Andrea Petkovic erreichte 2011 dreimal ein Major-Viertelfinale © getty

Petkovic will mit aller Macht zurück in die Weltspitze. Dafür opfert sie Weihnachten, stellt ihr Training um und setzt auf neue Taktiken.

München - Weihnachten unter der Sommersonne Australiens: Für viele klingt das wie ein Traum.

Doch für Andrea Petkovic steht Down Under eine harte Vorbereitung an.

Für den deutschen Tennisstar geht es nach zwei völlig enttäuschenden Jahren mit drei schweren Verletzungen, vielen Tränen und überhastete Comeback-Versuche um nicht Weniger als ihre Zukunft in der Weltspitze.

Sie möchte dorthin zurück - mit aller Macht.

Wehnachten? Fehlanzeige!

Weihnachten? Fehlanzeige! Silvester? Fehlanzeige!

Die 26-Jährige schuftet - auch gegen die Zeit, "die für mich ja immer knapper wird".

Ihr Training hat sie völlig neu aufgestellt. Es geht darum, Belastungen zu verkraften und Verletzungen vorzubeugen.

Ihr neuer Konditionstrainer ließ sie deshalb den sogenannten functional movement test machen. Er wollte wissen, wie mobil ihre Gelenke sind. Das Ergebnis war ernüchternd.

"Katastrophale Werte"

"Ich hatte katastrophale Werte, weil all meine Verletzungen auf der rechten Seite waren und sich Schutzhaltungen eingeschlichen hatten", erzählt die Weltranglisten-43.

Zwei Wochen arbeitete die Darmstädterin an der Körper-Balance.

Zusammen mit dem früheren Davis-Cup-Spieler Alexander Waske tüftelte sie danach in der Schüttler-Waske-University in Offenbach an ihrer Taktik.

Sie möchte effektiver und variabler zugleich spielen.

"Auf ein neues Niveau"

Bei der angestrebten Rückkehr unter die Topspielerinnen der WTA wird es schließlich auf Details ankommen.

Petkovic möchte bei ihren Angriffsschlägen künftig mit breiteren Winkeln den Raum besser ausnutzen. Aus ihren 1,80-Meter Körpergröße gilt es zudem beim Aufschlag die maximale Power zu schöpfen.

"Das ist der nächste Schritt, um mein Tennis nochmal auf ein neues Niveau zu heben", sagt sie und nennt Ziele für 2014: Ein Viertelfinal- oder Halbfinal-Einzug bei einem Grand Slam käme zwar einem "kleinen Wunder" gleich, sei aber nicht unrealistisch.

"Heil zurückkommen"

Training und Taktik alleine werden nicht genügen. Sie muss zuallererst verletzungsfrei bleiben.

In Australien rissen ihr einst das Kreuzband sowie der Meniskus - und sie brach sich ihr Iliosakralgelenk.

"Deswegen ist mein Ziel: Überleben - und heil wieder zurückkommen", meint sie diesmal.

Ihr Fernziel heißt Olympia 2016 in Rio de Janeiro.

Zufriedener Single

Selbst das Weihnachtsessen mit ihrer Familie hatte sie in ihrem neuen Haus in Darmstadt-Eberstadt deshalb vorgezogen.

Dort wird sie sich eigenen Aussagen zufolge künftig auch mehr Gedanken über ihre Karriere nach der Karriere machen. "Vielleicht gehe ich nach Berlin oder ins Ausland. Oder nach Tokio oder in die USA - möglicherweise nach New York", sagt sie.

Richtig sicher ist sie sich offenbar noch nicht. Das gilt auch für die Männerwahl. Zumindest lebe es sich als Single nach langjährigen Beziehung ganz gut, schilderte sie: "Männer tun sich im Allgemeinen etwas schwerer, auf die Frauen zu warten."

Geduld wird sie nicht nur in Beziehungsfragen brauchen -, sondern auch bei ihrer Rückkehr in die Elite der WTA.

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