Andy Murray veröffentlichte 2008 unter dem Titel Hitting Back (Zurückschlagen) seine Autobiografie © getty

Bei den US Open hat der Schotte nur in Durchgang 1 das Nachsehen gegen Federers Bezwinger, dreht dann auf.

New York - In der Windlotterie von New York hat Andy Murray das große Los gezogen: Der britische Olympiasieger erreichte durch ein 5:7, 6:2, 6:1, 7:6 (9:7) gegen Federer-Bezwinger Tomas Berdych (Bericht) das Finale der US Open (täglich im LIVE-TICKER).

Der an Position drei gesetzte Murray trifft im Endspiel am Sonntag entweder auf Titelverteidiger Novak Djokovic (Serbien/2) oder David Ferrer (Spanien/4).

Dank seines zweiten Flushing-Meadows-Finaleinzugs nach 2008 rückt Murray in der Weltrangliste auf Rang drei vor und verdrängt den Spanier Rafael Nadal, der seine Teilnahme am letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres wegen einer Knieverletzung absagen musste ( 608103 DIASHOW: Die zweite Woche der US Open ).

Regen und Tornado-Warnungen

Wimbledon-Finalist Murray könnte mit einem Triumph im größten Tennis-Stadion der Welt eine 76-jährige Durststrecke beenden:

Als letzter Brite hatte Fred Perry 1936 einen Major-Titel gewonnen. Allerdings hat Murray seine ersten vier Grand-Slam-Endspiele allesamt verloren - was er im übrigen mit seinem Trainer Ivan Lendl gemein hat.

Das Halbfinale gegen Berdych, der in der Runde zuvor überraschend den topgesetzten Roger Federer (Schweiz) ausgeschaltet hatte, war beeinflusst vom starken Wind. Wegen heftiger Regenfälle hatte die Partie bereits mit anderthalbstündiger Verspätung begonnen, es gab im Umfeld von New York sogar Tornado-Warnungen.

Unmittelbar nach seiner Halbfinal-Niederlage kritisierte Berdych die Ansetzung und forderte eine Wind-Regeln. "Ich denke, unser Sport verdient es, für solche Bedingungen wie heute Regeln zu haben", sagte der Tscheche.

Fairer Sportsmann

Murray präsentierte sich trotz der schwierigen Umstände aber auch als fairer Sportsmann: Im ersten Satz ließ er einen Punkt wiederholen, den ihm Stuhlschiedsrichter Pascal Maria eigentlich schon zugesprochen hatte.

Während eines Ballwechsels war dem Schotten wegen des Windes die Kappe vom Kopf geflogen. An den zuvor von Murray gespielten Stoppball wäre Berdych nicht mehr herangekommen.

Trotzdem bot der Olympiasieger an, den Punkt zu wiederholen. Murray verlor ihn, kassierte das Rebreak zum 2:2 - und gab nach 77 Minuten den Auftaktsatz ab (DATENCENTER: Ergebnisse der Herren).

Genervter Berdych

Danach steigerte sich der 25-Jährige, während Berdych, Wimbledon-Finalist von 2010, die Bedingungen mehr und mehr zu nerven schienen.

Nach 3:58 Stunden verwandelte Murray seinen zweiten Matchball. Berdych vergab im abschließenden Tiebreak einen Satzball.

Weiterlesen