Sabine Lisicki gewann ihr erstes Turnier auf der WTA-Tour im April 2009 in Charleston © getty

Eine Erkrankung kostet Sabine Lisicki die Chance auf ihren vierten WTA-Titel. Doch dies ist nur einer von vielen Rückschlägen.

Memphis/München - Auch ein entspannter Morgen vor dem Finale konnte Sabine Lisicki am Ende nicht mehr retten.

Trotz eines "schönen Spaziergangs" und "einigen Tassen heißen Tees" war der Akku abends leer. Die Berlinerin musste im Finale des WTA-Turniers in Memphis/Tennessee gegen die Neuseeländerin Marina Erakovic nach dem mit 1:6 verlorenen ersten Satz entkräftet aufgeben.

Und als trotz aller Anstrengungen der Traum vom vierten Sieg auf der WTA-Tour geplatzt war, brach sie auf dem Stuhl erschöpft in Tränen aus.

"Es ist traurig, dass ich aufgeben musste, aber ich war an den letzten drei Tagen krank. Ich habe alles gegeben", schrieb Lisicki nach dem für sie bitteren Ende der mit 235.000 Dollar (rund 176.000 Euro) Veranstaltung bei "Twitter".

Zweites Finale in 2013

Erst als sie Minuten später bei der Siegerehrung den Silberteller für die unterlegene Finalistin in den Händen hielt, konnte sie wieder lächeln.

"Jetzt geht es ab ins Bett und dann morgen auf die Heimreise", teilte die 23-Jährige nach ihrem zweiten Finale binnen vier Wochen mit.

Ende Januar stand sie in Pattaya/Thailand ebenfalls im Endspiel. Doch da verhinderte die Russin Maria Kirilenko, die Verlobte des russischen Eishockeystars Alexander Owetschkin, den ersten Turniersieg der deutschen Fed-Cup-Spielerin seit August 2011 in Dallas/Texas (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Damals scheiterte sie an den Nerven, dieses Mal war es wieder einmal der Körper.

Nicht die erste Aufgabe

2009 wurde sie bei den US Open mit verletztem Knöchel vom Platz getragen. Ein Jahr später konnte sie wegen einer wieder aufgebrochenen Verletzung von April bis September nicht spielen.

In der Weltrangliste fiel sie auf Position 230 zurück. Über zweitklassige Turniere musste sie sich wieder nach oben spielen. Vor Memphis wurde Lisicki auf Position 40 geführt (DATENCENTER: Die WTA-Weltrangliste).

Starkes Comeback 2011

Doch nach dem Seuchenjahr 2010 war noch nicht Schluss: Bei den French Open 2011 brach sie nach ihrer Zweitrunden-Niederlage gegen Vera Swonarewa zusammen und verriet anschließend, dass sie an einer Gluten-Allergie leide.

Rechtzeitig zur Rasensaison kehrte sie zurück, gewann in Birmingham und erreichte in Wimbledon das Halbfinale.

Premierensieg für Erakovic

Von ihrem neuerlichen Rückschlag will sich Lisicki nicht unterkriegen lassen.

"Die nächsten Finals werden kommen", sagte Lisicki, die ihre Bezwingerin artig beglückwünschte: "Marina hat ein großartiges Turnier gespielt, ich möchte ihr zum ersten Sieg gratulieren."

Die in Split geborene Erakovic feierte ihren ersten Sieg auf der Tour und den ersten WTA-Titel für Neuseeland seit 1989. Da hatte Belinda Cordwell in Singapur gewonnen.

Damals war Erakovic gerade mal ein Jahr alt.

Gitarren-Schläger als Geschenk

Erakovic weiß um die Bedeutung ihres Erfolges für ihre neue Heimat.

"Das bedeutet schon etwas für Neuseeland. Wir sind ein kleines Land mit nur vier Millionen Einwohnern. Aber immer, wenn ich irgendwo in der Welt unterwegs bin, erhalte ich große Unterstützung von den Menschen. Das ist großartig", sagte die 24-Jährige, die neben dem Siegerscheck über 40.000 Dollar das passende Geschenk erhielt: einen Tennisschläger in Form einer Gitarre.

Dieses Instrument spielt sie selbst und hat auf ihren Reisen auch immer eine im Gepäck.

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