Eugenie Bouchard gewann 2014 in Nürnberg
Bouchard gewann 2012 die Junioren-Konkurrenz von Wimbledon © getty

Genie Bouchard ist die Durchstarterin im Damentennis. Bei den French Open trifft Sie auf Julia Görges. Bei SPORT1 spricht sie.

Von Stefan Schnürle

München/Paris - Sie ist das womöglich heißeste Talent, das das Damentennis zu bieten hat.

Eugenie Bouchard, genannt "Genie", 20 Jahre alt - und in Hochgeschwindigkeit auf dem Weg nach oben.

Im vergangenen Jahr kletterte die Kanadierin von Platz 144 auf 32 in der Weltrangliste und wurde von der WTA zur Newcomerin des Jahres gewählt (DATENCENTER: WTA-Weltrangliste).

In diesem Jahr schaffte sie es bei den Australian Open bis ins Halbfinale und holte vergangene Woche in Nürnberg ihren ersten Turniersieg.

Auch in der ersten Runde der French Open machte Bouchard mit der Israelin Shahar Peer kurzen Prozess, triumphierte mit 6:0, 6:2 (DATENCENTER: French Open). In Runde zwei wartet Julia Görges in einem Duell der Tennis-Schönheiten (Mi., ab 11 Uhr LIVE-TICKER).

Außerhalb des Platzes fällt Bouchard ebenfalls auf: Als emsige Social-Media-Nutzerin - und als begehrtes Fotomotiv für Magazine.

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Im SPORT1-Interview spricht Bouchard - über ihr Auf und Ab auf Sand, ihre "Genie-Army" - und was sie mit Deutschland verbindet.

SPORT1: Frau Bouchard, Sie haben kürzlich verraten, dass Sie die Mentalität der Deutschen mögen - und das Essen.

Eugenie Bouchard: Ja, ich liebe die Brezeln. Ich esse sie jeden Tag. Und natürlich das Snitzl...?

SPORT1: Schnitzel.

Bouchard: Ja, das Schnitzel ist natürlich berühmt. Aber ich kann es nicht oft essen, weil es nicht sehr gesund ist.

SPORT1: Was genau schätzen Sie denn an der deutschen Mentalität?

Bouchard: Ich würde sagen, Ihr seid sehr offen und unkompliziert. Ihr redet nicht um den heißen Brei um. Das schätze ich, denn ich bin auch so gestrickt. Ich mag, dass Ihr einfach sagt, was Ihr denkt. Ich sehe oft Deutsche, die so zielstrebig durch den Flughafen laufen und denke immer: Wow! (lacht)

SPORT1: Sie reden nicht nur offen, Sie handeln auch etwas unkonventionell. Vor dem Fed-Cup-Duell mit der Slowakei weigerten Sie sich, für ein Foto die Hand ihrer Gegnerin zu schütteln und ihr viel Glück zu wünschen. Nicht wenige hielten das für respektlos.

Bouchard: Für mich war es war seltsam, die Hand meiner Gegnerin vor dem Match schütteln zu sollen. Nach dem Match gebe ich jeder Spielerin die Hand. Ich fand einfach, dass das Foto nicht cool war. Es sollte nicht respektlos gegen irgendeine Spielerin sein. Ich möchte nur meiner Gegnerin nicht vor dem Spiel viel Glück wünschen. Nach dem Match können wir sagen "gut gespielt" und die Hände schütteln.(SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen).

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SPORT1: Vor dem Sieg in Nürnberg sind Sie bei den Sandplatzturnieren in Oeiras, Madrid und Rom früh gescheitert. War es schwer, sich auf den Sand in Europa einzustellen?

Bouchard: Na ja, ich hatte ein paar gute Gegnerinnen, die gerne auf Sand spielen. Natürlich bevorzuge ich schnellere Beläge, aber ich hatte auch schon gute Resultate auf Sand. Sicher waren das ein paar harte Wochen, doch ich habe auch viel gelernt. Es motiviert, hart zu arbeiten.

SPORT1: Sie mussten die drei Turniere ohne ihren Coach Nick Saviano bestreiten, der erst in Nürnberg dazu gestoßen ist. Wie wichtig ist es, dass er endlich wieder bei Ihnen ist?

Bouchard: Ich bin sehr froh, dass er da ist, denn er hilft mit sehr. Er reist leider nicht ständig mit mir, weshalb ich so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringe, wenn er da ist. Er weiß viel und kann daher auch auf den Platz kommen, um mir Tipps zu geben.

SPORT1: Ihr Idol ist Roger Federer. Hätten Sie ihn auch gern mal in Ihrem Trainerteam?

Bouchard: (lacht) Würde das nicht jeder gerne sehen wollen?

SPORT1: Maria Scharapowa - die einen ähnlich aggressiven Spielstil hat - verglich ihre Bewegung auf Sand einmal mit einer Kuh auf Eis. Nun gewinnt sie regelmäßig große Sandplatzturniere. Macht ihr jüngster Erfolg Ihnen Mut, dass auch Sie in Zukunft große Erfolge auf Sand feiern können?

Bouchard: Ich habe mich auf Sand eigentlich immer wohl gefühlt. Du kannst auf jedem Belag Auf und Abs haben. Klar habe ich ein aggressives Spiel, aber ich kann auch verteidigen und mich gut bewegen. Ich glaube an mich selbst und denke, dass ich auf jedem Belag gut spielen kann.

SPORT1: Ihre Fangruppe - die "Genie Army" - hat bei den Australian Open mit der Tradition begonnen, Plüschtiere nach ihren Partien auf den Court zu werfen. Gibt es ein Tier, dass noch in ihrer Sammlung fehlt?

Bouchard: Meine Lieblingstiere sind Affen. Aber nachdem ich das verriet, bekam ich einige Affen geschenkt. Damit bin ich also vorerst versorgt. Was ich gerne haben würde, ist ein Elefant. Also schreiben Sie das, dann werde ich vielleicht bald einen Elefanten bekommen (lacht).

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