Philipp Kohlschreiber stand bei den US Open schon im vergangenen Jahr im Achtelfinale © getty

Der Augsburger hofft in Runde 3 der US Open auf eine Late-Night-Show wie 2012 - nur kürzer. Nadal wandelt auf Roddicks Spuren.

New York - Das Kopfkino hat bei Philipp Kohlschreiber schon begonnen. Die New Yorker Late-Night-Show von 2012 soll eine Fortsetzung bekommen, und der Augsburger will auch diesmal wieder die Rolle des Siegers übernehmen.

So wie im vergangenen September, als Kohlschreiber bei den US Open (täglich im ) Lokalmatador John Isner in einem Rekordmatch über fünf Sätze bezwang und ins Achtelfinale einzog.

Den Matchball im größten Tennis-Stadion der Welt verwandelte der Davis-Cup-Spieler damals mitten in der Nacht um 02.26 Uhr Ortszeit. Noch nie in der bisherigen Geschichte des Turniers war eine Partie später zu Ende gegangen.

"So viele Leute und Emotionen"

Nun geht es also wieder gegen den 2,08 Meter großen Aufschlagriesen Isner - vermutlich erneut auf einer der beeindruckendsten Bühnen dieser Sportart.

"Das war ein extrem tolles Gefühl damals. So viele Leute und Emotionen. Ich hoffe aber, dass es dieses Jahr schneller geht", sagte der an Position 22 gesetzte Kohlschreiber nach dem 6:3, 6:2, 5:7, 6:2 in der zweiten Runde gegen Edouard Roger-Vasselin (Frankreich). (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Herren)

"Kohli" weiß nur zu gut, dass am Samstag ein anderer John Isner als damals auf ihn wartet. "Er ist durch seine Erfolge in diesem Jahr vollgesaugt mit Selbstvertrauen. Man bekommt gegen John nicht viele Chancen, aber bei den Ralleys bin ich ihm wohl überlegen", sagte Kohlschreiber über die Nummer 17 der Welt.

Noch ohne Titel in dieser Saison

Isner hatte jüngst im Viertelfinale von Cincinnati Branchenführer Novak Djokovic (Serbien) besiegt. Doch auch Kohlschreiber ist mit seinem Status Quo zufrieden: "Ich habe eine gute Entwicklung gemacht."

Drei Finalteilnahmen stehen in diesem Jahr bislang für ihn zu Buche. Allerdings droht dem Wimbledon-Viertelfinalisten von 2012 erstmals seit drei Jahren wieder eine Saison ohne Titel.

Vor Kohlschreiber hatten am Donnerstag bereits Angelique Kerber (Kiel/Nr. 8) und Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki (Berlin/Nr. 16) die dritte Runde erreicht. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Damen)

Nur drei Spiele für Dutra Silva

Am Freitag konnten fünf weitere deutsche Profis nachziehen.

Im Achtelfinale würde auf Kohlschreiber dann wohl ausgerechnet Rafael Nadal warten. Der Turnierfavorit zieht in New York souverän seine Kreise und darf weiter auf die Rückkehr auf den Tennis-Thron hoffen.

Der spanische French-Open-Sieger bezwang in der zweiten Runde den Qualifikanten Rogerio Dutra Silva (Brasilien) mit 6:2, 6:1, 6:0. Für Nadal war es der 55. Erfolg im 58. Match des Jahres. Auf Hartplatz ist der 27-Jährige in diesem Jahr weiter unbezwungen (17:0 Siege).

Auf den Spuren von Roddick

Zuletzt hatte Linkshänder Nadal nacheinander die beiden Masters-Turniere in Montreal und Cincinnati gewonnen.

Das war 2003 zuletzt Andy Roddick gelungen. Der inzwischen zurückgetretene Amerikaner hatte unmittelbar danach auch in Flushing Meadows triumphiert.

Der an Position zwei gesetzte Nadal, der fast die gesamte zweite Jahreshälfte 2012 wegen einer Knieverletzung pausieren musste, könnte Novak Djokovic nach den US Open an der Spitze der Weltrangliste ablösen.

Rückkehr auf den Thron möglich

Dafür müsste "Rafa" im Big Apple seinen zweiten Titel nach 2010 holen - und der topgesetzte Serbe vor dem Finale ausscheiden.

So weit will Nadal allerdings noch nicht denken. "Niemand hat vor sieben Monaten gedacht, dass ich so zurückkomme. Ich bin einfach glücklich, in dieser Ausgangsposition zu sein", sagte der zwölfmalige Grand-Slam-Sieger.

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