Tommy Haas stand in München 2000 im Finale © getty

Tommy Haas ist in München nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, begeistert aber die Zuschauer und zieht ins Viertelfinale ein.

München - Für einen Moment hatte sich eine Wolke vor die Münchner Maisonne geschoben.

Missmutig blickte Tommy Haas in den Himmel über der Anlage am Aumeister.

Der Titelverteidiger der BMW Open (täglich im LIVE-TICKER) ist beileibe kein Schönwetterspieler, wird es kühl, schmerzt ihn die lädierte Schulter.

Zum Glück schien zumeist die Sonne über der bayerischen Landeshauptstadt - und Publikumsliebling Haas zog problemlos ins Viertelfinale ein.

Kampf gegen Schmerzen

6:2, 6:4 gewann Haas sein Match gegen den Kolumbianer Alejandro Falla und war erleichtert über den gelungenen Auftakt in seiner alten Heimat.

"Das war ein wichtiges Spiel für mich, um zu sehen, wo ich mit meiner Schulter stehe", sagte der 36-Jährige, der nach drei Operationen zuletzt wieder häufiger mit Schmerzen zu kämpfen hatte.

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Seppi wartet im Viertelfinale

Haas folgte Qualifikant Jan-Lennard Struff in die Runde der besten Acht bei den 99. internationalen Tennismeisterschaften von Bayern und trifft am Freitag auf den Italiener Andreas Seppi, Struff bekommt es mit Ricardas Berankis aus Litauen zu tun.

Ausgeschieden ist dagegen Dustin Brown, der dem topgesetzten Fabio Fognini aus Italien 6:7 (4:7), 2:6 unterlag.

Zuschauer begeistert

Am vierten Turniertag kam erstmals Stimmung auf dem Center Court des MTTC Iphitos auf.

Die Zuschauer hatten auf das Debüt der deutschen Nummer eins gewartet, auch wenn Haas derzeit nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

"Niemand sollte erwarten, dass er hier sein bestes Tennis spielen kann", hatte Haas' Coach Alexander Waske gesagt und dennoch überzeugte sein Schützling gegen Linkshänder Falla.

Erfahrung statt Geschwindigkeit

Zwar fehlte es dem Aufschlag deutlich an Geschwindigkeit, doch Haas kaschierte seine Schwäche mit all seiner Erfahrung.

"Natürlich würde ich gerne wieder mit 200 Stundenkilometern aufschlagen können. Das ging heute aber nicht und so muss ich halt besser platzieren", sagte er.

Heimatturnier in München

Er sei einfach froh, überhaupt rausgehen und spielen zu können, bis vor wenigen Wochen waren für den Weltranglisten-16. nur kurze Ballwechsel im Kleinfeld möglich.

"Wenn wir in Valencia wären, wüsste ich nicht, ob Tommy spielen würde", beschrieb Ex-Profi Waske die Lage, "München ist aber sein Heimturnier in Deutschland".

Familie auf der Tribüne

Hier sitzen seine Liebsten auf der Tribüne - und so wird Haas vor den Augen seines Vaters Peter, seiner Mutter Brigitte und seiner Schwester Sabine auch gegen Seppi über die Schmerzgrenze hinaus spielen.

"Er ist sehr solide, wie eine Wand", lobte Haas den Südtiroler, aktuell die Nummer 33 im ATP-Ranking: "Allerdings liegt es an mir. Entweder ich gewinne gegen mich selbst oder ich verliere gegen mich selbst."

Ein bisschen Sonnenschein könnte jedoch hilfreich sein.

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