Bros Becker verlor vor 20 Jahren in Rom gegen Pete Sampras © getty

Novak Djokovic bezwingt Nadal in Rom - dort, wo Boris Becker einst schwer unterging. 550.000 Euro Preisgeld spendet er.

Rom/Köln - 20 Jahre ist es her, da erlitt Boris Becker in Rom eine der schlimmsten Abreibungen seines Lebens.

Im Finale gegen Pete Sampras ging Becker unter - und mit ihm sein Traum vom ersten Titel auf Sand.

In seinem zweiten Tennis-Leben als Trainer des Serben Novak Djokovic scheint Becker endlich seinen Frieden mit der roten Asche zu machen.

Zumindest feierte das Gespann im Foro Italico den ersten gemeinsamen Turniersieg auf der ATP-Tour. (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

Djokovic entthront Nadal

Im Finale des Masters in der ewigen Stadt bezwang Djokovic seinen Dauerrivalen und Sandplatzkönig Rafael Nadal mit 4:6, 6:3, 6:3 und fährt nun als Favorit zu den French Open (ab 25. Mai, täglich im LIVE-TICKER).

Allerdings setzt die Flut-Katastrophe in seiner Heimat dem Serben zu. Im Internet forderte Djokovic "Unterstützung und Solidarität für meine Landsleute in Serbien".

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Sein Preisgeld von Rom - immerhin 549.000 Euro - spendete er den Flutopfern.

Zweifel an der Zusammenarbeit mit Becker

In Paris könnte der Weltranglistenzweite die letzte Lücke in seiner Trophäensammlung schließen - und ganz nebenbei auch Becker zum ersten Triumph in Roland Garros verhelfen.

Die Zusammenarbeit mit dem "Roten Baron" aus Leimen stand bis zum Titel in Rom unter keinem guten Stern.

Bei den Australian Open in Melbourne scheiterte Seriensieger Djokovic bereits im Viertelfinale, in Dubai schied er als Titelverteidiger im Halbfinale aus.

Die Masters-Serie in den USA mit den Turniersiegen in Indian Wells und Miami verpasste Coach Becker wegen einer Hüftoperation.

Schon wurden die Stimmen lauter, die den Sinn der Kombination in Frage stellten.

Traum vom Titel in Paris

In Rom gab Djokovic den Zweiflern die passende Antwort - wenige Tage, nachdem er von einer Handgelenksverletzung genesen auf die Tour zurückgekehrt war.

"Das Finale eines großen Turniers gegen Rafa auf Sand zu gewinnen, gibt unheimlich viel Selbstvertrauen", sagte Djokovic: "Das ist die ultimative Herausforderung."

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Glücklich über die eigene Leistung

Bereits zum dritten Mal (nach 2008 und 2011) gewann der 27-Jährige in der ewigen Stadt, im Dauerduell mit Nadal feierte Djokovic seinen vierten Sieg in Serie und schloss in der Bilanz auf 19:22 auf.

"Ich bin wirklich glücklich damit, wie ich gerade spiele, und hoffe, dieses Niveau mit nach Roland Garros nehmen zu können", sagte Djokovic, der bereits im vergangenen Jahr dazu auserkoren war, Nadal in dessen Wohnzimmer zu entthronen.

Eine Niederlage, die nachwirkt

In einem dramatischen Halbfinale hatte Djokovic damals in fünf Sätzen verloren, eine Niederlage, die ihn monatelang begleitete.

Nach den Finalschlappen gegen Andy Murray (in Wimbledon) und Nadal (bei den US Open) entschloss sich Djokovic zu einer Veränderung, die in der Tennis-Welt Verwunderung auslöste.

Zumindest schien die Verpflichtung der deutschen Tennis-Ikone Becker eine ungewöhnliche Maßnahme zu sein, die nun - wenige Tage vor dem Start in Paris - die ersten Früchte trägt.

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