Boris Becker (r.) ist seit Dezember Trainer von Novak Djokovic © getty

Novak Djokovic will mit einem Erfolg in Paris seinen Grand Slam vollenden - und schaffen, was Boris Becker versagt blieb.

Paris - Der Sandkönig höchstpersönlich zog vor dem Pariser Showdown noch einmal den Hut vor seinem härtesten Widersacher.

"Ich finde es großartig, wie er sich für die notleidenden Menschen in seiner Heimat engagiert. Respekt", lobte Titelverteidiger Rafael Nadal den unermüdlichen Novak Djokovic kurz vor den am Sonntag beginnenden French Open (täglich ab 11 Uhr im LIVE-TICKER).

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Flutkatastrophe in der Heimat

Für den serbischen Schützling von Boris Becker war es zuletzt eine Herzensangelegenheit, seinen von einer Flutkatastrophe betroffenen Landsleuten auf dem Balkan zu helfen.

Das Preisgeld (550.000 Euro) seines Master-Triumphes in Rom - übrigens gegen Nadal - spendete der Weltranglisten-Zweite vor einer Woche spontan.

Dass er auch danach nicht müde wurde, an allen Fronten um Unterstützung für die Opfer zu werben und selbst noch einmal in die Tasche griff, sagt viel aus über den Charakter des Novak Djokovic.

An die Chance glauben

Der seit Donnerstag 27-Jährige ist einer, der sich mit Leib und Seele bestimmten Dingen verschreibt. Und dabei immer authentisch bleibt.

Ab Sonntag heißt seine zweiwöchige Mission erst einmal: "Paris erobern". Australian Open, Wimbledon, US Open? Alles schon mindestens einmal gewonnen (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen).

Der Triumph in Roland Garros aber fehlt dem "Djoker" noch in seinem Grand-Slam-Portfolio. "Ich gebe nicht auf, an meine Chance zu glauben", sagte der sechsmalige Major-Gewinner.

Keiner wie Sampras, Edberg - oder Becker

Coach Becker macht dann auch keinen Hehl aus dem Auftrag seines Schützlings. "Das Ziel ist es, die French Open zu gewinnen. Da braucht man nicht um den heißen Brei reden", sagte der dreimalige Wimbledonsieger bei "Bild".

Becker weiß, wovon er spricht. Immerhin blieb es auch dem "Roten Baron" versagt, auf den berühmten Sandplätzen am Bois de Boulogne den Titel zu holen.

Wie übrigens auch den Ikonen Pete Sampras, John McEnroe oder Stefan Edberg.

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Probleme mit der Psyche

Der werdende Vater Djokovic will nicht auf dieser Liste der irgendwie Unvollkommenen landen. Auch deshalb hatte er im Dezember 2013 Becker verpflichtet.

Der mit allen Wassern gewaschene Weltenbummler soll dem Serben das mentale Rüstzeug für die Geduldsproben auf der roten Asche geben.

"Im vergangenen Jahr gab es einige wichtige Matches, in denen ich meine Chancen nicht genutzt habe", meinte Djokovic: "Das war kein spielerisches, sondern ein psychisches Problem. Daran habe ich mit Boris intensiv gearbeitet."

Nadal in Paris fast unschlagbar

Offenbar mit Erfolg. Im Finale von Rom am vergangenen Wochenende besiegte "Nole" Sandplatzkönig Nadal auf dessen Schokoladenbelag.

Jenen Nadal, der bei den French Open mit acht Titeln in den vergangenen neun Jahren Rekordsieger ist und in Paris nur eins seiner insgesamt 60 Matches verloren hat (2009 im Achtelfinale gegen Robin Söderling/Schweden).

Siege auf Sand gegen Nadal

Im vergangenen Jahr war Djokovic dicht dran. Doch in einem irrwitzigen Halbfinale gegen Nadal behielt der Spanier mit 9:7 im entscheidenden Satz die Oberhand.

"Es war einer der schwersten Momente meiner Karriere. Aber irgendwann werde ich hoffentlich auch in Paris gewinnen", sagte Djokovic rückblickend.

Und die Zeichen stehen diesmal nicht schlecht, die Scharte auszuwetzen. Die Nummer zwei des Rankings hat gegen Branchenführer Nadal die vorangegangenen vier Duelle gewonnen.

Von den letzten drei Vergleichen auf Sand siegte Djokovic zweimal. Nadal schwächelt derzeit auch auf seiner geliebten Asche.

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Perfekte Einstellung

Becker jedenfalls ist vor der Mission Eiffelturm optimistisch. Einstellung und Psyche seien "perfekt", dazu bringe Djokovic mit mehr Aggressivität und einer anderen Spielposition Nadal in Bedrängnis.

Einen Anteil daran beansprucht der 46-jährige Becker auch für sich: "Ich glaube, das ist auch der Grund, warum er mich in sein Team geholt hat. Tennisspielen brauche ich ihm nicht beizubringen."

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