Florian Mayer gewann 2011 das Sandplatzturnier in Bukarest © imago

Beim World Team Cup vergibt Florian Mayer gegen den Serben Viktor Troicki zahlreiche Chancen und unterliegt in zwei Sätzen.

Düsseldorf - Florian Mayer wehrte sich bei fast 30 Grad nach Kräften.

Mit dem Mute der Verzweifelung stemmte sich der deutsche Tennisprofi nach mehr als eineinhalb Stunden Spielzeit gegen die Niederlage im entscheidenden Gruppenspiel des Power Horse World Team Cups (LIVE im TV auf SPORT1) in Düsseldorf gegen Serbien.

Vier Matchbälle wehrte Mayer gegen Viktor Troicki teilweise artistisch ab - und doch steht Titelverteidiger Deutschland im Rochusclub vor dem Aus.

Mayer unterlag 6:7 (6:8), 3:6. Im zweiten Einzel am Freitag ist Philipp Kohlschreiber gegen den Weltranglistenachten Janko Tipsarevic nur Außenseiter.

Von Erkältung geschwächt

"Ich habe es einfach noch mal probiert und habe etwas riskiert, weil ich wusste, dass es mir körperlich nicht mehr so gut geht", sagte Mayer, den eine leichte Erkältung plagt: "Bei den Temperaturen solche Ballwechsel zu spielen, ist nicht einfach."

Mayer hatte gegen Troicki durchaus Chancen gehabt, den Rekord-Weltmeister beim Power Horse World Team Cup in Führung zu bringen. (DATENCENTER: Die Ergebnisse aus Düsseldorf)

Drei Satzbälle vergeben

Gleich drei Satzbälle vergab der Bayreuther im ersten Durchgang. Seinen ersten verwandelte dagegen Troicki und leitete damit die Revanche für die klare Niederlage im vergangenen Jahr im Rochusclub ein.

"Ich bin selber schuld. Im ersten Satz war ich klar besser, habe aber meine Satzbälle nicht genutzt. Das ist sehr schade, weil ich wieder richtig gut spiele", sagte Mayer.

Düsseldorf-Serie reißt

Mit der Niederlage gegen Troicki riss auch Mayers Serie in Düsseldorf.

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Fünf Spiele hatte der Weltranglisten-35. in Serie gewonnen, seine Mannschaft im vergangenen Jahr zum fünften Titel geführt und auch in diesem Jahr wieder ansteigende Form gezeigt. Doch Troicki erwies sich als der erwartet schwere Gegner.

Kein Vergleich zu Mayers Auftaktspielen gegen den Russen Igor Andrejew und den Kroaten Ivan Dodig.

Schwache Aufschlagquote

Egal, was Mayer probierte, Troicki hatte meistens die bessere Antwort. Mayer spielte selbstbewusst wie an den Tagen zuvor, variierte mit Slice, Stopp und Lob, doch fehlten ihm in der Düsseldorfer Hitze die freien Punkte.

Nur 53 Prozent seiner ersten Aufschläge landeten im Feld. Zu wenig für den 28-Jährigen, der von sich selbst sagt: "Wenn ich gut aufschlage, bin ich ein sehr gefährlicher Gegner."

Kampfstark wie lange nicht

Gefährlich war Mayer trotz der schwachen Quote bis zum letzten Punkt. Von der Lethargie, die ihm Zeit seiner Karriere auf dem Platz nachgesagt wird, war kaum etwas zu sehen.

Mayer kann wieder kämpfen, diese Erkenntnis ist wichtig in der Vorbereitung auf die French Open (27. Mai bis 10. Juni), auch für ihn selbst: "Trotz der Niederlage kann ich zuversichtlich nach Paris fahren."

Chancen gering

Sein Blick ging gen Roland Garros, da ein weiterer Auftritt im Rochusclub auch für Mayer eher unwahrscheinlich ist.

"Jetzt wird es sehr schwer für uns. Ohne überheblich klingen zu wollen: Den Punkt gegen Troicki hatte ich schon eingeplant", sagte Mayer.

Kohlschreibers Chancen schätzt er gering ein: "Philipp ist nicht favorisiert, weil Tipsarevic eine außergewöhnlich starke Saison spielt."

Tschechien geht in Führung

In der Roten Gruppe hat Tschechien alle Chancen auf den Einzug ins Endspiel.

Der Weltranglistensiebte Tomas Berdych setzte sich gegen Carlos Berlocq aus Argentinien 6:1, 6:7 (2:7), 6:3 durch und brachte sein Team gegen den Vorjahresfinalisten 1:0 in Führung.

Das zweite Einzel am Freitag bestreiten Leonardo Mayer und Radek Stepanek.

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