Serena Williams hat in ihrer Karriere bislang 47 Turniere auf der WTA-Tour gewonnen © getty

Serena Williams kehrt zurück an die Spitze und ist die älteste Nummer eins der WTA-Geschichte. Asarenka zeigt riesigen Respekt.

Doha/München - Serena Williams hatte es prophezeit.

"30 ist das neue 20", zitierte die Amerikanerin unlängst die Weisheit aus der TV-Serie "Sex and the City".

Jetzt dient Williams als bestes Beispiel dafür. Mit 31 Jahren, vier Monaten und 24 Tagen ist die 15-malige Grand-Siegerin ab Montag die bislang älteste Nummer eins der WTA-Weltrangliste.

Erstmals seit Oktober 2010 kehrte Serena Williams auf den Tennis-Thron zurück - und zeigte sich beim Turnier in Doha überglücklich: "Ich habe so viel durchgemacht und hätte nie gedacht, dass ich das nochmal nach ganz vorne schaffe", sagte die Olympiasiegerin, die vor zwei Jahren eine lebensgefährliche Lungenembolie erlitten hatte.

"Es fühlt sich so gut an"

Knapp elf Jahre, nachdem sie im Juli 2002 erstmals das Ranking angeführt hatte, ist Serena Williams auch auf dem Papier wieder da, wo sie nach ihrem Anspruch auch hingehört: ganz oben.

Im fortgeschrittenen Alter aber entdeckte die US-Open-Gewinnerin nach dem Sprung zurück an die Spitze ganz neue Seiten an sich.

"Es war für mich total unerwartet, dass ich nicht aufhören konnte zu weinen", sagte Williams nach ihrem Viertelfinalsieg gegen die Tschechin Petra Kvitova (3:6, 6:3, 7:5) in Doha mit gebrochener Stimme: "Zurück auf die Eins - und es fühlt sich so gut an."

Großes Lob von Asarenka

Ihre Ausnahmestellung stellte die Rechtshänderin aus Florida auch bei ihrem Halbfinalsieg gegen Maria Scharapowa aus Russland (6:3, 6:2) unter Beweis (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Im Endspiel des Hartplatzturniers musste sich Williams am Sonntag dann geschlagen geben, 6:7 (6:8), 6:2, 3:6 unterlag sie der bisherigen Weltranglistenersten Viktoria Asarenka.

Doch selbst die entthronte Weißrussin zog vor der Amerikanerin den Hut.

"Serena ist eine Legende. Sie hat den Tennissport auf ein neues Level gebracht", meinte Melbourne-Siegerin Asarenka und lachte über die Aussage von Williams.

Diese hatte gesagt, sie fühle sich momentan "nicht wie 31", sondern wie 22: "Dann ist Serena ja jünger als ich", stellte die 23-jährige Asarenka fest.

"Kann nur versuchen sie zu ärgern"

Williams war nach ihrer Traumsaison 2012 mit Siegen in Wimbledon, bei den US Open, bei den Olympischen Spielen und beim WTA-Masters in Istanbul längst die gefühlte Nummer eins.

"Serena ist eine, die man nicht schlagen kann, wenn sie gut drauf ist. Man kann dann nur versuchen, sie zu ärgern", sagte Angelique Kerber (Kiel) über die jüngere Williams-Schwester, die in ihrer Karriere bislang 42,24 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro) an Preisgeldern kassiert hat.

Zweifel bei Williams

Mit der nötigen Reife scheint Williams inzwischen auch offener für Veränderungen. Seit dem vergangenen Sommer sitzt als Coach Patrick Mouratoglou in ihrer Box.

Unlängst erschienen Fotos, die Williams und den Franzosen händchenhaltend beim Einkaufen zeigten.

Fester Bestandteil des Williams-Universums ist seit über sechs Jahren Sascha Bajin. Der Münchner fungiert als Hitting Partner des Stars. Und Bajin erlebt an ihr auch die Seite, die die Öffentlichkeit nicht kennt.

"Serena ist ein Mädchen wie jedes andere. Auch sie zweifelt manchmal an sich", sagte Bajin.

Bei seiner Familie im Reihenhaus in Feldmoching war Williams natürlich auch schon zu Besuch. Mutter und Oma Bajin verwöhnten den berühmten Gast mit Schnitzel und Kartoffelsalat - und die ewig junge Serena strahlte.

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