Sabine Lisickis höchste Platzierung in der Weltrangliste war Platz zwölf © getty

Nach ihrem Ausrutscher bei den French Open verpackt Sabine Lisicki ihre Enttäuschung in Tränen. Die Zeit bis Wimbledon schwindet.

Paris - Sabine Lisicki weinte hemmungslos und drückte in ihrer Verzweiflung die Eispackung noch ein bisschen fester auf das schmerzende Handgelenk.

Dem Ausrutscher von Paris folgte für das Tennis-Sorgenkind der Nation der neuerliche Sturz ins Tal der Tränen. Gut drei Wochen vor "ihrem" Wimbledon-Turnier erlebte die letztjährige Finalistin den nächsten Rückschlag.

Ein unglücklicher Sturz im Zweitrundenmatch der French Open (täglich ab 11 Uhr im LIVE-TICKER) gegen ihre Landsfrau Mona Barthel - und schon war die Seuchensaison von Lisicki um ein trauriges Kapitel reicher.

"Schlimmer geht es nicht mehr"

"Ich bin hängen geblieben und mit der Hand auf den Beton gefallen. Dann ist noch mein Körper oben draufgefallen", schilderte die Berlinerin mit tränenerstickter Stimme die entscheidende Szene. Ihr Fazit: "Schlimmer geht es nicht mehr. Zumal ich vorher noch nie auf die Hand gefallen bin."

Nach einer rund einwöchigen Pause soll Lisicki aber wieder mit dem Training beginnen können, gebrochen ist jedenfalls nichts.

Nach dem ersten verlorenen Spiel im Auftaktsatz, beim Stand von 15:15, war die gerade erst von einer Grippe genesene Rechtshänderin nach einem Vorhandschlag ins Straucheln geraten und am Spielfeldrand auf die rechte Schlaghand geknallt. Ein eilig angelegter Tapeverband brachte kaum Besserung.

Barthel hat Mitleid

"Ich konnte danach den Schläger nicht mehr halten und weder Aufschlag noch Vorhand richtig spielen. Es tut unglaublich weh", berichtete die 24-Jährige schluchzend. Der Vorrat an Papiertaschentüchern im Presseraum 2 schwand zusehends.

Zwar spielte die gehandicapte Lisicki noch bis zum 1:6, 0:3 weiter, dann hisste die Weltranglisten-17. frustriert die weiße Flagge.

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Barthel zeigte Mitgefühl. "Es tut einem im Herzen weh, wenn man so etwas sieht. Das wünscht man keinem Gegner, besonders Sabine nicht", sagte die Nummer 74 des Rankings nach ihrem ersten Drittrundeneinzug in Paris. (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

Dort trifft Barthel am Freitag auf Pauline Parmentier (Frankreich).

Lisicki im Teufelskreis

Lisicki indes merkte man in den Stunden nach dem Malheur die Angst davor an, dass sie nicht mehr rechtzeitig fit werden könnte - für Wimbledon. Für ihren Saisonhöhepunkt, für ihr Turnier, das das Leben von "Bum Bum Bine" im vergangenen Juli so schlagartig veränderte. Es würde irgendwie ins Bild passen.

Seit dem unvollendeten Londoner Sommermärchen befindet sich Lisicki im Teufelskreis: Keine Siege, kein Selbstvertrauen - kein Selbstvertrauen, keine Siege. Im Saison-Ranking ("Road to Singapore") wird sie nur an Position 63 geführt - als fünftbeste Deutsche. Acht Siegen stehen 2014 acht Niederlagen gegenüber.

Gerüchte um mangelnde Fitness

Bei 17 Turnieren seit ihrer Finalteilnahme in Wimbledon waren Lisicki im Einzel lediglich beim Halbfinaleinzug in Luxemburg im Oktober 2013 einmal drei Erfolge in Serie geglückt. Zudem konnte sie in der laufenden Saison bereits zu drei Matches aus Krankheits- beziehungsweise Verletzungsgründen nicht antreten. Und nun der Sturz von Paris.

Kritiker werden dem Blondschopf nun wieder mangelnde Fitness vorwerfen. Mit ihrer Beziehung zu Comedian Oliver Pocher hatte Lisicki zuletzt für Boulevard-Schlagzeilen gesorgt. Die Bollettieri-Schülerin weist aber weiterhin hartnäckig Vorwürfe zurück, sie würde sich nicht genug dem Tennis widmen.

Lisicki darf Wimbledon eröffnen

"Ich arbeite hart genug, in diese Ecke lasse ich mich nicht stellen", hatte Lisicki jüngst betont.

Die Berlinerin wird nichts unversucht lassen, fit an die Church Road zu kommen. Aber auch Wimbledon braucht seine letztjährige Finalistin.

Weil traditionell die Titelverteidiger das bedeutendste Tennisturnier der Welt eröffnen und Siegerin Marion Bartoli (Frankreich) ihre Karriere mittlerweile beendet hat, dürfte Lisicki ran. Wenn sie denn kann. Fortsetzung folgt.

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