Dinah Pfizenmaier feierte 2012 zwei und 2011 vier Titel auf der ITF-Tour © getty

Sechsmal auf dem Klo, aber nur zwei Spielgewinne: Die deutsche Qualifikantin hat gegen die Nummer 1 Asarenka keine Chance.

Paris - Der Unterschied hätte schon auf dem Papier kaum größer sein können: Mehr als eine Tennis-Welt liegt zwischen der Nummer 198 und der Nummer eins des Rankings.

Qualifikantin Dinah Pfizenmaier erlebte auf dem Center Court der French Open in nur 55 Minuten, wie sich dieser Unterschied in der Realität anfühlt. 1:6, 1:6 unterlag die deutsche Meisterin in Diensten des Regionalligisten THC im VfL Bochum der Australian-Open-Siegerin Wiktoria Asarenka (Weißrussland).

"Für sie bin ich nur eine kleine Fliege", sagte Pfizenmaier, die in Paris ihr Grand-Slam-Debüt feierte. (DATENCENTER: Ergebnisse Damen).

Auch Berrer scheitert ohne Satzgewinn

Ebenfalls in der zweiten Runde der French Open in Paris (täglich im LIVE-TICKER) ausgeschieden ist Michael Berrer aus Stuttgart.

Im Duell der Linkshänder, die sich beide durch die Qualifikation gekämpft hatten, verlor der 31-Jährige gegen den Franzosen Nicolas Devilder 6:7 (5:7), 4:6, 2:6 und verpasste dadurch das Duell gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic.

In der ersten Runde hatte Berrer gegen den Österreicher Jürgen Melzer das erste Fünfsatzmatch seiner Karriere gewonnen.

Abbruch wegen Regen

Die Spiele von Angelique Kerber (Nr. 10) gegen Olga Gowortsowa (Weißrussland) und Cedrik-Marcel Stebe gegen Jo-Wilfried Tsonga (Nr. 5) wurden wegen Dunkelheit unterbrochen und werden am Donnerstag fortgesetzt.

Dann haben auch Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer (Nr. 32) und Julia Görges (Nr. 25) die Chance, die dritte Runde zu erreichen.

Großes Staunen über kleine Details

Vor dem Match gegen Asarenka war Pfizenmaier dermaßen nervös gewesen, dass sie kaum einen Bissen runterbekam: "Ich wollte etwas essen, hab es mir dann aber anders überlegt, weil ich schon Magenschmerzen hatte. Außerdem war ich sechsmal auf dem Klo, obwohl ich gar nicht musste."

Vor den French Open hatte die 20-Jährige erst einmal gegen eine Spielerin aus den Top 100 gespielt. 565364 (DIASHOW: Die Bilder der French Open)

Pfizenmaier staunte über jedes Detail auf dem Court Philippe Chatrier: "Beim Einspielen war ich überwältigt. Man spiegelt sich überall und sieht sich selbst auf den Leinwänden."

Mit 100 Punkten in die Wallachei

Mit dem einmaligen Erlebnis, 100 Weltranglistenpunkten und 28.000 Euro Preisgeld kehrt Pfizenmaier nun zurück zu den kleinen Turnieren, die sie vor Paris gespielt hatte. "Man muss einfach auf dem Boden bleiben."

In der rumänischen Region Kleine Wallachei spielt sie Mitte Juni ein ITF-Turnier mit insgesamt 50.000 Euro Preisgeld. Zum Vergleich: Asarenka hat in diesem Jahr bereits mehr als 3,5 Millionen Euro verdient.

Zu Hause darf sich Pfizenmaier damit rühmen, immerhin eine Runde weitergekommen zu sein als Serena Williams. Die Amerikanerin war zum Abschluss der ersten Runde sensationell an Virginie Razzano gescheitert.

"Sie ist einfach ein Sonnenschein"

Ein großes Lob bekam Pfizenmaier von Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner: "Es ist sehr erfrischend, wie sie ihren Erfolg genießt. Sie ist einfach ein Sonnenschein."

Rittner traut Pfizenmaier den Sprung unter die Top 100 der Weltrangliste zu: "Der Aufschlag, die Beinarbeit und ihr positiver Kampfgeist gehören zu ihren Stärken. Nur die Erfahrungen in den Top-Matches fehlt ihr noch."

Pfizenmaier brachte nur ihren ersten und letzten Aufschlag durch und gab dazwischen elf Spiele in Folge ab. Asarenka trifft in Runde drei auf Aleksandra Wozniak (Kanada).

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