Angelique Kerber spielt in der Bundesliga für den Ratinger TC Grün-Weiß © getty

Die deutsche Top-Ten-Spielerin lässt Shuai Zhang in der ersten Runde der French Open keine Chance. Stebes Gegner gibt auf.

München - Gelungener Auftakt für die größte deutsche Tennishoffnung bei den French Open in Paris (täglich im LIVE-TICKER): Ohne restlos zu überzeugen, ist Angelique Kerber in die zweite Runde des wichtigsten Sandplatzturniers der Welt eingezogen.

Beim 6:3, 6:4 ließ sie der chinesischen Qualifikantin Zhang Shuai trotz einiger Unkonzentriertheiten in 1:31 Stunden kaum eine Chance.

"Sie hat unmenschlich gespielt, so kam ich kaum in den Rhythmus", sagte Kerber, die sich in Roland Garros mittlerweile sehr wohlfühlt: "Sand war nie mein Belag. Das hat sich aber mittlerweile geändert, weil ich heute einfach fitter als noch im vergangenen Jahr bin."

Stebe und Berrer weiter

Die Weltranglistenzehnte aus Kiel rechtfertigte in der "Stierkampfarena" ihre Favoritenstellung, muss sich gegen Romina Oprandi (Schweiz) oder Olga Gowortsowa (Weißrussland) jedoch noch steigern.

Ebenfalls in Runde zwei stehen Cedrik-Marcel Stebe (Mühlacker) bei seiner ersten Teilnahme in Paris und Michael Berrer (Stuttgart).

Der 21-Jährige Stebe profitierte beim Stand von 6:3, 2:0 von der Aufgabe des Brasilianers Joao Souza, der offenbar Rückenprobleme hatte.

Stebe freut sich nun auf das Duell gegen den an Position fünf gesetzten Lokalmatador Jo-Wilfried Tsonga: "Das wird ein gutes Match auf einem großen Platz, und er hat zuletzt auch nicht besonders gut gespielt."

Sieg für Pfizenmaier

Berrer, der bereits im vergangenen Jahr als bester Deutscher die dritte Runde erreicht hatte, setzte sich gegen Jürgen Melzer (Österreich/Nr. 30) 6:7 (5:7), 4:6, 6:2, 6:2, 6:3 durch. Der 31-Jährige trifft nun auf den Franzosen Nicolas Devilder.

Grand-Slam-Debütantin Dinah Pfizenmaier aus Bochum machte den deutschen Erfolg am ersten Tag der French Open perfekt.

Bei ihrer ersten Major-Teilnahme setzte sich die 20-Jährige gegen die Französin Caroline Garcia 3:6, 6:4, 6:3 durch und trifft nun entweder auf die Weltranglistenerste Viktoria Asarenka (Weißrussland) oder Alberta Brianti (Italien).

Kerbers Traum: das Finalwochenende von Paris

Das Grand-Slam-Turnier im Stade Roland Garros war bislang alles andere als Kerbers Lieblingsturnier gewesen.

Bei ihren bisherigen vier Teilnahmen scheiterte die 24-Jährige dreimal in der ersten Runde. Nur 2010 hatte "Angie" ein Match gewonnen.

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Nach dem Sprung unter die Top Ten - Kerber ist erst die siebte Deutsche, der das gelang - sind ihre Ansprüche allerdings gewachsen. "Natürlich wäre es ein Traum, am Finalwochenende von Paris noch dabei zu sein", sagte Kerber (BERICHT: Kerber wird Deutschlands Nummer eins).

Breakbälle abgewehrt

Zu Beginn des mit 17,2 Millionen Euro dotierten Turniers war Kerber ihre eigene Erwartungshaltung anzumerken.

"Ich weiß von mir, dass ich mich selbst am meisten unter Druck setze, wenn ich mich von außen beeinflussen lasse", hatte die Linkshänderin vor dem Auftakt gesagt - und zumindest beim eigenen Service schien ihr Arm etwas schwer zu sein. In den ersten drei Aufschlagspielen musste die deutsche Nummer eins jeweils Breakbälle abwehren.

Dank ihrer ausgezeichneten Beinarbeit - Kerbers Aufstieg in der Weltrangliste hängt vor allem mit ihrer verbesserten Fitness zusammen -, der hohen Quote beim ersten Aufschlag und der starken Vorhand reichte im ersten Satz jedoch ein frühes Break.

Unnötige Fehler

Im zweiten Durchgang musste Kerber zweimal ihren Aufschlag abgeben, machte einige unnötige Fehler mehr und knüpfte noch nicht an die Leistung des WTA-Turniers von Rom an.

Dort hatte sie ihr sechstes Halbfinale der Saison erreicht und war im Ranking unter die besten zehn Spielerinnen vorgestoßen. Nach dem Break zum 5:4 vergab sie vier Matchbälle, ehe sie ihren Sieg feiern durfte.

DTB mit 15 Spielern am Start

Kerber ist in Paris die bestplatzierte Spielerin von allen 15 deutschen Teilnehmern. Fünf Damen und zehn Herren des Deutschen Tennis Bundes (DTB) sind bei den French Open am Start.

Damit ist der DTB fünfstärkster Verband nach Frankreich (29 Teilnehmer), Spanien, USA (je 21) und Russland (18).

Nach ihrem Viertelfinaleinzug im vergangenen Jahr fehlt allerdings Andrea Petkovic (Darmstadt), die sich beim Turnier in Stuttgart einen doppelten Bänderriss zugezogen hatte.

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