Wechselt gerne mal die Rolle: Der Djoker schnappt sich eine Kamera © getty

Die US Open gelten als das lauteste und verrückteste Tennis-Turnier. Die Stars sind beim Crazy Slams besonders gefordert.

New York - Dröhnende Flieger im Landeanflug, Musik während der Seitenwechsel und elektrisierende Night Sessions mit tanzenden Fans auf der Tribüne.

Die am Montag (ab 17 Uhr im LIVE-TICKER) in New York beginnenden US Open stellen für die Tennisprofis Jahr für Jahr eine besondere Herausforderung dar - in vielfacher Hinsicht.

"Da wird aus Tennis eine Show. Wenn du als Spieler da rausgehst, hast du ein Gefühl wie nirgendwo anders", sagt Titelverteidigerin Serena Williams (USA) über die Magie von Flushing Meadows.

"Ganz besondere Energie"

Es ist eine Atmosphäre, der sich keiner entziehen kann.

"Du bekommst hier einfach eine ganz besondere Energie", sagt der ansonsten eher nüchterne Andy Murray.

Ausgerechnet im Big Apple gewann der Schotte 2012 seinen ersten Grand-Slam-Titel - passenderweise mit Unterstützung von James Bond.

007-Darsteller Sean Connery ließ sich kein Match seines Landsmanns entgehen und platzte sogar in eine Pressekonferenz von Murray.

Tanzorgien beim "Crazy Slam"

Alles ganz normal beim letzten Major-Turnier des Jahres, das im New Yorker Stadtteil Queens vor den Toren Manhattans stattfindet und als "Crazy Slam" (Verrückter Slam) gilt. Glanz und Glamour inklusive. Will heißen, Hollywood-Schauspieler wie Alec Baldwin sitzen wie selbstverständlich auf der Tribüne und essen ihren Hot Dog.

Zur Eröffnungsfeier am Montagabend haben sich Sänger Lenny Kravitz und Oscar-Preisträger Kevin Spacey angesagt.

Während der Seitenwechsel werden auf der Leinwand im größten Tennis-Stadion der Welt (22.500 Zuschauer) dann auch wieder Besucher eingeblendet, die vielleicht wie üblich wilde Tanzorgien aufführen.

Was vor allen Dingen bei den legendären Night-Sessions vorkommt, die schon mal bis zwei Uhr früh dauern können.

BigMac vs. Djoker

Vor ein paar Jahren ließ sich der als TV-Kommentator engagierte John McEnroe sogar zu einem spontanen Mini-Match gegen Novak Djokovic überreden.

"BigMac", bekleidet mit einem blütenweißen Hemd und einer Bundfaltenhose, stieg die unzähligen Ränge von seiner Kabine herab und konterte den Serben mit einem Volley aus.

Das Volk tobte mitten in der Nacht - in der Stadt, die niemals schläft.

Schon gar nicht, wenn der Tennis-Zirkus zu Gast ist.

"Ein Teil von New York"

Typisch Flushing Meadows eben. "Die Atmosphäre hier ist besonders. Das hat einen ganz eigenen Reiz", findet auch Tommy Haas, einer der Publikumslieblinge.

Auch Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki mag den speziellen Charakter der US Open.

"Das alles gehört dazu und zeichnet das Turnier auch aus. Es ist Teil von New York", sagte die Berlinerin, die am Montag auf Qualifikantin Wera Dutschewina (Russland) trifft.

Djokovic spricht vor UN

Und die Millionen-Metropole am Hudson sorgt auch dafür, dass im Vorfeld der Veranstaltung aus den Stars der Tennis-Szene plötzlich Hobby-Politiker, Party-Gastgeber und Talkshow-Besucher werden.

Vor keinem anderen Major sind Werbekönige wie Roger Federer, Maria Scharapowa und Co. derart im Einsatz. Einmal Fifth Avenue und zurück auf den Court.

Djokovic hielt am Freitag vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) sogar eine Rede über die sozialen Funktionen des Sports, während Serena Williams in der David-Letterman-Show aus dem Nähkästchen plauderte.

Grand Slam der Innovationen

Federer ließ sich da lieber mit Vogue-Chefin Anna Wintour ablichten. Die Verantwortlichen im Corona Park verweisen gerne darauf, dass ihr Event in jeglicher Hinsicht innovativ ist.

Die US Open führten als erstes der vier Majors das identische Preisgeld für Männer und Frauen ein (1973).

Tiebreaks, elektronische Linienüberwachung, Nacht-Matches, Musik beim Seitenwechsel - alle diese Dinge feierten in New York ihr Grand-Slam-Debüt.

Kein Wunder also, dass Serena Williams mit Blick auf ihr Heimspiel sagt: "Es ist keine Überraschung, dass die US Open das letzte Major-Turnier des Jahres sind. Sie haben sich das Beste für den Schluss aufgehoben."

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