Die 23-jährige Sabine Lisicki hat auf der WTA-Tour bisher drei Titel gewonnen © getty

Sabine Lisicki bestreitet das Auftakteinzel im Abstiegsduell, Bartoli sagt ab. Die angeschlagene Görges steht unter Volllast.

Limoges - Barbara Rittner zog die Augenbrauen hoch und schüttelte nur ungläubig den Kopf.

"Nach dieser Woche gibt es keinen Favoriten mehr", sagte die deutsche Teamchefin vor dem Fed-Cup-Duell mit Gastgeber Frankreich am Samstag und Sonntag in Limoges.

Die letzten Tage waren für Rittner wieder einmal eine Achterbahnfahrt zwischen Hoffen und Bangen gewesen.

"Jetzt freuen wir uns, dass es endlich losgeht. Insgesamt habe ich aber ein gutes Gefühl", meinte die 39-Jährige und rechnet mit einem "interessanten Wochenende".

Drei prominente Ausfälle

Die Vorzeichen hatten sich in den vergangenen Tagen quasi stündlich verändert.

Nachdem das DTB-Team bereits ohne die drei Topspielerinnen Angelique Kerber (Rückenprobleme), Andrea Petkovic (Knie-OP) und Mona Barthel (andere Saisonplanung) angereist war, hatte die neue Nummer eins Julia Görges plötzlich mit einem Magen-Darm-Virus zu kämpfen.

"Ich habe mich entleert", sagte die Weltranglisten-19. schmunzelnd.

Immerhin trainiert sie seit Donnerstag wieder. Am Freitag bei der Auslosung im altehrwürdigen Rathaus von Limoges war Görges allerdings noch ein wenig blass um die Nase.

Bartoli muss passen

Trotzdem soll die 24-Jährige an zwei Tagen drei Matches bestreiten.

"Wenn es keine böse Überraschung mehr gibt, wird Jule spielen", sagte Rittner im Salon Louis Longequeue.

Den Auftakt am Samstag (13.15 Uhr/ran.de) macht Sabine Lisicki. Die Berlinerin, die nach ihrer Final-Teilnahme in Pattaya erst am Dienstagabend anreisen konnte, trifft auf die französische Nummer eins.

Das sollte ursprünglich die Weltranglistenzehnte Marion Bartoli sein, aber die einstige Wimbledon-Finalistin musste ihre Teilnahme am Fed Cup am Freitag wegen einer Grippe absagen (DATENCENTER: Der Fed-Cup).

Parmentier als Führungsspielerin

Für überbordende Erleichterung bei Rittner sorgte das Fehlen von Bartoli aber nicht.

"Ob das gut oder schlecht für uns ist, wird man erst sehen", sagte sie eher zurückhaltend.

Anstelle von Bartoli ist nun Pauline Parmentier (WTA-Nr. 76) Frankreichs Führungsspielerin, weil Teamchefin Amelie Mauresmo bei ihrem Debüt die Weltranglisten-36. Alize Cornet überraschend nicht für das Einzel, sondern nur für das Doppel nominierte.

Beck steht bereit

Görges trifft im zweiten Einzel am Samstag im 4000 Zuschauer fassenden Palais des Sports de Beaublanc auf die 19-jährige Kristina Mladenovic (WTA-Nr. 69).

Beim WTA-Turnier in Paris in der vergangenen Woche hatte die Französin gegen die Deutsche die Oberhand behalten.

"Alle Matches sind offen", sagte Rittner, die ihre Aufstellung bis eine Stunde vor Spielbeginn noch ändern könnte. Sollte Görges doch noch ausfallen, stünde Debütantin Annika Beck bereit.

Grönefeld im Doppel dabei

Allerdings plagt sich die Juniorensiegerin der French Open mit einer Erkältung herum. Weil sie derzeit keine Stimme hat, fiel auch ihre Antrittsrede beim Mannschaftsabend am Donnerstag aus.

Am Sonntag (13.00 Uhr) treffen voraussichtlich Görges und Parmentier aufeinander, ehe Lisicki und Mladenovic das vierte Einzel bestreiten.

Für das abschließende Doppel wurden Anna-Lena Grönefeld und Görges nominiert. Frankreich will mit Cornet und Virginie Razzano antreten.

Lisicki voller Vorfreude

Lisicki jedenfalls gab sich am Freitag äußerst optimistisch.

"Ich habe gut auf Asche trainiert und freue mich jetzt richtig auf die Partie", sagte die Wimbledon-Halbfinalistin von 2011 strahlend.

Von der guten Laune ließ sich auch die sichtlich angeschlagene Görges anstecken.

"Mir geht es schon wieder gut", sagte die Rechtshänderin aus Bad Oldesloe tapfer.

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