Angelique Kerber feierte 2012 ihren ersten Turniersieg auf der WTA-Tour © imago

Zum zweiten Mal steht Angelique Kerber im Saisonfinale der besten acht Spielerinnen. Bei SPORT1 wagt sie einen Blick voraus.

Von Benjamin Bauer und Jonas Nohe

München - Als Weltranglisten-92. reiste Angelique Kerber vor gerade einmal zwei Jahren zu den US Open nach New York.

Runde um Runde kämpfte sie sich als ungesetzte Spielerin durchs Feld und sorgte für die ein oder andere Überraschung. Erst im Halbfinale war gegen die spätere Siegerin Samantha Stosur aus Australien Endstation.

Seitdem hat die Karriere der Linkshänderin eine rasante Entwicklung genommen. 2012 gewann sie ihre ersten beiden Turniere auf der WTA-Tour und stürmte ins Halbfinale von Wimbledon.

Am Jahresende gehörte sie längst zu den zehn besten Tennisspielerinnen der Welt und qualifizierte sich für das Saisonfinale der besten acht Spielerinnen in Istanbul. Nach drei Niederlagen musste die Kielerin dort aber schon nach der Vorrunde die Segel streichen.

Mit dem dritten Turniersieg ihrer Karriere in Linz (Bericht) sicherte sich Kerber auch in diesem Jahr wieder das Ticket nach Istanbul (täglich im LIVE-TICKER). Dabei profitierte die Weltranglisten-Neunte von der verletzungsbedingten Absage Maria Scharapowas.

Vor ihrem zweiten Auftritt in der türkischen Metropole spricht sie im SPORT1-Interview über ihre Erwartungen ans Saisonfinale, Wetten mit ihrem Coach und einen deutschen Grand-Slam-Sieg 2014.

SPORT1: Frau Kerber, zum zweiten Mal sind Sie nun beim Masters dabei. Rechnen Sie sich mit der Erfahrung in diesem Jahr mehr aus als bei der Premiere?

Angelique Kerber: Ich versuche mir da nicht so viel Druck zu machen und mir konkrete Ziele zu setzen. Sicherlich hilft mir, dass ich im letzten Jahr schon dabei war und so schon Erfahrung mitbringe. Etwas besser als im letzten Jahr wäre allerdings schön.

SPORT1: Die gesamte Saison über spielen Sie eine K.o.-Runde nach der anderen. In Istanbul ist der Modus ein anderer, es wird in zwei Gruppen gespielt. Was halten Sie eigentlich davon? Gern gesehene Abwechslung oder ungewohnte Umstellung?

Kerber: Ich gehe in jedes Match hinein, um mein Bestes zu geben - egal ob Gruppenspiel oder K.o.-Match. Aber es ist natürlich gut, dass man bei einer Niederlage nicht automatisch ausgeschieden ist und so drei Matches vor einer tollen Kulisse gegen absolute Weltklasse-Spielerinnen garantiert hat.

SPORT1: Früher ging das Masters im Finale über drei Gewinnsätze. Auch die WTA treibt das Thema für die Grand Slams an. Sind Sie dafür oder dagegen?

Kerber: Ich nehme es, so wie es kommt. Aber ich denke, dass wir fit und stark genug sind, um fünf Sätze bzw. drei Gewinnsätze zu spielen.

SPORT1: Die letzten beiden Jahre waren mit dem rasanten Aufstieg in die Weltspitze sehr turbulent. Welche Saison war lehrreicher für Sie?

Kerber: Beide Saisons waren auf unterschiedliche Art und Weise sehr lehrreich für mich. Ende 2011 und 2012 hatte ich einen unglaublichen Lauf und bin im Ranking nach oben geklettert. In diesem Jahr ging es darum, die Ergebnisse zu bestätigen und einer neuen, gestiegenen Erwartungshaltung standzuhalten.

SPORT1: Daher ist der Druck von außen nach dem starken Jahr 2012 auch sehr groß geworden. Hatten Sie mal das Gefühl, dass es zu viel ist? Haben Sie das in manchen Partien gespürt?

Kerber: Den Druck habe ich eigentlich bis Wimbledon immer gespürt. Nach meinem frühen Ausscheiden habe ich mir gedacht, dass es so nicht weitergehen kann und bin erst mal für ein paar Tage in Urlaub gefahren. Ich wollte einfach wieder befreiter auf den Platz gehen und den Spaß am Tennis wieder zulassen. Das hat ja dann auch gut geklappt.

SPORT1: Immer wieder hört man von Wetten zwischen Ihnen und Ihrem Coach Torben Beltz. Um welchen Wetteinsatz geht es beim Masters und wer hat bisher mehr gewonnen?

Kerber: Bisher gab es noch keine Wette. Die genaue Bilanz unserer Wetten kenne ich leider nicht.

SPORT1: Nach Istanbul gibt es eine Pause. Was gönnen Sie sich da? Gibt es einen ausgedehnten Urlaub?

Kerber: Ja, ich werde gleich nach dem Turnier in Urlaub fahren und abschalten. Die Vorbereitung auf die neue Saison kommt dann auch wieder schneller als man denkt.

SPORT1: Würden Sie Geld auf eine deutsche Grand-Slam-Siegerin 2014 setzen?

Kerber: Ich wette nie um Geld. Allerdings würde ich eine deutsche Grand-Slam-Siegerin 2014 nicht ausschließen.

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