Tommy Haas wurde bereits drei Mal an der Schulter operiert © getty

Tommy Haas schleppt sich mit lädierter Schulter zu den French Open - doch wie hält sie? Kerber gibt bei SPORT1 Entwarnung.

Düsseldorf/Paris - Die Strecke von München nach Prien kennt Tommy Haas beinahe im Schlaf.

Fast täglich nahm Deutschlands bester Tennisprofi in den vergangenen Wochen die A8 über Holzkirchen an den Chiemsee, um den Arzt seines Vertrauens zu sehen.

Bei Dr. Harald Gumbiller ließ Haas vor den French Open (ab So. täglich im LIVE-TICKER) seine chronisch lädierte Schulter behandeln - vor dem kräftezehrenden Grand Slam auf der roten Asche keine optimale Vorbereitung.

(SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

Kerber lässt sich durchchecken

Auch Angelique Kerber besuchte Gumbiller.

Beim Orthopäden vom Chiemsee ließ sich die Neunte der Weltrangliste "von oben bis unten durchchecken", wie sie verriet: "Rücken, Blut, sogar die Zähne: alles ist okay. Das ist wichtig für den Kopf."

Im SPORT1-Interview erklärt sie ihre Rückenbeschwerden für behoben: "Es ist alles gut, das war nichts Schlimmes, eher so eine Blockade, ein Hexenschuss. Jetzt bin ich wieder schmerzfrei." (EXKLUSIV: Angelique Kerber im SPORT1-Interview)

Von Bestform weit entfernt

Nach dem Fed-Cup-Trip ans andere Ende der Welt ist Kerber allerdings noch weit von ihrer Bestform entfernt.

Zuletzt scheiterte die 26 Jahre alte Kielerin beim Heimturnier in Nürnberg bereits im Viertelfinale. (DATENCENTER: WTA-Weltrangliste)

"Die Strapazen von Australien waren heftig. Mental als auch physisch. Wir wussten alle, dass das Einfluss auf unsere Sandplatz-Saison haben wird", sagte Kerber.

Bei SPORT1 versichert sie: "Ich würde das immer wieder tun, um jetzt im Fed-Cup-Finale zu stehen. Ich glaube, das haben wir uns auch verdient. Wir haben viel dafür geopfert, natürlich auch die Turniere danach."

Kerber zuversichtlich

Für die French Open ist Kerber aber guter Dinge: "Man muss bereit sein, man muss fit sein vom ersten Punkt an, den man da spielt - und ich denke das bin ich."

Sie geht als bestplatzierte Deutsche ins zweite Major des Jahres und trifft dort in Runde eins auf die Polin Katarzyna Piter.

[tweet url="//twitter.com/AngeliqueKerber"]

Nur eine OP vom Karriereende enfernt

Tommy Haas ist ihr Pendant in der Männer-Konkurrenz und froh, dass er in Roland Garros überhaupt aufschlagen kann.

Der Oldie schleppt sich mit seiner dreimal operierten Schulter durch die Saison, bereits dreimal gab er wegen der Schmerzen im Schlagarm ein Match auf.

"Wenn ich erneut operiert werden muss, kann ich den Schläger gleich an den Nagel hängen", sagt Haas und verweigert daher eine genaue Diagnose.

So gut auf den Beinen wie nie

Trainer Alexander Waske muss das akzeptieren und den Übungsplan nach der Schulter ausrichten.

"Sehr Fitnesslastig" sei die Vorbereitung gewesen, "Tommy sagt selbst, er habe sich selten so gut bewegt wie derzeit", sagte Waske.

Überhaupt habe er noch nie einen 36-Jährigen gesehen, der so gut auf den Beinen sei "wie Tommy".

[instagram url="//instagram.com/p/oRoETDwywD/embed/"]

Coup gegen Wawrinka teuer bezahlt

Beim Masters in Rom, als die Schulter noch hielt, bekam der Schweizer Stanislas Wawrinka, seines Zeichens Australian-Open-Champion, Haas' Lauf- und Spielstärke zu spüren.

Der gebürtige Hamburger bezwang den Weltranglistendritten, musste einen Tag später jedoch mit starken Schmerzen im Viertelfinale aufgeben.

[instagram url="//instagram.com/p/oFjfeWQyx0/embed/"]

Harte Herausforderung

"Wir müssen schauen, dass er sich gut von der Belastung erholt", sagte Waske vor dem Abflug nach Paris.

Er weiß, dass Haas' Schulter am Bois de Boulogne bei drei Gewinnsätzen deutlich härtere Herausforderungen zu bestehen hat.

Die erste Hürde: Jürgen Zopp aus Estland.

Weiterlesen