Tommy Haas ist aktuell die Nummer 134 der ATP-Weltrangliste © getty

Tommy Haas lässt bei den BMW Open in München den nächsten starken Auftritt folgen und setzt sich souverän gegen Baghdatis durch.

München - Er spielt, als sei er zum wiederholten Male einem Jungbrunnen entstiegen: Tommy Haas ist auf dem besten Wege, seine andauernde Abschiedstour mit einem weiteren Turniersieg zu verschönern.

Bei den BMW Open in München (LIVE im TV auf SPORT1) zeigte der bereits 34 Jahre alte angehende Tennis-Rentner auch in seinem dritten Match eine bemerkenswerte Leistung.

Mit einem lediglich im zweiten Satz umkämpften 6:1, 7:6 (7:3) gegen Marcos Baghdatis aus Zypern in das Halbfinale des mit 450.000 Euro dotierten ATP-Turniers ein. Dort trifft er am Samstagmittag auf Marin Cilic aus Kroatien.

"Der erste war zu leicht"

Haas war längst geduscht, da erreichte auch Philipp Kohlschreiber das Halbfinale. Der Augsburger benötigte gegen den Qualifikanten Marinko Matosevic aus Australien 96 Minuten, um mit 6:0, 7:6 (7:5) und damit erstmals seit seinem Turniersieg 2007 wieder in die Runde der letzten Vier in München einzuziehen.

"Ich bin sehr zufrieden", sagte Kohlschreiber, "ich bin froh, dass der zweite Satz nicht genauso lief wie der erste, der erste war zu leicht."

Dann ergänzte er: "Ich hoffe, ich habe hier noch zwei Siege vor mir." Dafür müsste Kohlschreiber zunächt gegen Feliciano Lopez gewinnen: Der Spanier, in München an Nummer zwei gesetzt, besiegte im Viertelfinale Bernard Tomic aus Australien mit 6:4, 6:2 (DATENCENTER: Die Ergebnisse der BMW Open).

In Philipp Petzschner und Florian Mayer (beide Bayreuth) hatten bereits im vergangenen Jahr zwei Deutsche im Halbfinale auf der Anlage des MTTC Iphitos gestanden - damals im direkten Duell. Mayer unterlag anschließend im Endspiel Nikolai Dawydenko aus Russland.

Haas widmet Vater den Sieg

"Es ist lange her, dass ich so einen Erfolg gehabt habe, ich wusste nicht, ob das noch mal möglich ist", sagte Haas, der seinen Sieg anschließend seinem Vater widmete.

Peter Haas hatte sich am Donnerstag in München einer Operation unterziehen müssen, weswegen, das wollte der Sohn nicht sagen, er versicherte aber scherzhaft: "Es geht ihm schon wieder gut, alt werden ist ab und nicht so einfach."

Der alternde Tennisspieler Tommy Haas wirkte dafür wieder sehr jung: "Wenn ich einigermaßen fit bin, habe ich noch das Spiel, um die anderen Spieler zu ärgern. Da sieht man dann auch, dass das alles noch Sinn macht."

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Bei Finaleinzug winkt Top 100

Unter strahlend blauem Himmel benötigte Haas 89 Minuten, um nach dem Weltranglistenfünften Jo-Wilfried Tsonga aus Frankreich einen weiteren weit vor ihm platzierten Spieler im ATP-Ranking aus dem Weg zu räumen.

Gegen Baghdatis, Nummer 39 der Weltrangliste, hatte er nur im zweiten Satz etwas schwerer, er musste zwei Breakbälle abwehren, sogar einen Satzball, blieb aber dennoch Herr der Situation - und nutzte mit einem Ass den ersten Matchball.

Haas, derzeit nur die Nummer 134, wird als Halbfinalist nun auf eine Platzierung um die 110 vorrücken, bei einem Finaleinzug wohl die Top 100 knacken.

Cilic besiegt Juschni

Haas steht nun erstmals seit Los Angeles im Juli 2009 wieder im Halbfinale eines ATP-Turniers, nachdem er zuvor betont hatte, er werde "alles geben", um bei seinem "Heimturnier das Finalwochenende zu erleben".

Dies war ihm bisher nur vor zwölf Jahren gelungen. Damals zog Haas ins Endspiel der BMW Open ein, verlor dort aber gegen Franco Squillari aus Argentinien.

In München hatte er danach noch 2005 im Halbfinale gestanden. Die Runde der letzten Vier eines Sandplatz-Turniers bestritt er zuletzt 2006 in Houston, dort war ihm 2004 auch sein bislang letzter Turniersieg auf Asche gelungen. Den bislang letzten Turniersieg hatte er 2009 in Halle/Westfalen gefeiert.

Cilic hatte am Freitag als erster Spieler das Halbfinale erreicht. Dabei besiegte er in einer Neuauflage des Endspiels von 2010 Michail Juschni aus Russland mit 6:3, 6:7 (6:8), 6:3. "Cilic sieht sehr gut aus, das muss man sagen", sagte Haas über seinen Gegner am Samstag.

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