Andrea Petkovic sucht ihre Form
Petkovic verbessert sich durch den Finaleinzug auf Platz 50 der Weltrangliste © getty

Nach dem Finale belohnt sich Andrea Petkovic mit serbischem Essen. Das nächste Turnier muss sie absagen - weil sie zu gut ist.

Washington/Frankfurt - Nachdem die Krönung von Washington ausgeblieben war, tröstete sich Andrea Petkovic mit zwei Leckerbissen der besonderen Art.

Zunächst bejubelte die Hessin nach ihrer 4:6, 6:7 (2:7)-Finalniederlage gegen die Slowakin Magdalena Rybarikova (Bericht) den überraschenden Pokalerfolg des Drittligisten Darmstadt 98 gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach (5:4 i.E.).

"Der absolute Hammer", sagte die 25-Jährige über den Erfolg ihrer "Lilien".

Petkovic feiert in serbischem Restaurant

Wenig später suchte Petkovic die kulinarische Ablenkung in den Straßen der amerikanischen Hauptstadt.

"Wir waren in einem wahnsinnig guten serbischen Restaurant essen und haben dort ein bisschen gefeiert", sagte die Darmstädterin und präzisierte: "Mit gefeiert meine ich: Einfach unglaublich viel und fettig gegessen."

Ziel: Rückkehr in die Top Ten

In den Stunden danach hatte "Petko" Mühe neben den Leckerbissen (Cevapcici) auch den Frust über den verpassten dritten Titel auf der WTA-Tour zu verdauen.

"Ich hätte hier gerne gewonnen, um wirklich das Gefühl zu haben, zurück zu sein", sagte Petkovic.

Zurück zu sein - das bedeutet für die einstige Nummer neun der Welt, konkurrenzfähig zu sein, um ihren Anspruch auf die Top Ten untermauern zu können.

Drittes Finale innerhalb der letzten Monate

In den Tagen von Washington D.C. hat sie dies nachdrücklich getan. Petkovic besiegte auf dem Weg in ihr insgesamt siebtes Endspiel unter anderem die höher platzierte Fed-Cup-Kollegin Mona Barthel (Bad Segeberg) und ihre französische Angstgegnerin Alize Cornet.

Der Lohn: Der Sprung von Rang 64 auf auf Platz 50 der Weltrangliste.

"Ganz ehrlich: Vor knapp vier Monaten hätte ich es sofort unterschrieben, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich in den kommenden Monaten in drei Finals stehen werde", beteuerte Petkovic, die im Juni das ITF-Turnier in Marseille gewonnen hatte und danach im Endspiel der WTA-Veranstaltung in Nürnberg stand. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Comeback des Petko-Dance

Kein Wunder also, dass in der US-Metropole der "Petko-Dance" nach über zweijähriger Abstinenz und nach vier schweren Verletzungen wieder ins Repertoire der Einser-Abiturientin aufgenommen wurde.

"Es ist Andys Art, ihr Glücklichsein zu teilen", meinte Bundestrainerin Barbara Rittner über die Tanz-Renaissance.

Niederlage "sehr bitter"

Petkovic gab sich trotz aller Zufriedenheit über ihre Entwicklung seit der Meniskus-OP zu Beginn der Saison aber auch selbstkritisch: "Ich muss noch viel lernen, um den nächsten Titel holen zu können. Ich war diesmal einfach noch nicht so weit."

Die 25-Jährige machte auch keinen Hehl daraus, dass die Finalniederlage "sehr bitter" war.

Petkovic fühlt sich fit für US Open

Nach eigener Einschätzung ist sie noch "ein gutes Stück" entfernt von der Konstanz, mit der sie 2011 den Sprung in die Top Ten schaffte und als einzige Spielerin bei drei der vier Grand-Slam-Turniere mindestens das Viertelfinale erreichte.

"Ich arbeite jeden Tag an mir, um wieder dahin zu kommen. Und ich spüre, wie ich jeden Tag ein bisschen besser werde", erklärte Petkovic, die sich für die US Open in New York (26. August bis 9. September) gerüstet sieht.

US-Presse tauft Petko "Königin der Nacht"

Ein bisschen aber staunt die "Königin der Nacht", wie sie die US-Presse nach ihrem Halbfinalerfolg um 2 Uhr in der Nacht gegen Cornet taufte, manchmal noch über sich selbst.

"Mein Tennis ist teil- und zeitweise schon wieder auf einem unglaublich hohen Niveau", meinte Petkovic.

Zuletzt hatte sie im Mai 2011 in Straßburg einen Turniersieg auf der WTA-Tour gefeiert.

Der erste Erfolg war der ehemaligen Weltranglistenneunten 2009 in Bad Gastein gelungen.

Nächster Halt: Cincinnati

Vor den US Open steht in der kommenden Woche die Teilnahme am Turnier in Cincinnati an.

Das seit Montag laufende Event in Toronto musste sie absagen.

Der Grund dafür war erfreulicher Natur: Petkovic hätte in Kanada in die Qualifikation gemusst, hatte dies zeitlich aber wegen ihrer überraschenden Finalteilnahme in Washington nicht bewerkstelligen können.

Petkovic peilt Top 32 an

Nächstes Ziel der Hessin ist es, den Spung unter die Top 32 zu schaffen, um bei den Grand-Slam-Turnieren gesetzt zu sein. Aber auch das soll nur eine Zwischenstation sein.

"Ich will", betonte Petkovic, "dahin zurück, wo ich schonmal war. Meine Ansprüche haben sich nämlich trotz allem nicht geändert." Erst recht nicht nach der so knapp verpassten Krönung von Washington. (DATENCENTER: Die WTA-Weltrangliste)

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