Görges trifft in der dritten Runde auf die Niederländerin Rus © getty

Angelique Kerber und Julia Görges schlagen sich souverän. Tommy Haas verhindert einen schwarzen Tag für die deutschen Herren.

Paris - Die Nacht kam für Angelique Kerber wie gerufen.

"Nicht gut" habe sie sich am Mittwochabend gefühlt, zu lange musste sie auf ihre Zweitrundenbegegnung gegen Olga Goworzowa bei den French Open warten ( 565364 DIASHOW: Die Bilder der French Open ).

"Das war ein Hin und Her", sagte Kerber: "Niemand wusste, was los ist."

Die vor ihr angesetzten Spiele verzögerten sich, und schließlich setzte auch noch Regen ein. Nach drei Spielen musste Kerber ihre Taschen wieder packen.

Görges folgt Kerber in die nächste Runde

Im Nachsitzen am Donnerstag ging es dann schnell: Mit 6:3, 6:2 triumphierte die Weltranglistenzehnte und steht zum ersten Mal in ihrer Karriere beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt in der dritten Runde.

Am Abend folgte ihr Fed-Cup-Kollegin Julia Görges. Die 23-Jährige, die in Paris an Position 25 gesetzt ist, setzte sich gegen die Qualifikantin Heather Watson (Großbritannien) mit 6:3, 6:4 durch und trifft nun auf Arantxa Rus (Niederlande).

Bei den Herren schaffte Routinier Tommy Haas als einziger Deutscher den Sprung in die dritte Runde. Der 34 Jahre alte Qualifikant setzte sich im Eiltempo gegen Sergej Stachowski (Ukraine) 6:2, 6:3, 6:2 durch und trifft nun auf den an Position 17 gesetzten Franzosen Richard Gasquet.

Schwarzen Tag verhindert

Das Trio Haas, Kerber und Görges verhinderte damit einen schwarzen deutschen Tag. In der zweiten Runde waren zuvor Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer und Cedrik-Marcel Stebe gescheitert.

"Ich war ehrlich froh, dass die Partie gestern abgebrochen wurde", sagte Kerber, nachdem sie ihren ersten Matchball mit einem Ass verwandelt hatte: "Die Situation war für mich neu. Ich habe es noch nie erlebt, den ganzen Tag auf der Anlage abhängen zu müssen."

Die 24 Jahre alte Linkshänderin Kerber war froh, die Partie gegen ihre weißrussische Kontrahentin einfach abhaken zu können (DATENCENTER: Ergbenisse Damen).

"Ich habe mich auch heute nicht super gefühlt", sagte Kerber: "Glücklicherweise hat sie auch nicht gerade ihr bestes Tennis gespielt." Es sei ein komisches Match gewesen - "über zwei Tage".

Shuttle-Service kommt zu spät

Dazu verspätete sich auch der Shuttle-Service am Morgen. Kerber kam verspätet zum Einspielen und war erst einmal bedient.

Dennoch deutete Kerber an, was sie im Stade Roland Garros in diesem Jahr noch leisten kann.

Nur 1:15 Stunden brauchte sie für ihren fünften Sieg im sechsten Match mit Goworzowa. "Und ich weiß, dass ich noch Potenzial nach oben habe", sagte Kerber.

Ans Limit gegen Pennetta

Am Freitag gegen Flavia Pennetta muss sie sich in der Runde der besten 32 auf jeden Fall steigern: "Da muss ich am Limit spielen, sie ist eine der Top-Spielerinnen."

Außerdem zählt die Italienerin, die in Paris an Position 18 gesetzt ist, nicht gerade zu Kerbers Lieblingsgegnerinnen. Beim Turnier in Auckland/Neuseeland hatte die deutsche Nummer eins zu Jahresbeginn eine deutliche Niederlage kassiert.

Stebe scheitert an Tsonga

Bei den Herren sind derweil in Cedrik-Marcel Stebe und Florian Mayer die Deutschen Nummer sieben und acht bereits in der zweiten Runde ausgeschieden (DATENCENTER: Ergbenisse Herren).

Der 21-jährige Linkshänder verpasste die Überraschung gegen Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga. Als die Begegnung am Mittwoch wegen Dunkelheit im dritten Satz unterbrochen worden war, hatte Stebe noch alle Chancen und brachte den französischen Favoriten mit seinen druckvollen Schlägen ab und an zum Staunen.

"Eine andere Liga"

Nach der nächtlichen Pause gewann der Weltranglisten-91. allerdings nur noch zwei Spiele und verlor letztlich 2:6, 6:4, 2:6, 1:6.

"Damit konnte ich nur relativ schwer umgehen. Es war nicht leicht, die Spannung zu halten", sagte Stebe: "Was Tsonga heute gezeigt hat, war allerdings auch eine andere Liga als gestern."

Die Davis-Cup-Spieler Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber unterlagen gegen die zweite argentinische Garde.

Mayer verlor gegen Eduardo Schwank, in der Weltrangliste auf Platz 192, 6:2, 3:6, 4:6, 6:7 (4:7). Kohlschreiber vergab gegen Leonardo Mayer zahlreiche Chancen und verpasste nach dem 6:7 (4:7), 6:7 (5:7), 5:7 die dritte Runde.

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