Angelique Kerber beste Weltranglistenplatzierung ist Rang 5 © getty

Bei der Auslosung für das WTA-Masters erwischt Angelique Kerber eine Hammergruppe. Die Topfavoritin zeigt sich in Signalfarben.

Istanbul - Als die besten acht Spielerinnen für das offizielle Masters-Foto Aufstellung nahmen, verzog sich Angelique Kerber ganz bescheiden an den äußersten Rand.

Den Platz neben der silbernen Sieger-Trophäe sicherte sich wie selbstverständlich Serena Williams.

Und es war an diesem Abend nicht das einzige Mal, dass die Branchenfüherin aus den USA kurz vor dem Start des Saisonabschluss-Turniers am Dienstag in Istanbul (ab Di. täglich im LIVE-TICKER) ihr goldenes Händchen bewies.

Kerber in der Vorrunde gegen Williams

Zur Auslosungs-Zeremonie in einem Luxushotel erschien Williams in einem knallroten Cocktailkleid - und landete auch prompt in der Roten Gruppe. Ein Umstand, der besonders Kerber nicht erfreute.

Die deutsche Nummer eins trifft somit schon gleich zu Beginn des mit 6 Millionen Dollar dotierten Hartplatzturniers auf die amtierende French- und US-Open-Siegerin Williams.

Doch zur Mutmacherin für die Kielerin avanciert Bundestrainerin Barbara Rittner.

"Serena ist in Istanbul natürlich die absolute Topfavoritin. Aber sie kann auch launisch sein. Und wenn sie sich nicht so gut bewegt, macht sie viele unerzwungene Fehler. Dann ist auch sie schlagbar", sagte Rittner.

Schlechte Erfahrung aus dem Vorjahr

Das weiß auch Kerber, die die 17-malige Grand-Slam-Siegerin Williams in bisher drei Duellen immerhin einmal bezwingen konnte: Im August 2012 in Cincinnati.

Beim WTA-Masters im vergangenen Jahr allerdings zog die Deutsche gegen die übermächtige US-Amerikanerin gleich im ersten Gruppenspiel den Kürzeren (4:6, 1:6) - ebenfalls im ersten Gruppenspiel.

"Natürlich ist es nie einfach. Aber ich fühle mich gut und habe nichts zu verlieren. Und vielleicht haben die anderen durch meine jüngsten Erfolge auch wieder ein bisschen Angst vor mir", sagte die 25-jährige Kerber, die in der Roten Gruppe zudem auf Agnieszka Radwanska und die frühere Wimbledonsiegerin Petra Kvitova trifft.

Siegerin kann 2,15 Mio. Dollar einstreichen

In der etwas leichteren Weißen Gruppe spielen Wiktoria Asaranka (Weißrussland/WTA: 2), Li Na (China/5), Sara Errani (Italien/7) sowie Jelena Jankovic (Serbien/8) um den Einzug ins Halbfinale.

Die Siegerin der Veranstaltung im Sinan Erdem Dome unweit des Goldenen Horns würde im Idealfall ein Preisgeld in Höhe von knapp 2,15 Millionen Dollar kassieren.

Die Weltranglistenneunte Kerber war zur Auslosung in einem edlen dunklen Outfit erschienen. Für die Farbe Schwarz hatten sich im Übrigen auch Asarenka, Radwanska und Jankovic entschieden. Mit ihrer Signalfarbe Rot aber überstrahlte Serena Williams alle.

Kerber glaubt an ihre Chance

Für US-Ikone Chris Evert ist die 32-Jährige, die kürzlich als erste Profisportlerin überhaupt die Preisgeld-Schallmauer von 50 Millionen Dollar durchbrach, bereits jetzt "die Beste aller Zeiten".

Dennoch glaubt Kerber an ihre Chance. "Ich habe mich als Letzte qualifiziert. Vielleicht werden die Letzten die Ersten sein", sagte sie. In den Tagen von Istanbul verspürt die Linkshänderin, die vor gut einer Woche in Linz ihren ersten Turniersieg 2013 feierte, auch eine Art Genugtuung.

"Ich habe es meinen Kritikern gezeigt. Ich bestätige jetzt seit zwei Jahren, dass ich da oben mitspielen kann, und stehe seitdem in den Top Ten. Ich muss mich vor niemandem verstecken." Auch vor einer Serena Williams nicht.

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