Boris Becker gewann dreimal Wimbledon - jetzt coacht er Novak Djokovic © getty

Wie mache ich aus einem Topspieler einen alles Überragenden? Becker eifert Bayerns Guardiola nach. Aber ohne Lilly geht gar nichts.

Von Patrick Mayer

München ? Alles für den Erfolg. Wirklich alles.

Boris Becker stellt sonstige Verpflichtungen seinem neuen Job als Trainer des Weltranglistenzweiten Novak Djokovic hinten an. (Pressestimmen)

Ob sich Becker in die zweite Reihen wird einordnen können?, hatte sein ehemaliger Mentor Niki Pilic kritisch im Interview mit SPORT1.fm gefragt (Bericht).

Es sieht alles danach aus - zumindest bemüht er sich. Der 46-Jährige muss sich Freiräume für seinen Auftrag schaffen, den er nun in einem Interview mit der "Bild" nannte.

Sein Job sei, schildert er, die entscheidenden Prozentpunkte aus Djokovic herauszukitzeln. (Bericht: Wie Becker den Djoker noch stärker macht)

Becker gibt Job auf

Darauf wolle er seine volle Konzentration richten.

Er werde seinen Job als Kommentator im englischen Fernsehen deshalb aufgeben, erklärt Becker. "Ich kann nicht im TV Spiele analysieren und am nächsten Tag Coach sein."

In Wimbledon arbeitete der Leimener zuletzt als Kommentator und Experte der BBC - er genießt angesichts dreier Siege in seinem Wohnzimmer ein großes Ansehen.

Trainingslager in Marbella

Doch Großbritannien ist passe. Becker ist in Spanien. Er arbeitet mit seinem Schützling (Bericht) im Trainingslager in Marbella.

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Via Social Media demonstrieren Beide Entschlossenheit. "Auf diesem Level gibt es kleine Dinge, die entscheiden, ob du den großen Pokal gewinnst oder Zweiter wirst", meint der Coach.

Sein Part ist die Analyse - der Schwächen des Djokers und der Stärken seiner Gegner. Auf dem Court werde er sich zurückhalten und beobachten, schildert er: "Ich kann schon noch Bälle mit Novak schlagen, aber den Job in den kurzen Hosen müssen seine Hittingpartner übernehmen."

Er sei im Trainingsanzug auf dem Platz und vor dem Bildschirm bei der Videoanalyse dabei. (Kommentar: Becker muss das Ego zurückfahren)

"Die Nummer eins ist Novaks Ziel"

Etwa 20 Wochen im Jahr werde er mit dem Team auf der ATP-Tour unterwegs sein, erzählt er. Stolz twitterte er ein Foto. Neben sich steht demonstrativ der Mann, den er wieder zur Nummer eins machen soll.

Der Serbe hat den Tennis-Thron fest im Blick. Momentan führt der Spanier Rafael Nadal die Weltrangliste an. "Nadal ist die Nummer eins, das ist Novaks nächstes, großes Ziel", sagt Becker.

Er selber ist fest davon überzeugt, "aus ihm einen noch besseren Tennisspieler zu machen". Auch, wenn Mentor Pilic ihm das nicht zutraut.

Er glaube nicht, dass Becker dem Djoker etwas beibringen kann: "Boris war auf Rasen ein besserer Spieler als Novak, aber auf allen anderen Belägen ist Novak viel stärker, als Boris es war", sagte Pilic dem "Spiegel". "Boris wird bestimmt versuchen, etwas zu verändern. Aber er weiß ja nicht zu hundert Prozent, wie das geht",

"Genaue Vorstellungen"

Becker hält dagegen: "Wenn ich nicht überzeugt davon gewesen wäre, Novak helfen zu können, hätte ich die Aufgabe nicht übernommen."

Aber wie, lieber Boris?, fragt sich die Tenniswelt.

"Über Strategien werde ich mich nicht äußern. Aber ich habe genaue Vorstellungen, wie er sein Spiel optimieren kann", sagt er. Es geht darum, den Rafa-Code knacken.

Kein Konkurrent beschäftigt den Djoker so sehr wie der Spanier. "Rafa und ich zwingen uns gegenseitig ans Limit. Wir machen uns gegenseitig stärker", hatte der 26-Jährige nach seinem Sieg im Saisonfinale in London gesagt.

Djoker wie die Bayern

Über das Limit hinaus soll ihn nun Becker hieven und Nadal auf dem Court vor unlösbare Rätsel stellen.

Djokovic zeigt das typische Verhalten von Spitzensportlern, die um ihren Rang fürchten. Beispiel gefällig? Der FC Bayern München!

"Jupp Heynckes kann man nicht genug danken, aber wir brauchten in Pep Guardiola wieder einen Wachrüttler, um vom Erfolgsmodus zurück auf Angriffsmodus zu schalten. Diese Gier braucht Impulse", sagte Sportvorstand Matthias Sammer im Interview mit dem "Münchner Merkur"

Ohne Lilly geht nichts

Wie Guardiola mit den Bayern gehen auch der Djoker und Becker gemeinsam in den Angriffmodus über. Sie sind nicht allein.

Teilweise werden ihn seine Frau und sein jüngster Sohn begleiten, erzählt Becker. "Wenn es passt, werden Lilly und Amadeus ab und zu mitkommen."

Ohne die Unterstützung von Lilly hätte er nicht zugesagt, erklärt er. Was heißt: Lilly kitzelt die letzten Prozentpunkte für seinen Job aus Becker raus.

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