolbermoor) ist in Schwechat lediglich im Doppel dabei, die frühere EM-Zweite Irene Ivancan (Berlin) nur als Zuschauerin.

Shan und Han sind wegen entsprechender Bestimmungen des Weltverbandes ITTF für WM-Turniere nicht spielberechtigt, dürften allerdings bei Olympia für den DTTB aufschlagen.

Für Schimmelpfennig ein maßgebliches Kriterium: "Berücksichtigt haben wir vor allem die Sachlage zu den Olympischen Spielen. Der DOSB nominiert und orientiert sich dabei vor allem an der Weltranglistenkonstellation. In der Regel werden so die Bestplatzierten nominiert."

Schimmelpfennig betonte jedoch zugleich die DTTB-Bemühungen zur Förderung einheimischer Spielerinnen wie der dreifachen Jugend-Europameisterin Nina Mittelham (Bad Driburg).

"Natürlich betreiben wir auch aufgrund der aktuellen Situation sehr intensiv die 'Offensive weiblich', das heißt, gerade für die Generation, die wir auch für die Zeit nach Olympia 2016 in Rio sehen, unternehmen wir im Leistungssportaufbau große Anstrengungen", sagte der Kölner.

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