Sacha Baron Cohen verkörperte bereits "Borat" und "Bruno" © getty

Admiral Aladeen will der Welt die Segnung der Diktatur beibringen, wird dabei aber dummerweise entführt.

In der Selbstwahrnehmung vom Volk geliebt, herrscht Admiral General Aladeen allein über Wadiya.

Sporadische Attentate und die Forderung der UN, sein Atomprogramm transparent zu machen, trüben die Perfektion.

So entschließt sich Aladeen, in New York die Segnungen seiner Herrschaft zu erklären. Kurz nach der Ankunft aber wird der Diktator entführt, von einem Doppelgänger ersetzt.

Seiner Macht und seines markanten Barts beraubt, lernt er als einfacher Mann die Demokratie und die liebenswert naive Zoe kennen.

Aus der Kino.de-Kritik

Baron Cohen lässt wieder bitten, feuert satirisch und ohne Schalldämpfer auf despotische Machthaber und Demokratien, die ihre errungenen Werte verraten haben.

Nach den Mockumentarys "Borat" und "Bruno" kehrt der britische Provokateur zur konventionelleren Erzählform seines ersten Hits "Ali G in da House" zurück, behält aber ein improvisatorisches Element und den für ihn typischen Humormix bei.

So lässt sich auch sein dritter Film mit Regisseur Larry Charles irgendwo zwischen der absurd-satirischen Komik von Monty Python und Klamauk unterschiedlichen Wirkungsgrads verorten, wobei alle Grenzen überschritten werden, nur die zum filigranen Humor von Ernst Lubitsch nicht.

Der Welt die Segnung der Diktatur näher bringen

Liebevoll Nordkoreas verstorbenem Machthaber Kim Jong-il gewidmet, bereist auch "Der Diktator", Admiral General Aladeen (Sacha Baron Cohen), wie schon "Borat" und "Bruno" Amerika, das Mutterland der Demokratie.

Hier will er der Welt die Segnungen der Diktatur und die friedliche Nutzung des Nuklearprogramms seines fiktiven Heimatlands Wadiya erklären.

Doch schon kurz nach seiner Ankunftsparade in New York wird er entführt, dem Tod durch einen Folterspezialisten überlassen und von seinem Sicherheitschef (Ben Kingsley in vertrauter Intrigantenrolle) für die eigenen Geschäftsinteressen durch einen Doppelgänger ersetzt, der das Ende der Diktatur in Wadiya und die baldige Unterzeichnung einer demokratischen Verfassung verkünden lässt.

Bart weg, Schutzheilige da

Dem Tod entkommen, findet der nun seines markanten Barts beraubte Aladeen in Zoe (Anna Faris) eine naive Schutzheilige, die den Fremden für einen politischen Flüchtling hält und ihm einen Job in ihrem Ökoladen anbietet.

In diesem simplen Plotumfeld platziert Baron Cohen eine Fülle von Gags, wobei die sexuellen oder körperbezogenen auch hier die verzichtbarsten bleiben.

Tabus gebrochen, freche Kinder getreten

Menschenverachtung und Personenkult von Diktatoren werden genauso attackiert wie Rassismus, Stereotypen, Misogynie, verirrter Liberalismus oder veganer Ernährungsfundamentalismus, dabei Tabus gebrochen, ob nun freche Kinder getreten, der palästinensische Terror 1972 in München als Egoshooter kommerziell instrumentalisiert oder die Paranoia nach 9/11 illustriert werden.

Cohen ist nichts heilig, und obwohl er manchmal neben Geschmacks- auch Dosierungsprobleme hat, bedeutet das auch für "Der Diktator" ein massentaugliches Komödienevent, das wie schon "Borat" gerade auch in der gefilterten Nachbetrachtung amüsiert.

Genre: KomödieKinostart: 17. Mai 2012Verleih: ParamountJahr: 2012Regie: Larry CharlesSchauspieler: Sacha Baron Cohen, Megan Fox, Anna Faris, Sir Ben Kingsley, John C. Reilly

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