Angelique Kerber erreichte bei den US Open 2011 das Halbfinale © getty

Die Deutschen beginnen die US Open erfolgreich. Kerber siegt locker, Lisicki trotzt Startschwierigkeiten und einem Nager.

New York - Sabine Lisicki und Angelique Kerber sind als erste deutsche Tennisprofis bei den US Open in die zweite Runde eingezogen.

Kerber gewann am Montag bei dem Grand-Slam-Turnier in New York (täglich im LIVE-TICKER). gegen die Tschechin Lucie Hradecka nach einer überzeugenden Vorstellung in nur 55 Minuten mit 6:1, 6:1. Die 25 Jahre alte Kielerin trifft nun auf Eugenie Bouchard aus Kanada. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Damen)

"Ich bin schon zufrieden mit meiner Leistung. Am Anfang war ich ein bisschen nervös und verkrampft, aber dann habe ich zu meinem Tennis gefunden", sagte die Weltranglisten-Neunte. "Das war eine Sahne-erste-Runde. Das hätte ich nicht gedacht. Hut ab", erklärte Bundestrainerin Barbara Rittner.

Vor zwei Jahren erreichte Kerber in New York das Halbfinale und kletterte bis auf Platz fünf der Rangliste.

Lisicki trotz Break und Eichhörnchen

Lisicki setzte sich gegen die russische Qualifikantin Vera Duschewina mit 6:2, 7:6 (7:3) durch und spielt jetzt gegen Paula Ormaechea aus Argentinien. "Die kenne ich wirklich gar nicht", sagte Wimbledon-Finalistin Lisicki über die 20 Jahre alte Ormaechea.

Vor zwei Jahren erreichte Lisicki in Flushing Meadows das Achtelfinale - ihr bislang bestes US-Open-Resultat. "Ich würde wirklich gerne die zweite Woche erreichen. Dafür werde ich alles geben und dann schauen wir mal, wie weit ich komme", sagte Lisicki.

Ihre US-Open-Mission begann 51 Tage nach dem verlorenen Wimbledon-Finale zunächst denkbar schlecht: Court 13, zwei Doppelfehler und gleich ein kassiertes Break im ersten Spiel.

Doch die 23-Jährige ließ sich weder dadurch, noch von einem im zweiten Satz über den Platz stürmenden Eichhörnchen verunsichern.

Service lässt auf sich warten

Bereits beim Gang auf den Außencourt hatte Lisicki, die am rechten Knie ein blaues Tape trug, gelächelt. Doch die Nervosität war ihr im erst vierten Match seit Wimbledon deutlich anzumerken.

Ausgerechnet ihre wertvollste Waffe, der erste Aufschlag, ließ die Fed-Cup-Spielerin zunächst im Stich.

Erst mit Dauer des Spiels fand die in quietschroten Schuhen spielende Lisicki ihren Rhythmus und gewann nach 27 Minuten den ersten Satz.

Bollettieri glaubt an Lisicki

Ihr auf der Tribüne sitzender Lehrmeister Nick Bollettieri traut ihr in New York sogar den großen Coup zu.

"Sabine kann den Titel holen, alles ist möglich", sagte Bollettieri: "Sie wirkt sehr glücklich und hat ihre Schlüsse aus der Final-Niederlage in Wimbledon gezogen. Da bin ich sicher."

Der Trainer-Guru, in dessen Akademie in Bradenton/Florida Lisicki seit frühester Jugend trainiert, hat allerdings noch kleine mentale Schwächen bei ihr ausgemacht (DATENCENTER: Die WTA-Weltrangliste).

"Manchmal haben ein, zwei Fehler noch zu große Auswirkung auf ihr Spiel", meinte der 82-Jährige.

Struff streicht die Segel

Dagegen ist Jan-Lennard Struff als erster von insgesamt 16 deutschen Profis ausgeschieden. Der 23-Jährige unterlag dem Franzosen Guillaume Rufin 6:7 (4:7), 3:6, 6:2, 6:2, 1:6.

Am Dienstag greifen gleich elf Akteure aus dem Aufgebot des Deutschen Tennis Bundes (DTB) ins Turniergeschehen ein, darunter Andrea Petkovic und Tommy Haas.

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