MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Ana Ivanovic steht aktuell auf Platz zwölf der Weltrangliste © getty

Die Serbin ist nach langer Zeit zurück an der Weltspitze und die Hoffnungsträgerin ihres Teams im Finale gegen Tschechien.

Prag/Frankfurt - Ana Ivanovic sitzt bestens gelaunt auf dem Podium.

Das Basecap in den serbischen Landesfarben wirkt fast ein wenig überdimensioniert, die lackierten Nägel leuchten rot.

Die 24-Jährige strahlt vor dem Fed-Cup-Finale gegen Titelverteidiger Tschechien (Sa. ab 13.30 Uhr im LIVE-Ticker) in Prag großes Selbstvertrauen aus - ohne arrogant zu wirken.

Es ist einer jener Wesenszüge, die die einstige Nummer eins Ivanovic zu einer der beliebtesten Spielerinnen im Tennis-Zirkus machen.

Nicht nur die Darmstädterin Andrea Petkovic freute sich deshalb Anfang September mit ihrer "richtig guten" Freundin, als diese bei den US Open endlich den verdammten Teufelskreis durchbrach.

Humor nicht verloren

Über vier Jahre musste Ivanovic nach ihrem French-Open-Triumph 2008 warten, bis sie im 18. Anlauf endlich wieder das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreichte.

Hätte die 1,84 Meter große Serbin mit den Modelqualitäten geahnt, dass es derart lange dauern würde, sie wäre in der Zwischenzeit einfach abgetaucht.

"Ich hätte mich vier Jahre in den Urlaub verabschiedet", witzelte die Weltranglisten-Zwölfte Ivanovic, die einst in den Neunziger Jahren in einem leeren Schwimmbecken im zerbombten Belgrad mit dem Tennisspielen begann.

Gute und harte Momente

Das Lachen war Königin Ana I., wie die Medien die Tochter einer Rechtsanwältin tauften, während ihrer Durststrecke des öfteren vergangen.

"Es war in den vergangenen Jahren eine emotionale Achterbahnfahrt. Es gab gute, es gab harte Momente. Aber alles ist ein Prozess, das verstehe ich jetzt besser", sagte UNICEF-Botschafterin Ivanovic.

Hype um Ivanovic

Dabei schien nach dem Coup von Paris 2008 alles bereitet für eine neue Ära. Mit der dunkelhaarigen Wahl-Schweizerin in der Hauptrolle - als Tennis- und Werbestar. Im Monat ihres French-Open-Siegs verzeichnete ihre Website rund 48 Millionen Klicks - keine Internetseite eines Sportlers wurde in demselben Zeitraum häufiger besucht.

Millionen und Coverfotos

Ivanovic unterschrieb millionenschwere Werbeverträge und stieg für insgesamt zwölf Wochen nicht nur zur Nummer eins der Tenniswelt, sondern auch zur Werbe-Ikone mit Sexappeal auf. Seit 2005 zierte sie weltweit rund 130 Cover verschiedenster Sport-, Mode- und Lifestyle-Magazine.

Agassi-Buch hilft

Ihre Leistungen auf dem Court konnten da nicht Schritt halten. Ivanovic stürzte 2010 bis auf Platz 63 des Rankings ab. "Es ist, als hättest du von der süßen Frucht des Erfolges genascht", erklärte sie den Teufelskreis: "Da steigen plötzlich die Erwartungen. Die eigenen und die von Sponsoren und Medien."

Doch Ivanovic steckte nicht auf. Geholfen hat ihr in der schweren Zeit auch die Lektüre der Autobiografie von Steffi Grafs Ehemann Andre Agassi ("Open").

"Am besten hat mir gefallen, als ihm sein Trainer gesagt hat, er müsse nicht immer perfekt sein. Aus diesem Satz wollte ich lernen", berichtete Ivanovic, die zwischendurch immer mal wieder mit dem australischen Golfprofi Adam Scott liiert ist.

Erinnerungen an die Männer

Am Wochenende nun kann Ivanovic ihr Comeback mit dem ersten Gewinn des Fed-Cup-Titels vergolden.

"Ich weiß noch, wie damals vor zwei Jahren unsere Männer den Davis Cup gewonnen haben. Das ging unter die Haut", erzählte die serbische Nummer eins, die neben Jelena Jankovic als Einzelspielerin aufgeboten ist. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Kvitova und Safarova sollen es richten

Für Titelverteidiger Tschechien, in der ersten Runde Bezwinger der deutschen Mannschaft (3:2), sollen die frühere Wimbledonsiegerin Petra Kvitova und Lucie Safarova den Grundstein für den neuerlichen Erfolg legen.

Ivanovic kann sich in Prag auf eine Bewährungsprobe der besonderen Art einstellen. Die 13.800 Zuschauer fassende Arena war innerhalb von sechs Stunden ausverkauft. Ana Ivanovic registrierte es - selbstbewusst, ohne arrogant zu wirken.

Weiterlesen