Timo Boll glaubt, durch die Final-Niederlage gegen China bei der Team-WM in Dortmund noch ehrgeiziger zu werden.

"Das ist eine Qualität von mir, dass ich eine Niederlage schnell verschmerzen kann und daraus wieder neue Motivation ziehe", sagte Boll im Interview mit SPORT1 und erklärte: "Das tut mir eigentlich immer mehr gut, als wenn wir heute vielleicht gewonnen hätten."

Die deutliche 0:3-Niederlage gegen China sei auch ein wenig der Nervosität geschuldet gewesen.

"Wir haben nicht schlecht gespielt, waren auf dem Niveau der letzten Tage, aber das reicht nicht gegen die Chinesen. Da muss man noch eine Schippe drauflegen können. Aber es ist auch schwierig, man ist ein bisschen nervös vor so einer Kulisse ? in einem WM-Finale ticken die Uhren einfach ein bisschen anders", sagte Boll.

Der 31-Jährige sieht die DTTB-Herren dennoch auf einem guten Weg. "Wir haben nicht mehr nur einen Timo Boll, es ist nicht mehr nur eine One-man-Show. Dima [Anm. d. Red. Dimitrij Ovtcharov] hat ein super Turnier gespielt, die anderen auch. Wir ziehen uns mittlerweile gegenseitig nach oben, ein bisschen wie beim chinesischen System."

Von der Heim-WM schwärmt Boll: "Es war insgesamt ein tolles Erlebnis, unvergesslich. Das ist für einen Tischtennisspieler auch nicht alltäglich. Wir hätten uns natürlich dieses richtige Happy End gewünscht, aber man muss sagen, die Chinesen sind verdient Weltmeister geworden. Da war leider noch kein Kraut gegen gewachsen."

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