Auch Maria Scharapowa musste ihr Match gegen Bartoli wegen Regens verschieben © getty

Ungeachtet der Wetter- und Termin-Nöte halten die Macher in New York unbeirrt am Oben-ohne fest. Dabei wird die Kritik immer lauter.

New York - Die alljährliche Diskussion um das Dach von New York nervt inzwischen alle Beteiligen.

Und täglich grüßt das Murmeltier im Big Apple. Doch so manch einer hat seinen Humor trotz des erneut drohenden Regen-Chaos bei den US Open (täglich im LIVE-TICKER) offenbar nicht verloren.

Während es wegen des Tiefs Leslie am neunten Turniertag gleich mehrere Stunden plätscherte und Matches um einen Tag verschoben werden mussten, zeigte der TV-Sportsender "ESPN" eine Partie aus der Konserve.

Dass es sich dabei um ein Spiel von Mardy Fish (USA) handelte, kann eigentlich kein Zufall gewesen sein. Ein Fish als Gute-Laune-Animateur bei Schauern im Akkord.

Auch Kohlschreiber betroffen

Betroffen vom "Washout" neben Maria Scharapowa (gegen Marion Bartoli) war am Dienstagabend Ortszeit auch der Augsburger Philipp Kohlschreiber.

Sein Achtelfinale gegen Janko Tipsarevic (Serbien/Nr. 8) wurde wegen Regens beim Stand von 2:5 und 40:40 zunächst abgebrochen - und nach 35-minütiger Unterbrechung auf Mittwoch verschoben.

Ob der Bau eines Daches nicht langsam unumgänglich ist? "Das müssen die Turnierchefs wissen. Da kann ich nichts zu sagen", meinte Kohlschreiber vor seiner Abfahrt ins Hotel diplomatisch.

Rufe nach Dach immer lauter

Doch die Forderung nach einer Überdachung werden immer lauter. ( 605470 DIASHOW: Die zweite Woche der US Open )

Immerhin handelt es sich bei den US Open mit seinen insgesamt mehr als 700.000 Zuschauern an den 14 Turniertagen um die weltweit am besten besuchte Sport-Veranstaltung, die im jährlichen Rhythmus ausgetragen wird.

Zudem ist das Arthur-Ashe-Stadium mit der Kapazität von 23.771 Zuschauern sowie 90 Luxus-Suites das größte Tennis-Stadion der Welt.

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Schon 15-mal in die Verlängerung

In den vergangenen vier Jahren musste das Männer-Finale wegen der wetterbedingten Verschiebungen ("Washouts") und der fehlenden Überdachung jeweils am Montag statt wie vorgesehen am Sonntag ausgetragen werden.

Insgesamt 15-mal ging das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres seit 1935 schon unfreiwillig in die Verlängerung. (DATENCENTER: Ergebnisse der Damen)

"Jetzt geht das schon wieder los. Ich bin auch nicht optimistisch, dass wir hier bald ein Dach haben werden", sagte John McEnroe am ersten Turniertag, als es schon zu Verzögerungen gekommen war.

Selbst Paris denkt um

Während es bei den Australian Open und in Wimbledon inzwischen Dachkonstruktionen gibt und die French Open diesbezüglich bis 2017 aufrüsten, tut sich im Corona Park nichts.

Der US-Verband USTA plant zwar, das Gelände für rund 500 Millionen Dollar umzubauen - eine Abdeckung ist aber aus Kostengründen weiterhin nicht vorgesehen.

Ein Regenschutz über dem Centre Court würde wegen der kesselartigen Konstruktion des Ashe-Stadiums rund 200 Millionen Dollar kosten.

Extrawurst für TV-Rechtehalter

"Wir werden irgendwann ein Dach haben", sagte Jon Vegosen, der Präsident des US-Verbandes USTA, "aber ich kann nicht sagen, wann das sein wird."

Zudem geraten die Organisatoren durch ihre von den TV-Rechtehaltern diktierte Terminierung der Matches immer wieder ins Schleudern. (DATENCENTER: Ergebnisse der Herren)

Der am Schlusswochenende übertragende Sender CBS legt zum Beispiel Wert auf seinen "Super Saturday", an dem erst die beiden Männer-Halbfinals und am Abend das Frauen-Endspiel stattfinden. Das gibt es bei keinem der anderen drei Majors.

Zweiter Halbfinalist im Nachteil

Bei schlechter Witterung bleibt dann kein Spielraum mehr für Verlegungen.

Außerdem haben die Finalteilnehmer bei den Herren eine sehr geringe Regenerationszeit, der Sieger des zweiten Halbfinals ist ohnehn im Nachteil.

In den kommenden Wochen soll eine Entscheidung darüber fallen, ob das Endspiel der Männer ab 2013 immer erst am Montag ausgetragen wird.

Nur Becker kommt es gelegen

Boris Becker allerdings kam die Regenunterbrechung am Dienstag offenbar ganz recht.

Der als TV-Kommentator arbeitende Kosmopolit nutzte die Pause, um in der Players Lounge die einstigen Weggefährten Ivan Lendl und Mats Wilander zu treffen.

Die Dach-Diskussion wird auch dieses Trio geführt haben.

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