Tommy Haas belegt derzeit in der Weltrangliste der ATP den 18. Platz © imago

Nach der Finalpleite in San Jose findet Haas Trost bei der Familie - und beim Blick auf die Rangliste. Aufhören will er nicht.

San Jose/München - Als Trostpflaster für die Finalniederlage in San Jose bekam Tommy Haas einen Kuss von seiner Verlobten Sara Foster - und den inoffiziellen Titel als neue deutsche Nummer eins.

Zwar verpasste der Routinier in der kalifornischen Millionenstadt seinen 14. Triumph auf der ATP-Tour, doch mit 34 Jahren erlebt Haas wieder einmal einen seiner mittlerweile fast unzähligen Frühlinge.

Erstmals seit knapp drei Jahren rangiert er in der Weltrangliste wieder unter den Top 20.

Als 18. ist Haas derzeit bester deutscher Tennisspieler und damit auch wieder Hoffnungsträger für das Davis-Cup-Relegationsspiel im September.

Arriens setzt auf Haas

"Ich habe ihm schon gratuliert. Wir sind immer in Kontakt, und ich hoffe, er spielt im September", sagte Davis-Cup-Teamchef Carsten Arriens:

"Er ist eben ein außergewöhnlicher Spieler. Wenn er fit ist und sein Körper mitmacht, gehört er einfach in die Weltspitze."

Wer jetzt aber von seinen Schützlingen Nummer eins oder zwei sei, sei für Arriens nicht wirklich relevant: "Hauptsache, sie sind erfolgreich."

Haas dachte ans Aufhören

Und das war Haas. In San Jose unterlag der ehemalige Weltranglistenzweite erst im Finale dem topgesetzten Kanadier Milos Raonic 4:6, 3:6. (NEWS: Raonic zu stark für Haas)

"Ich hätte nach meiner Hüftoperation 2010 das Handtuch werfen können. Es gab viele Momente, in denen ich gedacht habe, dass ich es nicht zurückschaffe", sagte Haas:

"Aber wenn man ein gutes Umfeld hat, dann hat man Spaß und genießt das Leben. Das motiviert und pusht einen zusätzlich. Das ist großartig."

Haas spielt für Tochter Valentina

Auch in San Jose genoss Haas die Unterstützung durch seine Lebensgefährtin Sara und Töchterchen Valentina.

Von einem möglichen kurzfristigen Rücktritt, mit dem er noch nach seinem enttäuschenden Erstrunden-Aus bei den Australien Open kurz kokettiert hatte, will er nichts mehr wissen. Im Gegenteil.

"Ich wollte immer, dass mich Valentina spielen sieht und sich daran erinnert. Ich denke, dafür muss ich aber mindestens noch den Rest des Jahres spielen", sagte Haas, der mittlerweile der älteste Tennisprofi unter den Top 50 ist:

"Sie ist jetzt 26 Monate alt. Wenn ich im Oktober oder November noch spiele, kann sie sich vielleicht dran erinnern. Und wenn ich 2014 noch weitermache, ist das das ultimative Ziel."

Große Motivation

Und im Moment sieht alles danach aus. Der Ehrgeiz und die Neugierde sind immer noch da, selbst nach 17 Jahren Profitennis.

Er sei immer noch gespannt darauf, was er erreichen könne, betonte Haas: "Ich will mich immer noch überraschen und mir selbst zeigen, was ich kann. Ich versuche immer, ein besserer Spieler zu werden. Jeden Tag, jede Woche."

Auf die nächste Chance musste er auch nicht lange warten. Nach dem verlorenen Finale in der kalifornischen Millionenstadt ging es für Haas direkt weiter nach Memphis, dort trifft er in der ersten Runde auf den Russen Jewgeni Donskoj.

Und wie man dort erfolgreich ist, weiß Haas ganz genau. Schon dreimal gewann er dort, unter anderem seinen ersten Titel auf der Tour - fast auf den Tag genau vor 14 Jahren.

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