Tommy Haas feiert einen gelungenen US-Open-Start © imago

Haas gibt sich bei den US Open forsch und hält sich für schwer schlagbar. Becker hofft auf eine Überraschung gegen Djokovic

New York - Nur einmal schoss Tommy Haas über das Ziel hinaus.

Als der 35-Jährige nach seinem lockeren Auftakterfolg bei den US Open (täglich im LIVE-TICKER) drei unterschriebene Bälle ins Publikum schlagen sollte, prallte eine Filzkugel gegen die oberste Begrenzungsmauer von Court 17.

Vielleicht war es ein Indiz dafür, dass Haas bei seiner 16. Teilnahme in Flushing Meadows ganz hoch hinaus will.

So motiviert so selten zuvor

"Wenn ich rausgehe und mein bestes Tennis spiele, werde ich schwer zu schlagen sein", sagte der Publikumsliebling nach dem überzeugenden 6:4, 6:4, 6:1 gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Herren)

Im Spätherbst seiner Karriere scheint der formstarke Haas so motiviert zu sein wie selten zuvor.

"Ich will es bei jedem Turnier wissen", versicherte der München-Gewinner. Erst recht aber bei den US Open in seiner amerikanischen Wahlheimat, wo er bislang nie über das Viertelfinale hinausgekommen ist (2004, 2006, 2007).

Sieben aus 16 nach dem "German Tuesday"

Außer Haas standen beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres insgesamt sieben weitere deutsche Profis in der zweiten Runde.

Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer, Benjamin Becker, Tobias Kamke und Mona Barthel gaben sich am Dienstag keine Blöße.

Am Montag hatten bereits Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki und Angelique Kerber die erste Hürde gemeistert. Am Mittwoch konnten noch Daniel Brands (Deggendorf) und Peter Gojowczyk (München) nachziehen. Allerdings wirbelten etliche Regenschauer den Terminplan durcheinander.

Insgesamt 16 Deutsche hatten in der Hauptrunde der US Open gestanden.

Becker: Rausgehen und genießen

Die wohl größte Herausforderung wartet nun auf Becker. Dank des 6:3, 3:6, 6:3, 6:4 gegen Lukas Rosol (Tschechien) spielt der 32-Jährige gegen den topgesetzten Australian-Open-Sieger Novak Djokovic. Der Serbe, der beim 6:1, 6:2, 6:2 mit Ricardas Berankis (Litauen) kurzen Prozess machte, hat den Titel im Big Apple 2011 gewonnen.

"Es ist eine schöne Aufgabe, die ich so gut es geht genießen will. Die Hoffnung auf eine Überraschung hat man immer", sagte Becker. Der Weltranglisten-87. hatte 2006 im Achtelfinale von New York gestanden.

Höchststrafe für Pfizenmaier

Für Dinah Pfizenmaier erfüllte sich die Hoffnung auf eine Sensation im größten Tennis-Stadion der Welt nicht. Die 21-Jährige aus Bochum kassierte beim 0:6, 0:6 gegen Australian-Open-Siegerin Wiktoria Asarenka (Weißrussland) in der Nightsession die Höchststrafe. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Damen)

Pfizenmaier hatte sich als Nummer 99 des Rankings erstmals direkt für das Hauptfeld eines Major-Turniers qualifiziert. (DATENCENTER: Die WTA-Weltrangliste)

Einmal Bayern und zurück

Eine ungewöhnliche Vorbereitung auf Flushing Meadows hatte der Bayreuther Mayer mit zwei Atlantik-Überquerungen. Nach seinem Erstrunden-Aus in Cincinnati flog der 29-Jährige vor den US Open für eine knappe Woche nach Hause - und kehrte pünktlich zurück.

"Ich bin eben gerne daheim. In den USA fühle ich mich nicht so wohl. Das Essen und die Klimaanlagen liegen mir nicht so", sagte "Flo", der beim Stand von 6:4, 6:2, 3:0 von der Aufgabe des Argentiniers Juan Monaco (Kreislaufbeschwerden) profitierte.

Zuschauer feiern Haas

Haas wurde derweil nach der 1:35 Stunden dauernden Partie von den Zuschauern gefeiert. Der achte Doppelfehler von Mathieu bescherte dem an Position zwölf gesetzten Favoriten den Erfolg. In der nächsten Runde trifft Haas auf den Taiwanesen Lu Yen-Hsun. (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste)

Petkovic schon draußen

Ausgeschieden sind am Dienstag außer Pfizenmaier auch Andrea Petkovic, die US-Open-Viertelfinalistin von 2011, sowie Julia Görges, Annika Beck und Philipp Petzschner. Der Bayreuther musste seine Partie gegen den Amerikaner Jack Sock beim Stand von 6:7 (2:7), 6:3, 2:5 wegen einer Schulterverletzung aufgeben.

Am Montag hatte bereits Jan-Lennard Struff seine Koffer packen müssen.

Ex-Turniersiegerin verliert gegen Nummer 296 der Welt

Für die erste große Überraschung bei dem mit 34,3 Millionen Dollar dotierten Turnier sorgte die erst 17-jährige Amerikanerin Victoria Duval. Die Weltranglisten-296. schaltete die einstige Turniersiegerin Samantha Stosur (Australien/Nr. 11) mit 5:7, 6:4, 6:4 aus und versetzte die Gastgeber damit in Verzückung.

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