Novak Djokovic ist Titelverteidiger in Abu Dhabi (Twitter-Bild gepostet von @TheBorisbecker) © getty

Djokovic gewinnt sein erstes Spiel mit dem neuen Trainer, der via Twitter motiviert. Beckers Handschrift ist ein wenig bemerkbar.

Abu Dhabi - Die Twitter-Hand zuckte (vorerst) nicht, auch die Becker-Faust blieb noch in der Tasche.

Scheinbar ungerührt beobachtete der dreimalige Wimbledonsieger den Sieg seines neuen Schützlings Novak Djokovic im Halbfinale des Showturniers in Abu Dhabi.

In seiner blauen Trainingsjacke sah Becker aus, als wäre er schon immer dabei gewesen.

7:6 (7:5), 6:3 gewann Djokovic gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga.

"Packen wir's an!"

Nach dem Match nutzte Becker dann aber wie gehabt die sozialen Medien, um sich ins Bild zu setzen:

Ein Instagram-Foto von seinem Ausblick aufs Feld, ein Fernsehbild seiner selbst in der Trainer-Box, die getwitterte Aufforderung: "Packen wir's an!"

Es ist nicht ganz die mediale Zurückhaltung, die diverse Experten und alte Weggefährten ihm empfohlen haben.

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Öfter am Netz

Auf dem Platz war Beckers Handschrift nur hauchzart erkennbar - nur logisch: Erst wenige Tage im Trainingslager in Marbella und in Abu Dhabi gehörte er zum Team.

Djokovic rückte bei der Premiere unter Becker zwar öfter als gewohnt ans Netz vor, doch in den entscheidenden Momenten baute er die Punkte in seiner "Wohlfühlzone" einen Meter hinter der Grundlinie auf.

Das Netzspiel gilt als eine der wenigen Schwächen Djokovic', die Becker verbessern könnte - auch wenn der Djoker selber das herunterspielt.

Duell mit Nadal platzt

"Ich werde keine großen Veränderungen vornehmen, ich bin ein kompletter Spieler. Kleine Details hier und da, kleine Anpassungen, das war's", sagte er schon vor dem Tsonga-Spiel.

Wozu er Becker dann brauche?

"Einer der Hauptgründe war natürlich, dass er ein sechsmaliger Grand-Slam-Turniersieger ist, der so viele Trophäen gewonnen hat und früher die Nummer eins der Welt war", sagte Djokovic, der nun im Finale von Abu Dhabi auf David Ferrer trifft (BERICHT: Wie Becker den Djoker noch stärker macht).

Der Spanier verhinderte das Traumfinale und erste Kräftemessen der neuen Tennis-Saison zwischen Djokovic und Rafael Nadal, indem er seinen Landsmann mit 6:4, 6:4 aus dem Turnier warf. Nadal trifft im Spiel um Platz drei auf Tsonga.

Federer holt Edberg ins Boot

Auf große Namen der Vergangenheit als Coach zu setzen, scheint zum Trend zu werden: Nur kurz nach der Djokovic-Premiere unter Becker bestätigte Roger Federer via Facebook, dass er Beckers alten Rivalen Stefan Edberg versuchsweise in sein Trainerteam holt.

"Stefan war mein Kindheitsidol", schrieb Federer: "Ich freue mich darauf, Zeit mit ihm zu verbringen und von ihm zu lernen."

Mit dem Start der Australian Open (13. bis 26. Januar) beginnt eine mindestens zehnwöchige Zusammenarbeit mit dem Schweden.

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In Melbourne im Brennpunkt

Auch Djokovic' Zusammenarbeit wird in Melbourne in den Fokus rücken.

Sein Einfluss auf den Serben wird genau beobachtet werden.

Sein Twitter-Konto ebenso.

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