Jan-Lennard Struff muss sein Match auf den nächsten Tag verschieben
Jan-Lennard Struff ist aktuell 62. der Weltrangliste © getty

Jan-Lennard Struff steht zum ersten Mal in der 2. Runde der French Open. Bei SPORT1 spricht er über seine Zeit bei Roland Garros.

Von den French Open berichtet Julian Ignatowitsch

Paris - Sie werden wieder durchdrehen ? und Jan-Lennard Struff ist mittendrin.

Wenn der 24-Jährige am Donnerstag bei den French Open (ab 11 Uhr LIVE-TICKER) auf Lokalmatador und Publikumsliebling Gael Monfils trifft, bleibt wohl kaum ein Platz im Stadion leer.

Struff muss dabei nicht nur gegen seinen favorisierten Kontrahenten auf dem Platz, sondern auch gegen tausende Zuschauer auf der Tribüne aufschlagen.

Der 24-Jährige steht zum fünften Mal im Hauptfeld eines Grand-Slams-Turniers. Mit einem Sieg gegen den Franzosen Albano Olivetti (6:1, 6:4, 6:4) hat er überhaupt erst zum zweiten Mal in seiner Karriere die Runde der besten 64 erreicht. (DATENCENTER: French Opender Männer)

Trotzdem: Struff gehört zu den deutschen Spielern, die Hoffnung machen. Seit dem Start seiner Profikarriere 2009 hat er sich in der Weltrangliste stetig verbessert ? und steht 2014 unter den Top 100 (DATENCENTER: ATP-Weltrangliste). Anfang April war er zudem erstmals für das deutsche Davis-Cup-Team nominiert.

Auch wenn er beim 2:3 gegen Frankreich nicht auf dem Platz stand, zählt Bundestrainer Carsten Arriens ihn zu den zukünftigen Leistungsträgern seiner Mannschaft. Und: Er kennt das französische Publikum.

Im SPORT1-Interview spricht Struff über sein nächstes Match, die beeindruckende Kulisse bei Roland Garros und ein Plakat seines persönlichen Fanclubs.

SPORT1:Herr Struff, ihr Erstrundengegner kam aus Frankreich, Gael Monfils, ihr nächster, ebenso. Wie gehen Sie damit um, hier das Publikum gegen sich zu haben?

Struff: Ich weiß natürlich, dass das Publikum hier für die Franzosen ist. Darauf muss man sich vorher einstellen und verstehen, dass, wenn es eng wird, die hier schon mal durchdrehen. Damit muss ich fertig werden. Ich versuche, in diesen Situationen ruhig zu bleiben. Ich habe das ja auch beim Davis Cup erlebt, als wir mit dem deutschen Team in Frankreich gespielt und knapp verloren haben.

SPORT1: Das Spiel gegen Monfils wird in einem der großen Stadien stattfinden. Ist es das Highlight Ihrer Karriere bisher?

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Struff: Ich weiß nicht, ob das mein größtes Match ist. Ich freue mich aber auf jeden Fall drauf! Das ist schon cool, auf einem der ganz großen Plätze zu spielen. (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

SPORT1: Was müssen Sie gegen Monfils machen, um eine Chance zu haben?

Struff: Ich habe noch nie gegen ihn gespielt. Im Davis Cup habe ich ihn gesehen, gegen Peter Gojowczyk ? da hat er klasse gespielt. Über meine Taktik werde ich noch mit meinem Trainer sprechen. Ich weiß auf jeden Fall, dass ich mein Spiel spielen muss ? also offensiv, Druck machen, selbst die Initiative ergreifen.

SPORT1:Sie haben Ihren eigenen Fanclub in Paris dabei. Auf der Tribüne hat eine Gruppe ein Plakat mit dem Spruch "Are you Struff enough?" hochgehalten. Haben Sie damit was zu tun?

Struff: Das sind Freunde von mir aus Nordrhein-Westfalen, die ich noch aus der Schulzeit und vom Fußball kenne. Mein Nachbar war auch dabei. Das Plakat hatten schon andere Freunde von mir im letzten Jahr mitgebracht. Es ist schön, dass die Jungs da sind. Ich hoffe, sie können noch ein paar Tage bleiben. Der Spruch war mal ein Fitness-Slogan, da kam mein Name vor. Wir fanden das lustig und haben es dann übernommen.

SPORT1: Sie sind derzeit die Nummer 62 der Weltrangliste, haben sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Ist das nächste Ziel die Top 50?

Struff: Das muss man abwarten. Ich habe in dieser Saison einige sehr gute Spiele gemacht und bin seit Ende des vergangenen Jahres gut drauf. Ich sammle nach und nach meine Punkte auf der Tour. Mein Ziel ist es natürlich, weiter nach oben zu kommen, aber dafür muss ich erst mein Spiel weiter verbessern.

SPORT1: Als Vorbereitung auf die French Open haben Sie ein Challengerturnier (Turnier der zweiten Kategorie, Anm. d. Red.) in Heilbronn gespielt - und gewonnen. Wie groß ist der Wechsel dann zu einem Grand Slam?

Struff: Auf jeden Fall ist das eine Umstellung - allein von der Besetzung. Aber in Heilbronn haben auch viele gute Leute mitgespielt. Das war endlich mein erster Turniersieg. Darüber bin ich sehr froh. Trotzdem ist es natürlich besser, bei einem Grand-Slam-Turnier dabei zu sein, ist doch klar!

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SPORT1: 2013 haben Sie sich hier in Paris erstmals für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers qualifiziert. Auch wenn sie damals in der ersten Runde gescheitert sind, ist das ein besonderes Turnier für Sie?

Struff: Natürlich. Ich war mit meiner Mutter schon einmal vor sechs Jahren, vor meiner Profikarriere, hier. Damals habe ich auf Court 2 zugeschaut, saß bei den Zuschauern ? dass ich jetzt dort plötzlich selber auf dem Platz stehe, wie gegen Olivetti, ist natürlich cool! Dazu mag ich den Belag hier: Asche, damit bin ich aufgewachsen, wie die meisten deutschen Spieler. Die Plätze hier sind relativ schnell, das gefällt mir und kommt meiner Spielweise entgegen.

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