Rafael Nadal (l.) bestritt sein letztes Spiel im Juni in Wimbledon © getty

Rafael Nadal zieht bei seinem Comeback-Turnier ins Finale ein. Er ist glücklich, will den Erfolg aber nicht zu hoch hängen.

Vina del Mar/München - Rafael Nadal zeigte die Siegerfaust und strahlte. Soeben hatte er auch die allerletzten Zweifel ausgeräumt - Rafa ist zurück.

Das Comeback nach siebenmonatiger Pause ist in jeder Hinsicht geglückt.

"Ich bin sehr glücklich darüber, wie ich in dieser Woche gespielt habe. Es wird von Tag zu Tag besser. Ich fühle mich wieder richtig gut da draußen auf dem Platz", sagte der topgesetzte Nadal, nachdem er beim Sandplatzturnier in Vina del Mar/Chile das Finale erreicht hatte: "Es ist ein großartiges Gefühl, wieder so weit gekommen zu sein. Mein Selbstvertrauen wächst stetig."

Keine Euphorie

Im Endspiel trifft der Spanier am Sonntagabend auf den argentinischen Davis-Cup-Spieler Horacio Zeballos.

Der 6:2, 6: 2-Erfolg im Halbfinale gegen den an Nummer drei gesetzten Jeremy Chardy (Frankreich) in nur 64 Minuten war für Nadal ein weiterer Schritt nach vorne. In Euphorie wollte der Linkshänder, der in seiner Profikarriere insgesamt nur neun Sandplatzmatches verloren hat, aber nicht verfallen.

Zum alten Nadal fehlt nämlich noch ein gutes Stück. "Ich vergleiche meine Leistung nicht mit der vor sieben Monaten. Es ist ja lediglich mein erstes Turnier nach der langen Pause. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem Stand der Dinge", sagte der elfmalige Grand-Slam-Gewinner bei der mit 410.200 Dollar (rund 300.000 Euro) dotierten Veranstaltung.

Tenniswelt atmet auf

Das Hoffa-Kastert-Syndrom im linken Knie, die Schwellung des Fettgewebes unterhalb der Patellasehne, hatte den früheren Weltranglistenersten zur längsten Pause seiner Karriere gezwungen: "Solche Schmerzen hatte ich noch nie", gab Nadal zu: "Bei jeder Bewegung hätte ich schreien können."

Die Tenniswelt jedenfalls atmet nach dem geglückten Comeback des Publikumslieblings auf.

"Ich bin so froh, dass Rafa wieder zurück ist. Er hat mir, den Fans und der Tour unglaublich gefehlt", sagte Andrea Petkovic. Die ebenfalls vom Verletzungspech geplagte Darmstädterin hatte nach ihrem Meniskus-Riss zu Jahresbeginn aus Spaß gesagt, sie würde mit Nadal zusammen auf dem Sofa die Australian Open verfolgen. Der Spanier hatte seinen Start beim ersten Major-Turnier des Jahres wegen eines Magen-Darm-Virus absagen müssen.

Depressionen? "Absoluter Quatsch!"

Zudem wurde von den Fans ein Hashtag mit dem Namen "#welcomebackrafa" eingerichtet. Tausende twitterten am Wochenende ihre Erleichterung über das geglückte Comeback des siebenmaligen French-Open-Siegers.

Während seiner Auszeit hat sich Nadal, der im Gespräch mit dem Magazin "Focus" Gerüchte über angebliche Depressionen ausräumte ("Absoluter Quatsch!"), anscheinend auch Gedanken über seine Zukunft gemacht.

Vermarktungsfirma gegründet

Am Wochenende gab er bekannt, dass er seine eigene Sportvermarktungsfirma gegründet hat. Der 26-Jährige will zusammen mit seinem langjährigen Manager Carlos Costa in Zukunft Athleten aus verschiedenen Sportarten wie Tennis, Golf und Fußball repräsentieren und zudem Veranstaltungen organisieren.

In Vina del Mar, dem in einer Bucht des Pazifiks gelegenen Urlaubsparadies, stand aber erstmal der Sportler und Rückkehrer Nadal im Blickpunkt.

Und das mit großem Erfolg: Auch im Doppel an der Seite von Juan Monaco (Argentinien) erreichte Nadal das Finale, in dem die Italiener Paolo Lorenzi and Potito Starace warteten.

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