Sechs Wochen nach ihrem Wimbledon-Sieg beendet Marion Bartoli ihre Karriere. Konkrete Pläne für die Zukunft hat sie noch nicht.

Cincinnati - Zur Ruhe kam Marion Bartoli in den Stunden nach ihrem überraschenden Rücktritt nicht: "Hallo an alle, es ist 4.55 Uhr morgens, ich kann natürlich nicht schlafen, lese eure Nachrichten und habe Tränen in den Augen", twitterte sie: "Danke für eure Liebe."

Es war auch ein "Big hug", eine dicke Umarmung, von Sabine Lisicki dabei, ihrer unterlegenen Gegnerin im Wimbledonfinale.

"Du hattest eine unglaubliche Karriere und hast deinen Traum Wirklichkeit werden lassen", twitterte die Berlinerin: "Ich wünsche dir nur das Beste, Mädchen. Viele Erinnerungen werden bleiben."

"Ich kann einfach nicht mehr"

Das Ende war ganz unspektakulär und damit ganz nach dem Geschmack von Marion Bartoli. "Das war mein letztes Match", sagte die 28-jährige Französin nach ihrer Auftaktniederlage gegen die Rumänin Simona Halep in Cincinnati: "Ich habe ganz deutlich gespürt, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Mein Körper kann nicht mehr."

Noch keine sechs Wochen ist es her, da kniete Bartoli auf dem heiligsten Grün des Tennis und ließ sich feiern. "Alles lief ganz langsam vor meinen Augen ab. Ich sah den Ball fliegen, dann den Staub der Linie aufsteigen. Es war ein Ass, und ich wusste: Ich habe Wimbledon gewonnen", erzählte sie nach dem 6:1, 6:4 im Finale gegen Lisicki später. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Und nun soll alles vorbei sein? "Ja, ich kann einfach nicht mehr, nach einem Match tut mir alles weh." Die Achillessehne, die Schulter, der Rücken: "Nach spätestens einer Stunde Tennis kommen die Schmerzen."

Erster Sieg im 47. Major-Turnier

Dennoch sei ihr die Entscheidung keinesfalls leichtgefallen: "Ich habe jahrelang nur Tennis gespielt, aber ich musste schon die allerletzten Grenzen meines Körpers verschieben, um mir meinen Kindheitstraum in Wimbledon zu erfüllen."

Die unorthodox spielende Rechtshänderin mit dem langen Zopf und dem IQ von 175 wurde im All England Club für endlose Jahre harter Arbeit belohnt.

47 Mal musste die Französin mit der beidhändigen Vor- und Rückhand an einem Major-Turnier teilnehmen, um endlich ganz oben zu stehen. Mehr Zeit hat bislang noch keine Spielerin für ihren ersten Triumph bei einem der vier großen Turniere benötigt.

Erst Anfang 2013 hatte sich "Madame Einstein" von ihrem dominanten Vater Walter losgesagt. Der Arzt hatte seine Tochter als Autodidakt mit unkonventionellen Trainingsmethoden in die Weltspitze geführt. (DATENCENTER: Die WTA-Weltrangliste)

Mauresmo löst den Knoten

"Wir haben überhaupt nicht nachvollziehen können, was die da machen", erinnert sich Christian Rauscher, Head Athletic Coach der Akademie von Alexander Waske und Rainer Schüttler bei blank"">SPORT1.fm

: "Er hat sie teilweise am Zaun angebunden, wollte die Vorhandbewegung isoliert trainieren."
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