Florian Mayer holte in seiner Karriere bislang vier ATP-Turniertitel © getty

Beim World Team Cup fertigt Florian Meyer den Kroaten Dodig ab und legt für das DTB-Team vor. Der kleine Lauf setzt sich fort.

Düsseldorf - Wenn es bei Florian Mayer läuft, dann spielt der Tennisprofi mit seinem Gegner.

Mayer schlägt dann kaum einen Ball zweimal gleich übers Netz und holt sein Gegenüber am liebsten mit einem Stopp nach vorne, um ihn prompt wieder zur Grundlinie zu schicken.

Blickte man Ivan Dodig am zweiten Spieltag der Mannschafts-WM in Düsseldorf (LIVE im TV auf SPORT1) ins Gesicht, ahnte man, wie frustrierend dieser spielfreudige Mayer sein kann. 6:1, 6:1 lautete das Resultat. (DATENCENTER: Die Ergebnisse aus Düsseldorf)

Nach nur 65 Minuten ging Rekord-Weltmeister Deutschland gegen Kroatien mit 1:0 in Führung.

Veredelt "Kohli" Mayers Vorstellung?

Am Mittwoch hat Philipp Kohlschreiber gegen Ivo Karlovic die Chance, Mayers Vorstellung zu veredeln und einen Schritt in Richtung der erfolgreichen Titelverteidigung zu machen. "So stellt man sich das vor. So wie heute - das ist der alte Flo", sagte Mayer: "Das hat einfach Spaß gemacht."

Nach seiner Gala am dritten Tag des Power Horse World Team Cups hatte Mayer die Faust in den strahlend blauen Himmel über Düsseldorf gereckt.

Es war sein Zeichen, dass er sich wohl fühlt, hier in der familiären Atmosphäre, wo die Wege kurz sind und der Zuschauerandrang überschaubar ist.

Unkonventionelles Spiel

Und wenn es dem 28-Jährigen gut geht, kann er jedem Gegner auf der Tour Probleme bereiten, denn sein Spiel ist vor allem eins: unkonventionell.

Mit Slice, Stopp und Lob hat Mayer im vergangenen Jahr sogar einmal Rafael Nadal bezwungen und war bis auf Platz 18 der Weltrangliste vorgestoßen. (SERVICE: ATP-Weltrangliste)

Doch manchmal wird Mayers Spielfreude zum Problem, so wie in dieser Saison, wenn es mal nicht läuft und der Bayreuther in Selbstzweifeln versinkt. Dann werden auch Gegner jenseits der Top 50 zu hohen Hürden.

Zum Auftakt der Sandplatzsaison verlor Mayer gegen Jeremy Chardy, Nummer 64 der Welt, gegen Michail Kukuschkin, Nummer 68, und Xavier Malisse, Nummer 67.

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"Habe oft schlecht gespielt"

"Die Niederlagen hatte ich mir selbst zuzuschreiben", sagte Mayer: "Ich habe oft schlecht gespielt."

In Düsseldorf dominiert Mayer seine Gegner, die - das sei zugegeben - bislang nicht zur Weltelite gehört haben.

Nach dem Sieg über den Russen Igor Andrejew brodelte es beinahe aus dem introvertierten Mayer heraus: "Von der Grundlinie bin ich an einem guten Tag sicherlich einer der stärksten Spieler. Wenn dann noch mein Aufschlag kommt, bin ich schwer zu bezwingen."

Dodig-Sieg als Entscheidung?

Das Duell mit den Kroaten könnte mit der Führung bereits entschieden sein. Aufschlagriese Ivo Karlovic laboriert an einer Schulterverletzung, sein Einsatz wurde daher auf Mittwoch verschoben.

Ob der ehemalige Aufschlag-Weltrekordler überhaupt gegen Kohlschreiber antreten kann, entscheidet sich erst kurz vor der Begegnung. Ersatzmann Lovro Zovko präsentierte sich bereits bei seiner 0:6, 0:6-Niederlage gegen Janko Tipsarevic als nicht konkurrenzfähig.

Mögliches Finale gegen Serbien

"Wenn Karlovic nicht spielen kann, gewinnen wir auf jeden Fall gegen die Kroaten und spielen gegen Serbien um den Einzug ins Finale. Das wird ein heißer Tanz", sagte Mayer.

Die favorisierten Serben mit dem Weltranglistenachten Tipsarevic und dem 31. Viktor Troicki gewannen zum Auftakt gegen Kroatien 2:1 und führen gegen Russland bereits 1:0. Troicki bezwang Alex Bogomolow sicher 6:3, 6:2.

In der Roten Gruppe läuft es auf ein Duell zwischen Tschechien und Vorjahresfinalist Argentinien um den Finaleinzug hinaus.

Tschechien führt 2:0 gegen die USA und feierte damit vorzeitig den zweiten Sieg im Rochusclub. Argentinien liegt gegen Neuling Japan 1:0 in Führung.

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