Novak Djokovic (l.) gewann gegen Andy Murray bisher acht der 14 Aufeinandertreffen gewonnen © getty

Nadal verletzt, Federer raus - doch im US-Open-Finale stehen wieder zwei Etablierte. Was machen eigentlich die Anderen?

New York - David Ferrer nahm es mit Humor.

Als der Spanier jüngst nach seinem Halbfinal-Aus bei den US Open mal wieder gefragt wurde, warum die Kluft zwischen den Top Vier und dem Rest denn so groß ist, antwortete er:

"Wenn ich das wüsste, wäre ich die Nummer zwei oder drei - und nicht die Nummer fünf der Welt."

Die Verfolger der fantastischen Vier Roger Federer, Novak Djokovic, Rafael Nadal und Andy Murray scheinen sich ihrem Schicksal ergeben zu haben. Kampfansagen? Fehlanzeige. Im Gegenteil.

"Sie sind einfach besser als die anderen Jungs dahinter. Da ist ein kleiner, nein eigentlich ein großer Unterschied zu den anderen", sagte Ferrer. Der Spanier war beim 2:6, 6:1, 6:4, 6:2 im Halbfinale von Flushing Meadows (Bericht) gegen Titelverteidiger Novak Djokovic (Serbien) noch chancenloser, als es das Ergebnis vermuten ließ.

Wieder mal zwei der "Fab Four"

Im Finale von New York stehen sich am Montagabend (ab 22 Uhr im LIVE-TICKER) in Abwesenheit des verletzten Nadal (Knie) und des überraschend im Viertelfinale ausgeschiedenden Federer Olympiasieger Andy Murray (BERICHT: Murray zwingt Berdych in die Knie) und Djokovic gegenüber.

Wieder mal zwei der "Fab Four" unter sich.

Del Potro unterbrach die Phalanx

Diese Vier führen auf der Tour so etwas ein Eigenleben.

29 der vergangenen 30 Grand-Slam-Titel haben Federer, Nadal und Djokovic unter sich ausgemacht, Murray wurde in London Olympiasieger.

Nur der Argentinier Juan Martin del Potro konnte 2009 mit seinem Titelgewinn bei den US Open dazwischenfunken, dieses Mal wurde es nichts mit einem einem neuerlichen Einbruch in die Phalanx:

Del Potro unterlag beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres im Viertelfinale dem an Position zwei gesetzten Djokovic ( 605470 DIASHOW: Die zweite Woche der US Open ).

Und das deutlich in drei Sätzen.

Djokovic begeistert von Ferrer

Dabei tun die Besten eigentlich alles dafür, die Verfolger stark zu reden.

Besonders den 30-jährigen Ferrer, der als "best of the rest" gilt, die Nummer eins unter den Herausforderern quasi, die eigentlich keine sind.

"Die Leute übersehen David, dabei hat er Respekt für seine Leistung verdient. Er ist unglaublich konstant und gehört zu den besten Wettkämpfern in unserem Sport", erklärte Djokovic.

Nadal wütend

Auch Ferrers Landsmann Rafael Nadal reagierte schon mal äußerst dünnhäutig, als seinem Davis-Cup-Kumpel nicht die entsprechende Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde.

Vor einem Jahr bei den US Open saßen gerade mal zwei Journalisten im größten Interviewraum im Bauch des Arthurs-Ashe-Stadiums, als Ferrer eine PK abhielt. Bei Federer zum Beispiel waren es kurz vorher 50-mal so viele gewesen.

Als Nadal davon Wind bekam, platzte ihm der Kragen.

"Das ist schon eine Frechheit, David so zu ignorieren. Ich kann das nicht verstehen", moserte "Rafa".

Fünf Turniersiege in 2012

Ferrer hat in diesen Tagen auch erzählt, dass er beim Bummeln in den Straßen von Manhattan nicht erkannt wird. Und er hat Verständnis dafür.

"Die Leute kennen eben eher Roger, Murray oder Djokovic, weil sie die wichtigen Trophäen gewonnen haben", sagte er.

Der nur 1,75 Meter große Spanier mit dem riesigen Kämpferherz versichert aber glaubhaft: "Das ist perfekt für mich und macht mir nichts aus."

Dabei werden seine fünf Turniersiege in diesem Jahr nur von Federers sechs Titeln übertroffen (DATENCENTER: Ergebnisse der Herren).

Bei den vier Grand-Slam-Turnieren 2012 erreichte Ferrer jeweils mindestens das Viertelfinale und war damit eigentlich so konstant wie sonst nur die Top Vier.

Aufschlag und Siegermentalität

Für den großen Wurf reichte es aber wieder nicht.

Und am Ende des Tages fand der 30-Jährige dann doch eine Antwort auf die immer gleiche Frage nach dem Grund: "Die Jungs ganz vorne schlagen stärker auf, haben eine andere Siegermentalität und machen eine Menge Sachen besser als die anderen."

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